Kopane.de 2025 01.05.2025 FK Dinamo Tirana – Klubi Futbollit Egnatia
01.05.25, 18:00Uhr
FK Dinamo Tirana – Klubi Futbollit Egnatia
Elbasan, Elbasan Arena
Pokalfinale (Kupa e Shqiperise ) – 2000 Zs. – 5:4 n.E.

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Am Strand war heute ein bisschen mehr los. Vorgestern am Badetag waren ca. ¼ der Liegen belegt und es gab dafür wiederum die Hälfte an Liegematten. Als wir heute ankamen, waren zwar fast alle Liegen mit Matten drapiert, dafür waren über die Hälfte von Touristen okkupiert. Natürlich kostete der Spaß heute auch Geld. Alle Einheimischen zahlten ohne zu murren die 1000 Lek, was an die 10 € sind. Für zwei Liegen, mit Matte natürlich, einen kleinen Tisch und einen Sonnenschirm. Nur der stille Teilhaber plärrte erstmal los, Nee das ist zu teuer. Natürlich zahlten die anderen Luis den Preis, worauf Stahl Riesa ruhiger wurde und kleinlaut ebenfalls seinen Anteil löhnte. Wir chillten bis 14:30Uhr rum und machten uns dann mal so langsam fertig um das albanische Pokalfinale zwischen FC Dinamo City-FK Egnatia anzusteuern. Der Star war heute definitiv das Stadion, was uns Dr. Duvel auch inflationär erklärte. Er hatte ja recht.
Beim Vorbereiten im Haus bemerkten wir, dass sich die Fahrzeit von 1,10h auf 2h fast verdoppelte. Also war sofortiger Aufbruch angesagt und wir machten los. Der Verkehr war dann auch sehr stark und die Zeit verrann wie im Flug. Hat trotzdem alles gut gepasst. Bei einer Pinkelpause hatte Dr. Duvel noch eine halbe Unterhaltung mit einem vorbeifahrenden Local, welcher leicht meckerte. Not you! Ein klassisches aneinander vorbeireden.
In einen kleinen Café in Elbasan holten wir uns noch ein Finale-Peja. Dieser Besuch sollte noch der Grund für den Lacher der gesamten Tour werden. Am Stadion angekommen. Steuerten wir die Gegengerade an, wir hatten versucht Tickets für einen neutralen Bereich zu bekommen, doch die Kurven waren gesperrt. So standen wir im Bereich der Fans von KF Egnatia, die blauweißen von Dinamo waren gegenüber, links der Haupttribüne. Am Eingang flog der Sportliche sofort mit seinem Bier auf und wurde zurück aus der Schlange geschickt. Die Ordner hatten uns nun natürlich auf dem Kieker und unser Finale-Peja wurde ein Sturzbier vor dem Stadion. Die anderen Hopper-Gruppen sahen stellenweise amüsiert zu. Und wie wir da so zusammenstanden, meinte unser Schlordi, ob jemand ein Handy vermisse. Als alle verneinten, meinte er, ich hab aber zwei einstecken. Häh? Wie geht das denn? Sieben fragende Gesichter guckten ihn nun an. Auf einmal grübelte unser Schlordi selbst darüber und kam zu dem Entschluss, dass ihn jemand das Handy zugesteckt haben muss. Na klar johlten wir los. Passiert einen ja ständig. Die nächste Theorie, welche sich auch bewahrheitete, er hat es tatsächlich geschafft, das Handy vom Verkäufer im Café vor dem Spiel einzustecken. Da er dachte, es wäre seins. Klar, sie sahen auch gleich aus, aber so etwas hat noch keiner von uns fertiggebracht. Was ein Gelächter. Die Ordner und anderen Hopper dachten sich bestimmt, was wir wohl für eine Kombo sind. Also lachend rein in die Elbasan Arena.
Erleichterung, als dann bemerkt wurde es gibt im Stadion Bier. Die Länderpunktrunden der Jungschen waren gesichert. Schlordi, der Jungspund und Kièls durften also ran. Tschechisches Budvar, na ja schmeckt schon lecker. Aber irgendwas war damit nicht in Ordnung, war schal und abgestanden. Gut, dass in der ersten Halbzeit das Catering ausverkauft meldete. Mein Humor bei einem Pokalfinale.
Dinamo Tiranë ist nur die Nummer drei in der albanischen Hauptstadt. Beliebter und mit größerer Fangemeinde sind da Partizani Tiranë und KF Tiranë. Allgemein sind die in Blau-Weiß auflaufenden Kicker im Land nicht sonderlich beliebt. Gegründet 1950 von Mitarbeitern des Innenministeriums und mit ständiger Unterstützung staatlicher Behörden. Der Klub wurde als fußballspielender Flügel der gefürchteten Geheimpolizei Sigurimi beachtet und dadurch auch im Volk gehasst. Ihr heutiger Finalgegner KF Egnatia stammt aus der mittelalbanischen Kleinstadt Rrogozhina. Der Name des Klubs bezieht sich auf die Via Egnatia, eine aus der römischen Zeit stammende Handelsroute, die von der Adriaküste bis zum Bosporus verlief. Einige Informationen entnahm ich dem Buch -Onkel Enver, der Fußball und eine Radreise durch Albanien- von Hardy Grüne im ZEITSPIEL Verlag. Ein schönes Buch und wer sich für das Reisen, das Drumherum und den Fussball interessiert, dem kann ich definitiv eine Kaufempfehlung abgeben.
