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01.06.2019, 12:00 Uhr
ASV Wartburgia II – VV Berkum
Amsterdam, Sportpark Drieburg Platz 2 ASV Wartburgia
Women's Play-offs 3/4 – 56 Zs. – 4:3 n.V.

Am Sonntag vor diesem Spiel kam der Kulturbeauftragte mit dem Vorschlag um die Ecke, doch an diesem Tag das Relegationsspiel von Quick Boys anzuschauen. Zu diesen gab es auch bei ultras-tifo.ent einen Eintrag, welchen er auch per Mail mit rum schickte. Machte natürlich Lust auf mehr, aber wieso wegen einem Spiel an die Nordseeküste in den Niederlanden rammeln, wenn auch drei Spiele auf Hartplatz im Ruhrpott geschaut werden können? Nichtsdestotrotz schaute ich mal bei soccerway vorbei und sah eben so einen möglichen Dreier auf dem Tableaut stehen. 12 Uhr Relegation Frauen, danach Quick Boys und dann wieder zurück nach Amsterdam, wo 18 Uhr auch noch ein Relegationsspiel stattfinden sollte. Zeitlich alles machbar, deswegen die frohe Kunde verbreitet. Doch den Tag darauf war das 18-Uhr-Spiel urplötzlich auf 17 Uhr vorverlegt, was mich dazu nötigte, dort per Mail anzufragen, ob die das nicht einfach wieder nach hinten legen können. In meiner Traumwelt funktioniert sowas natürlich, aber der Verein konnte sich nicht für mich erwärmen und schrieb mir eine Absage. Als ob es so schwer wäre, einfach mal bissl beim Warmmachen, beim Toraufbau usw. ein wenig die Zeit aus den Blick zu verlieren und die Schiedsrichter zu einem Begrüßungstee einzuladen. Vollkommen unflexibel war das. Ebenso wie der Kulturbeauftragte, welcher sich diesen Leckerbissen entgehen ließ und lieber vor uns in Katwijk sein wollte.

Wie ihr aber oben sehen konntet, wurde der Hartplatzdreier im Pott dann zu den Akten gelegt und eben gen Amsterdam und Katwijk gesteuert. Wenn wir halt schon mal da sind, so in der Nähe.

So hieß es am Morgen dann erst mal vom Kostverächter: „Wo spielen die Frauen dann?” „Na Sportpark Drieburg.” „Und auf welchen der...warte...ich zähle mal...1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13 Plätze?” „Öhm...joar...haben wir halt die volle Auswahl. Auf irgend einem werden die schon gegen den Ball treten.”

Angekommen in Amsterdam, besser einen kleinen Außenbezirk, trieb es mir erst mal Tränen in die Augen, als ich die breiten und gut ausgebauten Fahrradweg sah. Sowas bin ich aus Dresden nich gewohnt. Da steht gerne mal ein Pfosten oder ein Pfahl von einen Schild mittenmang auf selbigen. Oder die Radwege sind einfach nur eng, Mordstreifen statt Schutzstreifen und vor allem: zugeparkt. Ach wäre Dresden doch ein wenig mehr Amsterdam (ohne Gras). Einschub: Die fahren in Holland nur so viel Fahrrad, weil die keine Berge haben mimimimimimi….” „Bei den Bergen in Norddeutschland, welche die Alpen und Himalaya überragen, ist es aber auch kein Wunder, dass die dort kein Rad fahren.”

Als wir den Sportplatz erreichten, begaben sich die Gästespielerinnen gerade auf den ausgeschilderten Sportplatz vom ASV Wartburgia. Da wir noch reichlich Zeit hatten, liefen wir zu dem Kanal am Sportpark Drieburg und bestaunten das fröhliche Leben. Mit einem eigenen Boot durch die Kamäle fahren macht sicherlich Spaß. Wir sollten es aber nicht wie eine Ruderin machen, welche den Kanal entlang fuhr. Denn auf einmal ging es „Tock” und danach „Huch!” und sie war rückwärts gegen ein anderes Boot gefahren. Der Trainer auf dem Rad vor uns schüttelte nur mit dem Kopf. Als wir die übrigen Sportplätze unter die Lupe nahmen (jeder Verein hier hat einen UMT und Rasen sowie ein eigenes Vereinsheim), sahen wir einige Spiele, doch da wir nicht so tief in die Ligapyramide des niederländischen Fußballs eindrangen, blieb uns dann doch ein mögliches drittes Spiel verwährt. Und wenn ihr jetzt denkt, dass 13 Sportplätze auf einem Haufen schon viel sind. Etwas nordöstlich liegt der Sportpark Middenmeer(?) mit 26 Plätzen.

Komme ich zum Spiel der Frauen. Denn dieses begann aus meiner Sicht mit einem Eklat. Punkt 12 Uhr sollte Anstoß sein. Zu erst liefen beide Teams und das Schierigespann zu spät auf, dann gab es eine utopisch lange Begrüßungszeremonie und anschließend kontrollierte der Schiedsrichter scheinbar noch jeden einzelnen Spielerpass. Summa summarum ging das Spiel dann ca. 20 Minuten später los als von uns erwartet. Leider hatten wir nach diesem Spiel nur 45 Minuten Zeit um nach Katwijk zu kommen, so dass schon sehr früh die Entscheidung fiel: „13:45 ist für uns hier Schluss.” So verpassten wir zwar eine spannende Schlussphase, welche das zweite Frauenteam des offiziell am 23. Juni 1924 gegründeten ASV Wartburgia für sich entschied. Damals wurde der Verein als LFC Wartburgia gegründet, welcher wiederum ein Nachfolger des 1922 gegründeten Lutherse Football Club ist. Und einen Gedanken, welchen ich die ganze Zeit schon in mir trug, bestätigte mir beim Schreiben dieses Textes die niederländische Wikipedia. Denn der Name Wartburgia bezieht sich wirklich auf die Wartburg bei Eisenach, wo Martin Luther von 1521 bis 1522 das Neue Testament verteilte.

Punkt 13 Uhr 45 fiel für uns hier der Hammer und es ging schnurstracks nach Katwijk, wo der Kulturbeauftragte sich schon durch die Dünen trieb. (goju)






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