Kopane.de 2025 04.07.2025 FK Zalgiris Vilnius – FK Banga Gargzdai
04.07.2025, 19:00Uhr
FK Zalgiris Vilnius – FK Banga Gargzdai
Vilnius, LFF stadionas
1. Liga (A Lyga ) – 700 Zs. – 1:0

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Anzahl Spiele 1. Männerteam FK Banga Gargzdai 2
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Der Jungspund war mal wieder auf der Jagd nach neuen Länderpunkten und wollte euch hierzu ein paar Eindrücke aus dem Baltikum liefern! Es ist Sommerpause, in allen drei Ländern sind Spiele angesetzt, also optimale Voraussetzungen, ein verlängertes Wochenende als Fußballreise zu gestalten. Nachdem ich zuerst niemanden dafür begeistern konnte mitzukommen, ließ sich der stille Teilhaber überzeugen – und das, obwohl er bereits in allen drei Ländern des Baltikums war. Meine heimliche Vermutung ist: Er wollte nur die Länderpunkt-Runden abstauben. Aber auch unabhängig davon war die Lust auf den Trip natürlich bei uns beiden groß, und es ging Donnerstag Mittag von Nürnberg aus los.
Am kleinen, überschaubaren Flughafen von Vilnius angekommen, machten wir uns auf direktem Weg zur Mietwagenfirma, um unsere Karre für die nächsten Tage abzuholen. Die Versicherung für den Grenzübertritt in die Länder Estland und Lettland kostete jeweils 45€. Wir fragten aus Interesse auch nach, ob ein Grenzübertritt nach Belarus möglich wäre, da wir spontan gesehen hatten, dass auch hier ein Spielbesuch möglich wäre. Die Versicherung wäre nicht möglich gewesen, die Mitarbeiter bestätigten uns allerdings auch die Berichte aus dem Internet, dass der Grenzübertritt nach Belarus zwischen drei und zehn Stunden dauern kann. Was kontrollieren die denn bitteschön, dass das so viel Zeit in Anspruch nehmen kann? Ist ja irre – also fiel der Plan schon mal ins Wasser.
So ging es auf in die Stadt, wo wir uns erst mal mit allerlei Getränken eindeckten und einen kurzen Stopp an der Peter-und-Paul-Kirche einlegten. Erbaut im 17. Jahrhundert, konnte diese mit wirklich imposanten Ornamenten überzeugen. Unsere nächste Aufgabe war der Check-in bei unserer Unterkunft. Das Auto ließ ich dazu in Bahnhofsnähe in einer Seitenstraße stehen, um die Parkkosten zu umgehen. Jetzt konnte ich endlich auch mein wohlverdientes erstes Bierchen genießen, und wir zogen am frühen Abend los in die Stadt.
Bei einer kleinen Sightseeing-Tour vorbei an allerlei Kirchen und kleinen Sehenswürdigkeiten kamen wir bis zum Gediminas-Turm, von welchem aus man einen klasse Blick auf die Stadt hat. Etwas hilflos standen wir dort unten und ich musste eine junge Dame nach dem Weg zum Turm hinauf fragen. Sie war so frei und begleitete uns ein Stück und konnte uns ein paar Sachen über die Stadt erzählen. Sie selbst stammt allerdings aus Belarus und wohnt erst seit drei Wochen hier, aber sie hat sich Mühe gegeben, uns so viel wie möglich zu erzählen und zu beantworten. Sie hat uns auch nach dem Turm noch weiter durch die Stadt begleitet, und so durften wir eine kleine private Stadtführung genießen. Als kleines Dankeschön luden wir die Dame wie wahre Gentlemen auf ein Abendessen ein. Auf ihren Rat probierte ich unter anderem eine landestypische „Pink-Soup“, die aus Roter Bete zubereitet wird. Wer ein gewisses Händchen dafür hat, Dinge zu kombinieren, kann sich so auch den Namen für diese Suppe erklären. Auch sonst speisten wir ziemlich gut in dem Schuppen.
Nach dem Essen gingen wir noch zu einem „Portal“, das Live-Bilder von den Straßen anderer Hauptstädten zeigte. Der stille Teilhaber konnte sogar jemanden aus Dublin dazu animieren, bei seinem Macarena-Tanz mit einzusteigen – coole Sache auf jeden Fall. Hier trennten wir uns dann von unserer Begleitung, und wir beide waren noch ordentlich durstig. So fanden wir noch eine urige kleine Kneipe, wo sich der ein oder andere frisch gezapfte Cider einverleibt wurde. Um 1 war Feierabend, und wir fielen nach einem langen Tag in unser Bett.
Für den zweiten Tag hatten wir uns einen kleinen Ausflug außerhalb von Vilnius vorgenommen. Folglich stapften wir zu unserem Mietwagen, mussten dort allerdings feststellen, dass das Auto verschwunden war. Das ist doch wohl ein schlechter Scherz, was ist mit unserer Karre passiert? Noch mal alles geprüft, kein Halteverbotsschild oder Ähnliches zu sehen, andere Autos haben schließlich auch in der Straße geparkt. Natürlich kam uns deshalb als Erstes Diebstahl in den Sinn – das vermutete anschließend auch ein Mitarbeiter der Mietwagenfirma am Telefon. „Da ihr einen Neuwagen habt, wurde er vermutlich gestohlen“ – sehr beruhigende Worte!
