Kopane.de 2025 02.10.2025 Công An Hà Nội FC – Tai Po FC
02.10.2025, 19:15 Uhr
Công An Hà Nội FC – Tai Po FC
Hà Nội, Hang Day Stadium
AFC Championsleague Two () – 5179 – 3:0

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Zum Ende unserer Asienreise sollte es nochmals zurück nach Tokyo gehen, zwei Tage hatten wir also wiederum Zeit, um ein bisschen japanische Luft zu schnuppern. Dafür genehmigten wir uns erneut den Luxus einen Mietwagen zu buchen. Der Optiker durfte wieder ans Steuer, da er der einzige von uns war, der seinen Führerschein hat übersetzen lassen. Es reicht in Japan nämlich nicht aus, wenn man "nur" einen internationalen Führerschein hat, sondern man muss tatsächlich zum ADAC oder ähnlichen Stellen in Deutschland marschieren und sich für schlappe 65€ ein bisschen japanischen Papierkram aushändigen lassen. Nun gut, wie wir schon erwähnt haben, man wird als Tourist wirklich abgemolken, weshalb wir unsere Reisegruppe inzwischen liebevoll "Die Milkys" tauften.

 

Am Flughafen Tokio-Narita kam dann zuerst die Herausforderung auf uns zu, die Mietwagenfirma zu kontaktieren. Kein Schalter im Terminal, wir haben einen ominösen Anbieter irgendwo im Nirvana gebucht. Nach ewigem Hin und Her kam dann endlich ein junges Fräulein ans Terminal, um uns zu unserer Karre zu transportieren. Der eigentliche Plan war, auf direktem Wege in den Nikko Nationalpark zu fahren und dort auch noch etwas zu unternehmen. Wir haben allerdings so viel Zeit vergeudet, dass wir heute als Kulturprogramm nur noch die Tempelanlage in Narita einbauten. Man hat sich eigentlich schon an Palästen, Schlössern und Tempeln im Urlaub satt gesehen, dennoch wurden wir positiv überrascht. Es erwarteten uns eine Hand voll verschiedener Tempel mit unterschiedlichen Bauweisen in einem schönen und ruhigen Park, der zum verweilen einladen würde. Dennoch hatten wir noch knappe drei Stunden Fahrt bis nach Nikko vor uns, weshalb wir natürlich nicht allzu viel herumtrödelten. Die Rückbank war zwischenzeitlich schon am Schlummern und somit war die letzte Unternehmung für heute nur noch ein Besuch in einem traditionell japanischen Izakaya-Restaurant. Hier gibt es keine richtigen Hauptgerichte, man findet eher vergleichbare Teller wie in spanischen Tapas-Schuppen vor. So wie man es aus manchen Filmen kennt sitzen die Einheimischen hier zudem auf dem Boden anstatt auf Stühlen, im Schneidersitz werden also die kleinen Portionen aus der landestypischen Küche zu sich genommen. Das Erlebnis sollte man mal mitnehmen, für meine alten Knochen ist das allerdings nichts.

 

