08.04.2026 Cusco Fútbol Club – Clube de Regatas do Flamengo

Cusco Fútbol Club Clube de Regatas do Flamengo

  • Copa Libertadores (Gruppe A)
  • 32.000
  • 0:2
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Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften bei Kopane.de 1
Anzahl Spiele Cusco Fútbol Club 2
Anzahl Spiele 1. Männerteam Cusco Fútbol Club 2
Anzahl Spiele Clube de Regatas do Flamengo 2
Anzahl Spiele 1. Männerteam Clube de Regatas do Flamengo 2
Einträge zum Estadio Inca Garcilaso de la Vega in Cusco bei Kopane.de: 1
Kapazität: 42.056 Auslastung bei diesem Spiel: 76 %
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Geschätzte Lesezeit ca. 19 Minuten

Wie lange mache ich diese Reisen eigentlich schon? Sind einige Jährchen. Aber noch nie hatte ich mein Ladekabel für die Akkus der Fotokamera vergessen. Nun war es so weit. Scheiße, das Teil brauchte ich natürlich. Also habe ich früh um 7 Uhr Google penetriert und auf Spanisch ein Elektrofachgeschäft gesucht. Geil, 10 Minuten ist eines entfernt und würde 9:00 Uhr öffnen. Aber wie das manchmal so ist die deutsche Pünktlichkeit ist kein Exportschlager. Zeitig los und für ein kleines Frühstück in ein Café gegenüber gesetzt. Tatsächlich öffnete der gute Mann die Rollläden pünktlichst. Mein Anliegen wurde mit dem Translator auf dem Handy vorgebracht. Kurzes Nicken und schon lag die gewünschte Ware auf dem Verkaufstresen. Auf Spanisch wurde mir der Preis offeriert. Natürlich hab ich kein Wort verstanden. Also dachte ich, 100 Sol sollten reichen. Taten sie auch, nur wechseln konnte mein Retter in der Not nicht. Umgerechnet war der blaue, peruanische Schein 25 € wert. Ok, ich wusste, diese großen Beträge sind nicht beliebt und oft kann der Verkäufer oder die Verkäuferin nicht rausgeben. Aber kurz vor der Klärung meines selbstverschuldeten Problems werde ich schon eine Lösung finden. Nachdem ich in mehreren Geschäften vorstellig wurde, mit dem Schein rumwedelte, „Gambio, Gambio“ sagte und eine Handbewegung machte, als ob ich nach 80 Minuten Spielzeit ausgewechselt werden wollte, wurde mein Anliegen in einen kleinen Bodegas erhört. Muchas gracias! Zurück im Elektronikfachgeschäft und nun mit einem 20 Sol-Schein gewedelt. Daumen ging vom Verkäufer nach oben und ich bekam 10 Sol zurück. Also kostete das Ladekabel tatsächlich nur 2,50 €. Wahnsinn, wie günstig es war. Glück gehabt, dass ich das Problem unkompliziert lösen konnte.
Abflug nach Cusco. Das nächste Problem, das uns aber alle sieben betraf, war dann weitaus größer. Am Airport stand auf einmal Mutz Junior vor uns und meinte GetYourGuide hat unsere gebuchte und bezahlte Tour nach Machu Picchu gecancelt. Wir dachten erst, er macht einen schlechten Scherz, doch schnell merkten wir, dass dies kein Witz war. Es gäbe wohl keine Tickets mehr. Alter, die lassen uns das buchen und bezahlen und dann das. Billig war es definitiv nicht und die meinen Kackdreist, storniert jetzt mal bitte selbst, dann bekommt ihr euer Geld zurückerstattet. Siebzehn Stunden vor der Tour bemerken die Vollpfosten also, sie haben keine Tickets für uns. Dass wir für diese Tour unsere Flüge, Hotels und Planungen herumgebaut haben, brauche ich wahrscheinlich nicht extra zu erwähnen. Wir schrieben erstmal zurück, dass wir nicht stornieren und sie sich kümmern sollen eine Lösung zu finden. Viel Hoffnung bestand zwar nicht, dass die überhaupt was machen, doch so einfach geben wir nicht auf. Am Ende kam zwar eine Antwort, aber keine zufriedenstellende. Die haben keine Tickets für uns. Punkt. Ein scheiß Unternehmen. Liebe Leser und Leserinnen, tut uns einen Gefallen: Wenn GetYourGuide bei eurer Google-Suche für was auch immer oben aufploppt, scrollt weiter. Unser Dank wird euch ewig begleiten. Aber nützt ja alles nichts. Wir fanden dann heraus, dass man Tickets in Aguas Calientes an der offiziellen Ticketverkaufsstelle bekommen könnte. Da Resttickets