Kopane.de 2025 05.08.2025 SG Heidelberg-Kirchheim 1945 e.V. – SV Sandhausen 1916 e.V.
05.08.2025, 18:00 Uhr
SG Heidelberg-Kirchheim 1945 e.V. – SV Sandhausen 1916 e.V.
Heidelberg, Sportzentrum Süd
Pokal (Verbandspokal Baden) – 1240 Zs. – 1:4

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Anzahl Spiele SG Heidelberg-Kirchheim 1945 e.V. 3
Anzahl Spiele 1. Männerteam SG Heidelberg-Kirchheim 1945 e.V. 3
Anzahl Spiele SV Sandhausen 1916 e.V. 13
Anzahl Spiele 1. Männerteam SV Sandhausen 1916 e.V. 13
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Die Mademoiselle und der Kulturbeauftragte tingelten mal zum Badenpokal rüber in den Heidelberger Stadtteil Kirchheim. Der Nachbar aus Sandhausen hatte sich angekündigt und kam auch mit guten 600 Fans daher. Die Szene 1916 hatte eine Rekordpokalsieger-Zaunfahne dabei, auf welcher noch das alte Wappen des Sportvereins flankierte. Der SVS konnte den badischen Pokal bereits 14-mal in den Hardtwald holen. Die Rekordpokalsieger-Zaunfahne wird von der Szene 1916 bei jedem Landespokalspiel benutzt. Drei Schwenkfahnen waren ebenfalls am Start und ständig in der Luft, wobei eine höher als breiter war und den Ossi ein Grinsen abverlangte. Schwenker müssen groß sein. Der Fanclub Bravehardt zeigte mit einer Zaun- bzw. einer kleinen Schwenkfahne Präsenz und stand auch unter der überdachten Tribüne. Weiter hing die Hardtwald-Supporters-Fahne, jedoch etwas abseits. Ich fand, wie die Sandhäuser Szene dieses Spiel angegangen ist, als passend. Wenn gesungen wurde dann richtig und zusammen. Längere Pausen sind bei solch einem Kick völlig legitim. Es wirkte damit nicht aufgesetzt. Zwei Lieder gefielen mir richtig gut, eines davon war ein neues im Repertoire, es wurde locker drei, vier Durchgänge leise, zum Üben, gesungen. Ich hoffe, ich habe den Text richtig verstanden:


Hört ihr wie es aus der Kurve hallt,
Die Stimme entschlossen und bereit
Seht im Block die Fahnen wehn
Sandhausen wir wollen dich siegen sehn.


Das hatte richtiges Potenzial und man sah den Jungs und Mädels den Spaß an der Sache an. Ich hatte es schon mal in meinen Bericht von Sandhausen gegen Arminia Bielefeld im Februar 2025 geschrieben, es hat sich im Hardtwald fantechnisch einiges entwickelt. Der Block wirkt strukturiert und progressiv. Die Choreos werden immer besser, auch ihr Fanzines -Hopfeblatt- hat einen großen qualitativen Sprung gemacht. Das Liedgut ist individueller geworden und es gibt eigene Kreationen. Exemplarisch wäre hier:


Wir zieh‘n mit dir durch’s Lande, egal wie weit der Weg, denn es ist die Kurve, die immer zu dir steht - ob Freude oder Leiden, lassen dich nie im Stich und so steh‘n wir jede Woche hier und sing‘ für dich


zu nennen.
Bei bestem Wetter genossen wir das Spiel.
Ein paar Zuschauer hinter uns, ließen mich, aber mit ihren Aussagen ab und zu schmunzeln bzw. doch den Kopf schütteln. Lächeln musste ich, als eine ältere Dame, nach fünf Spielminuten, in feinsten kurpfälzisch meinte, die Sandhäuser singen ja die ganze Zeit nur ein Lied. Die haben wohl nicht mehr. Na vielleicht kommt in der 2. Hälfe noch ein Anderes. Putzig. Eine jüngere Frau aus dieser Gruppe zupfte dann aber an dem Nervenkostüm eures Kulturbeauftragten, als ob Tim Bendzko einen neuen Hit komponiert hätte.
-Ist das hier eigentlich die zweite Mannschaft von Sandhausen?
-Warum stehen wir so weit vom Spielfeld weg? Lasst uns doch näher ran gehen.
Nachdem niemand ihren genialen Einfall kommentiert hatte, ging sie zwei Stufen nach unten. Da bemerkte sie dann anscheinend, dass ihr Blick nun von den Zuschauern, welche am Geländer standen, versperrt war. Nach zwei Minuten ging sie kleinlaut zurück auf die höhere Position. Also Raketenwissenschaftlerin wird sie wohl nicht mehr werden.
In der zweiten Hälfte standen wir weiter weg am Geländer. Irgendwie wusste ich gar nicht, dass Pascal Testroet hier spielt. Er wechselte zurück in den Hardtwald, nachdem er 2021-22 schon einmal hier gekickt hatte. Als Führungsspieler ist er gleich der Kapitän des Teams und schoss das 1:3. Ansonsten blieb er für dieses Spielniveau blass. Dass mit Olaf Janßen noch jemand mit Dynamovergangenheit hier ist, ist ebenfalls an mir vorbeigegangen. Ich muss auch sagen, dass im Großen und Ganzen Spieler oder Trainer für mich temporäre Angestellte darstellen. Olaf Janßen ist ebenfalls vor dieser Saison zum SVS gewechselt. In Elbflorenz war er von 2013 bis 2014. Nachhaltig ist er mir eigentlich nur bei der damaligen Mitgliederversammlung in Erinnerung geblieben. Dort hatte er zu Beginn einen Monolog gehalten, der gefühlt die Dauer einer Halbzeit hatte. Der stille Teilhaber und ich lachen heute noch über diese mit Pathos geschwängerte Rede. Auch heute gab er sich sehr Fan nah. Vor dem Anstoß lief er zum Stimmungszentrum der Sandhausen-Fans und applaudierte so lange, bis er wahrgenommen wurde. Seine längste Trainerstation war eigentlich mit vier Jahren Viktoria Köln. Letzte Saison stieg Sandhausen nach einer katastrophalen Saison sang- und klanglos aus der 3. Liga ab. Am 14. Spieltag war man sogar noch Tabellenführer. In der aktuellen Spielzeit verlor man am 1. Spieltag zu Hause gegen den FSV Frankfurt mit 1:2 und wenn man heute gegen den Klassentieferen aus dem Landespokal fliegen würde, wäre natürlich das Chaos perfekt. Doch nach dem Führungstreffer der Kirchheimer konnte der Viertligist in der 2. Hälfte das Spiel klar für sich entscheiden. Bei dem Torjubeln merkte man auch, wie wichtig dies war.
(Der Kulturbeauftragte)




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