Der letzte volle Tag war eigentlich für die schönen Berglandschaften im Nationalpark geplant - Um es vorwegzunehmen, es regnete in einer Tour und die Sightseeing-Tour fiel buchstäblich ins Wasser. Die im Wald gelegene "Nikko-Toshogu" Tempelanlage konnte man noch halbwegs gut besichtigen, bei den bekannten Kegon Wasserfällen hatten wir hingehen schon das Pech, dass man vor lauter Wolken und Nebel nichts sieht. Unsere weiteren Pläne für den heutigen Tag in dieser Region, wie beispielsweise eine kurze Wanderung durch einen Canyon oder eine Seilbahnfahrt mit Blick auf den Chuzenji See, mussten wir daher absagen. Ärgerlich, zumal wir uns extra den Mietwagen genommen haben, um hier her zu kommen. Aber gut, was will man machen... Somit musste sich die Fahrt zurück nach Tokio logischerweise schön getrunken werden, wir hatten außerdem nochmal Lust ins belebte Viertel Kabuchiko zu fahren und den Abend hier ausklingen zu lassen, was mit einem erneuten Besuch im Sushi-Laden unseres Vertrauens und einer kleinen Kneipentour endete. Der Optiker und der stille Teilhaber waren auch vernünftig genug und schafften den Absprung in Richtung Hotel, die jüngere Generation wollte es nochmal wissen und zog munter weiter durch die Straßen Tokios. Je später es wurde, desto häufiger wollten uns japanische Helmuts in schmuddelige Bars und Massagesalons führen, wir lehnten allerdings dankend ab und versackten stattdessen in einer Darts-Kneipe, die wir durch Zufall entdeckten. Größtenteils trafen sich hier Leute in Hemd und Anzug, nicht aber weil es die landestypische Kleiderordnung widerspiegelt, sondern weil die Leute direkt aus der Arbeit kommen. In Japan ist es nämlich üblich, dass der Chef seine Mitarbeiter nach Feierabend noch zum gemeinsamen Umtrunk führt - eine tolle Teambuilding-Maßnahme, und das zum Mittwoch. Wir genossen jedenfalls das rege Treiben und die günstigen Preise, doch auch wir wollten irgendwann heim. Angekommen an der Metrostation mussten wir allerdings feststellen, dass diese nachts gar nicht in Betrieb ist. Das ist doch wohl ein schlechter Scherz, von Mitternacht bis ca. 5 Uhr morgens fahren in der größten Metropole der Welt keine Metros. Wir konnten es gar nicht so richtig glauben, mussten aber in den sauren Apfel beißen und uns mit einem teuren Taxi nach Hause bringen lassen.

 

Nun hieß es endgültig Abschied nehmen von Japan, es sollte für uns zurück in die Heimat gehen. Wir hatten auf unserem Weg dorthin allerdings erneut einen längeren Aufenthalt in Vietnam. Dieses Mal waren wir in der Hauptstadt Hanoi, die uns sogar noch die Möglichkeit bot, einen Spielbesuch mit einzubauen. Die Einreise kostete uns wie schon in Ho Chi Minh mehr als eine Stunde Zeit, was uns natürlich bei der begrenzten Aufenthaltsdauer von gerade mal 10 Stunden ordentlich gestunken hat. Am Flughafen wurde sich direkt ein Grab bestellt, selbstverständlich mussten wir auf dem Weg zum Abholpunkt aber auch wieder einige penetrante Taxifahrer abwimmeln, die uns überzeugen wollten, in ihr schmieriges Gefährt für einen überteuerten Preis einzusteigen. Die Luftfeuchtigkeit ließ uns wieder triefen, da ist der Unterschied zu den im Norden gelegenen Ländern Asiens schon deutlich spürbar. Auch sonst merkte man natürlich einen großen Unterschied zu Japan und co., die Straßen waren beispielsweise wieder voll mit Rollerfahrern, die sämtliche Verkehrsregeln missachten. Ein großes Gewusel, egal wo man hinschaut, irgendwie aber auch interessant anzusehen. Auf unserem Weg in Richtung Zentrum überquerten wir noch den Ho Tay ("Westsee"), der mit 5 Quadratkilometern als einer der größten innerstädtischen Seen der Welt gilt. Jede Menge Hotels, Cafés und Uferpromenaden findet man hier vor, ganz in der Nähe befindet sich zudem die Altstadt von Hanoi, die unser Ziel sein sollte. Dort wollten wir uns eine Anlage anschauen, die gleich mehrer große Bauwerke beherbergt: Den Präsidentenpalast, ein Mausoleum und ein Museum, das das Leben des ehemaligen Präsidenten Ho Chi Minh thematisiert. Blöd nur, dass Mutz Junior und ich Shorts getragen haben, die nicht bis über die Knie reichen, sodass uns beiden der Eintritt verwehrt wurde. Also teilte sich unsere Gruppe und wir machten uns schonmal auf dem Weg, um ein gutes Restaurant zu finden, was in einer Odyssee durch die Straßen der Stadt ausuferte. Man wollte am letzten Tag nichts mehr im Bereich Magen-Darm-Beschwerden riskieren, weshalb wir uns einen ordentlichen Schuppen mit leichter, gedämpfter Kost neben den zahlreichen eher unhygienischen Straßenküchen rauspickten. Ich nutze zudem nochmal die Chance, einen Friseurbesuch einzubauen, der mich saftige drei Euro kostete. Kann man sich gerade noch leisten.