des aktuellen Tages bzw. des darauffolgenden Tages angeboten werden. Ich erkläre mal die Prozedur, wie Peru die Touristenströme zu DEM Weltwunder im Land versucht zu steuern. Offiziell kann man nur Karten über ein staatlich geführtes Ticketportal oder über lizenzierte Agenturen ordern. Wahrscheinlich kauft dort auch GetYourGuide ein. Die tägliche Anzahl ist auf ca. 4000 Stück begrenzt. Man sollte seine Bestellung ungefähr 3 Monate im Voraus buchen. Was bei uns ein Ding der Unmöglichkeit ist, da man ja erst die Spielpläne abwarten muss, bevor dann der Rest geplant werden kann. Über den Sinn und Unsinn brauchen wir Fußballgetriebenen nun wahrlich nicht philosophieren. Der Plan stand: Wir fliegen nach Cusco, bleiben dort eine Nacht, fahren mit der PeruRail nach Aguas Calientes und versuchen dort unser Glück. Die Luis uff Achse waren wieder am Rotieren. Abflug. Cusco, die historische Hauptstadt des Inkareiches. Sie ist Ausgangspunkt für viele Touristen, um von hier zum Machu Picchu zu gelangen. Einmal kann das der gemeine Naturfreund wandernd über den Inka-Trail in vier Tagesetappen bewerkstelligen, andererseits mit der Bahn über Ollantaytambo durch den Nebelwald nach Aguas Calientes tuckern. Was unsere Option darstellte. Von diesem kleinen Ort gelangt man zum Weltwunder Machu Picchu. Da Cusco schon auf 3416 Höhenmetern liegt, sollte dies ein erster Vorgeschmack sein, was uns ein paar Tage später in La Paz in Bolivien erwarten sollte. Für viele Besucher beginnen hier schon die ersten Anzeichen der Höhenkrankheit. Ja, und auch wir verspürten diese Kurzatmigkeit, leichte Schwindelgefühle und Kopfschmerzen. Dass beim Südbrandenburger und beim Jungspund der Durchfall ein treuer Begleiter wurde, schiebe ich mal auf die Kombination eines sensiblen Magen-Darm-Traktes, ungewohntes Essen und die Höhe. Unser Vermieter des Apartments bot uns gleich ein paar getrocknete Coca-Blätter gegen die Höhenkrankheit an. In Peru und Bolivien ist es das Rezept gegen die Höhe. Auch Coca-Tee (Mate de Coca) soll da helfen. Ein paar Luis klemmten sich natürlich gleich ein paar Blätter zwischen die Backen. Aber dass sich irgendetwas tat, davon berichtete keiner von uns. Seit 1983 zählt Cusco zum Welterbe der UNESCO. Am Plaza de Armas war Highlife angesagt. Viele Kinder und Musikgruppen waren versammelt und tanzten um die Wette. Wir waren schwer begeistert. Der Platz ist ein richtiges Fotomotiv. Mit dem Bergpanorama im Hintergrund und den tanzenden Kindern wurden einige Bilder und Videos gemacht. In der Catedral del Cuzco, erbaut im Jahr 1664, ist eine 400 Gemälde fassende Sammlung der Escuela Cusqueña enthalten. Diese wäre wohl eine der bedeutendsten Kunstströmungen Südamerikas. Eines der Bilder zeigt das letzte Abendmahl, auf welchem die Apostel Meerschweinchen essen. So, jetzt hab ich perfekt meine Überleitung zum Abendessen eingefädelt. Wir wussten, dass Meerschweinchen, in Peru Cuy genannt, sehr oft auf der Speisekarte stehen. Es ist wohl für die Einheimischen nichts Besonderes und gilt als ein traditionelles Gericht. Natürlich wollten wir das einmal probieren. Am Plaza de Armas in eine Seitenstraße abgebogen, standen wir schon vorm Sumaqcha-Restaurant. Na dann wollen wir mal. Nur M hatte darauf überhaupt keinen Appetit und stromerte lieber etwas rum. Der Chef serviert höchstpersönlich und das mit einem Lächeln im Gesicht, dass man sich sofort wohlfühlt. Ihm war sofort klar „los alemanes“ wollen Meerschweinchen probieren. Er erklärte alles haargenau und empfahl drei Tiere für sechs Mann. So gab es die Variante Cuy al horno – Meerschweinchen gebraten und Cuy chactado – Meerschweinchen frittiert. Wir sollten so beide Geschmacksrichtungen kennenlernen. Er würde uns die zubereiteten Tiere kurz mit Mützchen, den peruanischen Chullos, drapiert auf den Tisch stellen, damit wir Fotos machen können. Er weiß, dass für uns das Essen von Meerschweinchen nichts