FC Flora Tallinn – FC Nõmme Kalju
Tallinn, Lilleküla staadion
1. Liga (Meistriliiga) – 740 Zs. – 1:0
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| Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften bei Kopane.de | 1 |
| Anzahl Spiele FC Flora Tallinn | 2 |
| Anzahl Spiele 1. Männerteam FC Flora Tallinn | 2 |
| Anzahl Spiele FC Nõmme Kalju | 2 |
| Anzahl Spiele 1. Männerteam FC Nõmme Kalju | 1 |
| Einträge zum Lilleküla staadion in Tallinn bei Kopane.de: 2 | |
| Kapazität: 14.405 | Auslastung bei diesem Spiel: 5% |
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Heute klingelte schon früh für uns der Wecker, denn wir hatten einen langen Tag in Estland vor uns. Nach einem kleinen Frühstück aus der Backwarenabteilung von Lidl, der hier auch am Sonntag geöffnet hat, ging es für uns in Richtung Tallinn. Da wir auch etwas anderes als "nur" die Stadt sehen wollten, suchten wir noch eine Art Lost Place auf der Strecke raus. So steuerten wir ein verlassenes Kieswerk im Örtchen Rummu an, die Idee hatten allerdings auch einige andere deutsche Touristen. Am Parkplatz war eine regelrechte Kolonne an Campern mit deutschen Kennzeichen vorzufinden, die meisten besichtigen allerdings das verlassene Gefängnis nebenan und so war an dem Kieswerk selbst kaum was los. Wir knipsten ein paar Fotos und ich konnte auch hier einen erfrischenden Badegang einlegen. Der Ort ist einen Besuch wert, auch wenn 7€ Eintrittspreis ziemlich happig für eine Ruine im Wasser ist. Naja was soll's, dafür geht man schließlich arbeiten.
Gegen Mittag erreichten wir die Hauptstadt Tallinn, wo wir, genau wie in den anderen Städten bisher, unser Auto etwas außerhalb vom Zentrum abstellten und eine kleine Sightseeing-Tour zu Fuß starteten. Die Stadt ist sozusagen in zwei Etagen eingeteilt, Oberstadt (Toompea) und Unterstadt. Im oberen Teil kann man durch enge Gassen an Gebäuden im mittelalterlichen Baustil vorbei schlendern und man findet dabei tolle Aussichtspunkte mit Blick über die restliche Altstadt. Die russisch-orthodoxe Alexander Newski Kathedrale befindet sich hier ebenfalls - Ein schöner Ort, jedoch sehr überlaufen. Im unteren Teil der Stadt befindet sich noch der belebte Rathausplatz mit allerlei Cafés, die trotz des eher mittelmäßigen Wetters auch in den Außenbereichen gut besucht waren. Eine Stadtmauer umgibt den Kern und man könnte hier theoretisch einen kleinen Rundgang machen. Den Luxus gönnten wir uns allerdings nicht, zumal der Regen eher dazu einlud, ein Pub in Stadionnähe unseres ersten Spiels zu besuchen. Gesagt getan, der stille Teilhaber suchte uns dazu einen sehr urigen Schuppen raus, wo wir uns mit einer landestypischen Suppe etwas aufwärmen konnten. Vana Villem Pub, so hieß die Örtlichkeit - Sollte jemand unter den zahlreichen Stammlesern gerade ebenfalls einen Aufenthalt in Tallinn planen, unbedingt notieren! Einen letzten kleinen Stop legten wir noch am Schloss Katharinental ein, zwar im Vergleich zu anderen Schlössern eher ein kleines Gebäude, dafür aber mit einer sehr schönen, gepflegten Gartenanlage nebenan. So, genug Kultur, der Durst nach Fußball musste schließlich auch noch gestillt werden und so erreichten wir unser erstes Spielchen - Der Erstligakick zwischen Tallinna Kalev und dem JK Tammeka Tartu. Ein nettes Stadion, der Regen ließ nach, es gab lecker Bierchen und ein paar andere deutsche Fußballtouristen fanden den Weg hierher. Der Andrang war aber sonst sehr überschaubar, schätzungsweise 100-200 Zuschauer gönnten sich den knappen 3:2 Sieg der Hausherren. Um die Zeit bis zum Abendspiel totzuschlagen war es in Ordnung, mehr aber auch nicht.
Weiter ging es also in Richtung Nationalstadion, die A Le Coq Arena - Der Name stammt im Übrigen von einer lokalen Brauerei. Dort angekommen speisten wir noch vorzüglich in einem georgischen Restaurant, die Küche hat es uns seit unserer Georgien-Tour vor 2 Jahren einfach angetan! Mit vollem Ranzen kamen wir am dann final Stadiongelände an und waren erstmal überrascht, wie wenig los war. Es war noch eine halbe Stunde vor Anpfiff und auf dem großen Parkplatz vor der Arena sahen wir gerade mal knapp 10 Autos stehen, na das kann ja heiter werden. Tatsächlich fanden sich aber bis zum Anpfiff noch einige Zuschauer auf der Haupttribüne und sowohl der Block der heimischen Supporter als auch der Gästeblock füllten sich. Die Stadien der beiden Teams liegen genau 7.9km auseinander, einen weiten Anreiseweg hatte die Auswärtsmannschaft von Nomme Kalju also nicht. Kurz nach Anpfiff legten ihre Anhängerschaft mit ein wenig Stimmung los und ich schlug vor, ob wir uns in die Richtung der Gäste setzen wollen. Zum Glück entschieden wir uns dagegen, denn in der 11. Minute packten die Fans von Flora Tallinn plötzlich diverse Pyro aus und nebelten das halbe Stadion ein! Geil, damit haben wir absolut nicht gerechnet. Wenn es hoch kommt, waren gerade mal 30 Leute hinter dem Tor gestanden und trällerten ein wenig vor sich hin, für diesen kleinen Haufen hatten sie durchaus eine ansehnliche Show geliefert! Nach den grünen und weißen Rauchtöpfen folgten in etwa 10 Bengalen und ließen die Hopperherzen höher schlagen. Auch bei einem Tor, was anschließend aberkannt wurde, und dem finalen Treffer zum 1:0 in der Nachspielzeit wurden nochmals begleitend zum sporadischen Support ein paar Fackeln angerissen. Das hat den Tag nochmal abgerundet, auch wenn das Spielniveau nur mittelmäßig war und das Geschehen auf dem Rasen eher als langweilig einzustufen war. Ein paar Hasstiraden mussten wir noch loswerden, weil so ein Bockwurst-Dulli hinter uns meinte auf seiner mitgebrachten Vuvuzela regelmäßig tröten zu müssen. Manche Menschen scheinen nicht zu verstehen, dass so etwas vielleicht ein oder zweimal noch witzig ist, aber danach einfach nur noch nervig! Sogar die Anhänger von Flora Tallinn pöbelten von ihrem Block aus gegen ihn, da dieses schreckliche Geräusch auch regelmäßig ihre Lieder übertönte. Naja, ich hoffe die Vuvuzela wird dem Herrn eines Tages abgenommen und landet in einer Recycling-Fabrik. Wir verließen pünktlich zum Abpfiff das Stadion und düsten noch gute zwei Stunden zurück zu unserem Motel in Pärnu. Erwähnenswert ist zudem, dass es selbst bei unserer Ankunft um 1 Uhr Nachts noch immer nicht ganz dunkel war, man merkt also durchaus, dass man sich ein ganzes Stück nördlicher befindet als bei uns in Deutschland. Jetzt aber Gute Nacht, der Fußballpöbel war nun wirklich müde und fiel ins Bett! (Der Jungspund)