Die Ultras Egnatia standen mit uns oder wir mit ihnen auf der Gegengerade. Für ihre Verhältnisse war die Stimmung in Ordnung. Sie stellen normalerweise einen Haufen von 80 bis 100 Mann und grüner Rauch scheint wohl ein Markenzeichen von ihnen zu sein, wenn ich ihren Facebook-Auftritt so sehe. Eine Zaun- und eine Albanienfahne war angebracht. Capo, Trommel und am Anfang des Spiels, Trommelwirbel, grüner Rauch. Später im Spiel flogen noch Blinker auf die Laufbahn. In ihren Bereich versammelten sich so um die 250 bis 300 Leute. Da zum Highlight der Saison selbstverständlich mehr Fans nach Elbasan sind. Viele Familien und Kinder waren dabei. Das auch einige Dinamo Tiranë-Fans mit auf der Gegengerade saßen, stellte kein Problem dar. Im Jahr 2021 kehrte der Club nach 16 Jahren ins albanische Fußballoberhaus zurück und konnte ab da, zweimal den Meistertitel und zweimal den Pokalsieg einfahren.
Schräg gegenüber von uns standen die Blue Boys. Gegründet 2008. Ihrer schwachen Mannstärke geschuldet, positionierten sie sich Ostblock-Like etwas auseinander und zeigten das Spruchband –NGAERRËSIRA DREJT LAVDIS - Von der Dunkelheit zur Herrlichkeit-. Auch hier ne Trommel und zwei Schwenkfahnen. Ich stromerte mal ein bisschen rum und konnte so ein paar Bilder aus der Kurve von der Haupttribüne und Gegengerade machen. Irgendwann kamen wir auf die Idee den Inhaber des mitgenommenen Handys zu kontaktieren. Da das Telefon nicht gesichert war, konnten wir es entsperren. Hach Mensch, Sachen gibt‘s. Jedenfalls schrieben wir in den WhatsApp-Kontakten auf englisch, dass wir Touristen sind und das Telefon gefunden hätten. Anders kann man das ja keinen erklären, wie das Teil seinen Besitzer wechselte. Jedenfalls klingelte es kurz darauf. Unser Gesprächspartner konnte nur albanisch, also wurde ein Pärchen, welches neben uns saß und ein wenig deutsch konnte, involviert. Sie erklärten alles und letztendlich sollten wir das Spiel in Ruhe zu Ende schauen und das Handy danach ins Café zurückbringen. Dies Taten wir natürlich. Das Pokalfinale wurde erst im Elfmeterschießen entschieden, was uns nicht recht passte. Wir wollten in Elbasan noch etwas essen gehen. Jedenfalls gewannen die Unsympathischen aus der Hauptstadt. Die Siegerehrung gaben wir uns nicht, beim FK Egnatia wären wir aber geblieben. Ab zum Café und schauen wie der Besitzer des Handys drauf ist. Es war tatsächlich der ältere Herr, welcher uns das Finale-Peja verkaufte. Er war eigentlich nur froh, dass wir das Telefon zurückbrachten. Lachen mussten wir alle, als wir beide Geräte, das von ihm und das vom Schlordi nebeneinander zeigten. Nun verstand er das Malheur. Da es schon spät war und am nächsten Morgen unser Flug nach Dortmund ging, steuerten wir einen besseren Kebab an. Geschmeckt hat es, nur später bekamen der Südbrandenburger und ich ordentlich Bauchschmerzen. Komisch. Kièls gab hier seine Länderpunktrunde und Schlordi kaufte noch paar Dosen Elbar für die Fahrt. Das war also unsere kleine Balkanrunde. Der Kosovo mit seiner Geschichte und der Einladung der Torcida Trepça, war natürlich Gold wert. Mehr geht nicht. Ein respektvoller, informativer und auch lustiger Austausch beider Seiten. Nicht mehr, nicht weniger. Nochmal vielen Dank den Jungs der Torcida Bair. Landschaftlich, kulturell und kulinarische kann man in allen drei bereisten Länder auch nichts falsch machen. Unsere Luis-Reisegruppe war in dieser Besetzung auch noch nie unterwegs. Hat alles gepasst. Unser Zielflughafen Dortmund wurde auch so gelegt, damit wir am Samstag Dy in Bielefeld unterstützten konnten. Doch davor stand der Oberliga Klassiker 1. FC Monheim gegen den 1. FC Kleve auf dem Programm. Schöner Kontrast zum Balkan.
(Der Kulturbeauftragte)




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