Alltägliches wäre. Nach dem Fotoshooting wird er die Teller nochmals in die Küche bringen und für das Essen fertig zubereiten. Na Halleluja, wir waren gespannt. Als die Teller mit den Tieren und ihren Mützchen vor uns standen, wurde erstmal um die Wette gefeixt. Das sah echt aus wie Ratte mit Chullos-Mützen. Na, jedenfalls mein Mut, die Teile zu kosten, ging langsam flöten. Die Nachrichten auf unsere Bilder in der Heimat zeigten Entsetzen und Belustigung zugleich. Mit den Fingern isst man die putzigen Kerle und nach meinen ersten Bissen war ich eigentlich schon satt. Es hat mir nicht geschmeckt. Die Gewürze und die Konsistenz des Fleisches waren nicht meins und dass mich die Viecher gefühlt noch anguckten, half auch nicht. Gönnerhaft ließ ich den Anderen den Vorzug und hielt mich an meine Papas. Egal, das Restaurant und sein Besitzer waren trotzdem top. Ich empfehle sowieso immer, etwas zu essen, was man nicht kennt. Das gehört für mich und auch für meine Freunde einfach zum Reisen dazu. Und wenn es mal nicht schmeckt, dann ist dies eben so und beim nächsten Mal wird man wieder etwas Neues ausprobieren und sagen: „Das war geil.“ Als Abschluss spendierte uns der Chef des Hauses einen hausgemachten Schnaps und wir verabschiedeten uns sehr freundlich. Einig waren wir uns, probieren war ok, aber geschmacklich war es nichts für uns. Dass auf der restlichen Tour auch niemand mehr nachfragte, ob wir nochmals Meerschweinchen essen gehen wollen, spricht da Bände. Auf dem Weg zum Apartment kauften wir noch Proviant für die morgige Zugfahrt nach Machu Picchu ein. Danach ging es kurz in die Unterkunft, um sich etwas wärmer anzuziehen, und der kurze Weg zum Estadio Inca Garcilaso de la Vega wurde angetreten. Wir teilten uns dafür in zwei Gruppen auf, auch deswegen da wir Eintrittskarten für unterschiedliche Tribünen hatten. So liefen der Sportliche, der Südbrandenburger und ich zusammen los. Vorm Estadio angekommen, war schon gut Trubel. Die lokale Barra brava „La Doce Dorada – Die goldenen Zwölf“ zog mit Pauken und Trompeten Richtung Entrada an uns vorbei. Wir hatten Tickets für die Haupttribüne. Die Anderen saßen auf der Gegengerade. Das Problem war nur, auf unseren Tickets stand kein Block bzw. kein Hinweis, welcher Eingang der richtige wäre. Nach einer kompletten Stadionrunde fragten wir, ich glaub, es war der dritte oder vierte Versuch, einen Ordner. Ich deutete seine Handzeichen so: Einmal um die Ecke und rein in die gute Stube. Na dann….. Super, wir standen in der Gästekurve. War erstmal kein Problem, nur wir wollten auf unsere Tribüne. Die Tickets hatten selbstverständlich mehr gekostet (66,69 Sol) und wir wollten eine bessere Sicht haben. Also Richtung Trennzaun der Haupttribüne gelaufen und an einen kleinen Tor unser Anliegen erläutert. Die Ordnerin komplett überfordert und sichtlich eingeschüchtert von der Situation. Also den Polizisten auf der anderen Seite das Problem erklärt. Dem war aber alles egal. Keine Reaktion. Nun kam eine adrette Vereinsmitarbeiterin, sie redete kurz mit der Ordnerin und zack, das Tor ging auf. Ok, wir sind zu ihr hin und haben wieder nachgefragt. Sie konnte zum Glück Englisch. Trotzdem wir Dumm-Touris dürfen nicht durch. Wir erklärten: „Die Haupttribüne kostet fast das Dreifache, es steht kein Eingang irgendwo drauf und die Ordner haben uns auch falsch gelotst.