 

Nun ging es auch schon an das "San Van Dong Hang Day Stadion", Gesundheit, welches ebenfalls im Herzen der Stadt vorzufinden ist. Uns sollte ein Kick in der asiatischen Championsleague erwarten, der Cong an Hanoi, zu deutsch "Polizei Hanoi", empfing den taiwanesischen Tai Po FC. Der Andrang hielt sich in Grenzen, aber dennoch wurde uns von den Sicherheitsbeamten erzählt, dass es keine Karten an einer Tageskasse oder ähnlichen Stellen am Stadion zu erwerben gibt. Das sollte allerdings kein Problem sein, der ein oder andere Einheimische kam auf uns zu und bot uns Karten an, bei einem älteren Herrn wurden wir schnell fündig und konnten die vier benötigten Tickets für umgerechnet 6,60€ erwerben. Also insgesamt, versteht sich. Wir waren aus den vorherigen Ländern moderne, große Stadien gewohnt, im Vergleich dazu war das heute eine wahrliche Gammelbude. Sehr marode Tribünen, Risse in den Wänden, eben alles was das Herz deutscher Fußballtouristen begehrt. Abgerundet hätte das Erlebnis noch ein Kiosk oder zumindest irgendein Ort, an dem man sich Verpflegung holen könnte. Ich ging sogar zu einem der zahlreichen Polizisten im Stadion, um danach zu fragen, doch niemand verstand Englisch und konnte mir weiterhelfen. Also mussten wir durstig im Stadion verweilen, erst im Nachgang erfuhren wir, dass es außerhalb vom Stadion Anwohner gegeben hätte, die aus ihrer Garage raus verkaufen. Wir merkten außerdem, dass die Polizisten es sehr genau mit allem nahmen. Man durfte sich auf keinen Fall am Geländer anlehnen und sogar bei den drei Torjubeln, die wir im Laufe des Spiels erleben durften, schritten die Beamten ein und forderten die Leute auf, sitzen zu bleiben. Das hatten wir so auch noch nicht erlebt, lasst die Leute doch ihre Freude zum Ausdruck bringen. Auf der anderen Seite schienen nicht so viele Polizisten stationiert gewesen zu sein, die Fans beider Lager durften ihr Team im Stehen unterstützen. Eine mittlere zweistellige Zahl an Gästen reiste aus Taiwan nach Hanoi, im Heimbereich gab es sogar zudem eine Art Blaskapelle, die begleitend zum sporadischen Support etwas von sich hören ließ. Dennoch war auch das nicht mit der überragenden japanischen Fankultur zu vergleichen, die wir noch in der Woche zuvor erlebt hatten. Vietnam scheint einfach keine Fußballnation zu sein, zumindest nicht auf Vereinsebene. Dennoch waren wir natürlich froh, auch hier ein Spiel besucht zu haben und fuhren nach dem Heimsieg auf unmittelbarem Weg zum Flughafen, um unsere Maschine nach Frankfurt zu erwischen.

 

Ein runder Abschluss einer wirklich spannenden Asienreise! Hier und da hätte man sicherlich auch mehr Zeit verbringen können, es war ein ziemlich knackiges Programm mit einigen Flügen und viel Zeit in unseren Mietwägen, dennoch haben wir tolle Städte erkunden können, Sehenswürdigkeiten besucht und auch das ein oder andere Fußballspiel eingebaut. Jedes der vier Länder hat seine eigene, interessante Kultur, die Kulinarik hat uns bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls überzeugt und wir haben einen sehr positiven Eindruck von den Bewohnern der Länder bekommen - Bis auf die Chinesischen, ohne sie dabei aber komplett über einen Kamm scheren zu wollen. Der Alltag holte uns wieder ein und wir wurden am Flughafen von Serge empfangen, der uns ein Binding in die Hand drückte und uns bereits zum nächsten Kick nach Berlin kutschierte.

(Der Jungspund)


Tempelanlage in Narita

Nikko Nationalpark

Hanoi



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