Nach kurzer Zeit kam dann der erlösende Rückruf, und der Herr bekam von der Polizei die Info, dass der Wagen abgeschleppt wurde. Warum, konnte er nicht erfahren. Unsere Vermutung war, dass ich zu nah am Zebrastreifen geparkt habe – anders konnten wir uns das nicht erklären. Also mussten wir mit einem Uber zu einem bewachten Parkplatz etwas außerhalb fahren und unseren Wagen dort abholen. 135€ kostet der Spaß in Litauen – von diesem Programmpunkt kann ich also wärmstens abraten.
Nun gut, also konnte der Ausflug fortgesetzt werden, und auf dem Beifahrersitz wurde sich auf den Schock die erste Hülse aufgekracht. Wir steuerten die Wasserburg von Trakai an, etwa eine halbe Stunde westlich von Vilnius gelegen. Von außen sah diese auch ziemlich schön aus, besonders durch die Lage auf der Insel. Wer die Burg von innen besichtigen möchte, darf hier mal eben 12€ blechen. Naja, darauf verzichteten wir, und ich konnte dafür noch im See rund um die Burg eine Runde baden gehen.
Der zweite Stopp war in der Stadt Kaunas, wo wir uns wieder Kirchen, das Stadtzentrum und auch die Burg von Kaunas anschauten. Letztere konnte durch die schöne Lage zwischen den beiden großen Flüssen „Memel“ und „Neris“ in der Stadt und einem Monument nebenan durchaus überzeugen. Generell eine nette kleine Altstadt mit allerlei Cafés und Restaurants, immerhin ist Kaunas auch die zweitgrößte Stadt des Landes.
Bevor es für uns zum ersten Spiel der Tour gehen sollte, füllten wir uns noch bei einem georgischen Restaurant am Rathausplatz die Bäuche und traten von dort aus den Rückweg in Richtung Hauptstadt an. Dort sollte heute Abend Zalgiris Vilnius auf den FK Banga Gargždai treffen. Aus dem internationalen Geschäft kennt man den Gastgeber bereits, seit 2012 spielen sie jedes Jahr in einem europäischen Wettbewerb mit. Auch dass sie eine kleine Ultraszene haben, war uns im Vorhinein klar. Am Eingang wurden wir auch relativ schnell von einer kleinen Gruppe der besagten Szene gefragt, wo wir herkommen. Aber für Kartoffeln interessieren sie sich wohl nicht weiter und zogen direkt wieder ab.
Bierchen geholt und ab auf die Tribüne, es waren noch ziemlich viele Plätze frei und wir setzten uns einfach irgendwo hin. Zwei Herrschaften bestanden allerdings auf ihre Plätze, und wir mussten ausweichen. Das gleiche Spiel fünf Minuten später auf unserem Ausweichplatz – völlig sinnlos. Wie man nur so sein kann, wenn um die Plätze herum noch massig viel frei ist, ist uns wirklich ein Rätsel. Also wechselten wir erneut die Plätze, damit alle zufrieden sind, und setzten uns noch weiter in Richtung des Blocks, wo die „Pietu IV Ultras Vilnius“ supporteten. Auf der Gegengerade fand sich ebenfalls noch mal eine knapp 20-köpfige Gruppe, die alle Gesänge mitmachte – warum sie sich nicht zum Rest in den Block stellen, wissen wir allerdings nicht. Wenigstens gab es dafür neben dem zahlreichen Liedgut auch mal Wechselgesänge zu hören. Generell erreichte Zalgiris für ihre kleine Anzahl an Leuten eine ordentliche Lautstärke.
Von ihrem Team wurden sie mit einem 1:0 belohnt, was am Ende auch der Endstand von dem sonst eher mittelmäßigen Kick war. Besonders hervorzuheben ist noch eine baltische Snack-Spezialität, die es hier gab: geröstetes Schwarzbrot, in kleine Streifen geschnitten und mit ordentlich Knoblauch beschmiert – geiles Zeug, zum Glück hatte ich heute nichts mehr vor. Davon schwärmte auch der stille Teilhaber, der das damals mit dem Kulturbeauftragten und dem Südbrandenburger auf seiner Tour auch schon probiert hatte.
Ein gutes erstes Spielchen fand sein Ende, und wir setzten uns ins Auto, um noch ein bisschen Strecke zu machen. Genauer gesagt ging es heute noch direkt bis an die Grenze zu Lettland, wo wir in einem Motel an der „Autobahn“, die mehr einer Landstraße gleicht, nächtigten. Zwei Stunden nur geradeaus und stets dieselbe Landschaft bestehend aus Wald und Wiese zu sehen – so vielseitig ist das Baltikum dahingehend leider nicht.
Nach vergeblicher Suche nach einer Rezeption am Motel fragten wir schließlich die Verkäuferin an der angrenzenden Tankstelle, und tatsächlich bekamen wir von ihr die Zimmerschlüssel übergeben. Hatten wir so auch noch nie, dass wir die Schlüssel an der Kasse einer Tanke überreicht bekommen. Jetzt ging es endlich ab ins Nest, denn morgen stand erneut einiges auf dem Plan. (Der Jungspund)


Kirche der Heiligen Apostel Peter und Paul

Vilnius

Portal zu anderen Städten

Wasserburg Trakai

Kaunas



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