“ Die Vereinsmitarbeiterin verstand nun, dass sie helfen muss, und wies uns an, ihr zu folgen. Hieß: raus aus dem Stadion, eine viertel Stadionrunde gelaufen und am richtigen Eingang unsere Tickets und Reisepässe vorgezeigt. Warum sie unsere Daten nochmals brauchten, erschließt sich uns zwar nicht, aber sei’s drum. Wir konnten gerade so drei nebeneinanderliegende Plätze in der letzten Reihe finden und schnaubten erstmal durch. Die Höhe machte sich immer mehr bemerkbar. Hieß Kopfschmerzen, leichten Schwindel und Durchfall. Das weite Rund war zum ersten Spieltag der Copa Libertadores sehr gut gefüllt. Der Verein Cusco FC besteht seit 2020 und dies bemerkt man auch. Der Club, aus welchem er hervorging, war Real Garcilaso. Man wollte mit dem Namenswechsel eine stärkere Identifikation mit der Stadt Cusco erreichen und Verwechslungen mit anderen lokalen Clubs vermeiden. Naja, so etwas kommt bei uns immer gut an. Das Vereinswappen ist dementsprechend auch sehr modern gehalten. Hat die Werbefirma gut gemacht. Auch die „La Doce Dorada“ gründete sich erst 2020. Sie scheint nicht viele Mitglieder zu haben und konnte selten das Stadion mitreißen. Ihre Social-Media-Präsenz ist auch zum Davonlaufen. Selten so viel Kitsch und KI auf einmal gesehen. Beim heutigen Spiel stellten sie einen Block von ca. 150 Fans. Ihren Bereich grenzten sie mit goldenen Bändern ein und hantierten zum Anstoß mit gleichfarbigen Luftballons. Drei Zaunfahnen waren angebracht. LA 12 mit Vereinslogo, La Dorada – Lima-Perú, worauf der Slogan „LA HINCHADA CUSQUEÑA PRESENTE EN LIMA Y TODO EL MUNDO“ stand. Sinngemäß kann man es mit -Die Cusco-Fans, präsent in Lima und auf der ganzen Welt- übersetzten. Am besten gefiel mir aber die Fahne mit „Somos Cusco FC“. Dort war der Buchstabe O in Cusco das Vereinswappen, welches zusätzlich eine typische, bunte Chullo-Strickmütze aufhatte. Wir waren gespannt, ob man den Flamengo-Spielern die Höhenmeter anmerken würde und Cusco den großen Club aus Rio de Janeiro irgendetwas abringen könnte. Doch die Brasilianer spielten ihren Stiefel locker runter. Nach 90 Minuten stand ein ungefährdeter 2:0-Auswärtssieg fest. Eigentlich ein Spiel ohne Highlights. Gästefans mit Zaunfahnen waren erfreulicherweise auch anwesend. Alle relevanten Gruppen waren vor Ort. Die „Torcida Jovem do Flamengo“ , „Raça Rubro-Negra“ , „Urubuzada“ und „Flamanguaça“ zeigten am Zaun ihre Anwesenheit. Aber ein wirklicher Kern von Auswärtsfans stand letztlich nicht zusammen und unterstützte ihre Nação Rubro-Negra. Wir drei hingen derweil in den Seilen und kämpften weiter mit der Höhe. Ich glaub, es gab ein paar Situationen, wo wir alle drei gleichzeitig einschliefen. War bestimmt ein Bild für die Galerie. Aber zum Glück waren die anderen Luis nicht in der Nähe, um dieses zu machen. Nach Abpfiff ging es für uns zügig raus und ins Apartment. Der Wecker klingelte am nächsten Morgen wieder sehr früh. Wir mussten zeitig am Bahnhof sein, um in Richtung Aguas Calientes Schrägstrich Machu Picchu zu fahren. Also klingelte der Wecker um 2:40 Uhr und es ging schon wieder raus. Die Luis nennen so etwas Urlaub. Wir mussten die erste Verbindung schaffen, um früh am Morgen in Aguas Calientes anzukommen. Cool, dass mein Handywecker nicht klingelte. Ich Experte hatte ihn auf eine Stunde zu spät gestellt. Doch der Südbrandenburger saß auf seiner Bettkante und weckte mich natürlich. Gemeinsam sind dann alle zum Bahnhof gelaufen, war nur um die Ecke, also knappe fünf Minuten. Hier bemerkten wir zu allem Übel, dass wir unsere Reise-Zaunfahne im Apartment vergessen hatten. So durfte der Sportliche zurücksprinten und das Ding beim Südbrandenburger aus dem Rucksack kramen. Der Weg war zwar nicht weit, aber die dünne Luft ist auch keine Hilfe bei einem kurzen Sprint. Als der Sportliche zurückkam, könnte man denken, dass er in den Nachbarstadtteil gejoggt wäre. In der Wartehalle bekamen wir dann mit: Wir fahren zwar am Bahnhof ab, aber wir fahren bis Ollantaytambo mit dem Bus und dieser hatte 30 Minuten Verspätung. Abfahrt also um 3:50 Uhr. Überraschenderweise oder doch logischerweise bei dieser Uhrzeit, konnten wir alle ein bisschen schlafen. Obwohl die Straßenverhältnisse nicht die besten waren. Meine Kopfschmerzen waren auch nach zwei Tabletten weg. Ab Ollantaytambo war dann Zugfahren und Touri-Zone angesagt, dies ist aber erwartbar. Wir fuhren noch ca. eine Stunde nach Aguas Calientes. Die Landschaft konnte uns von der Müdigkeit etwas ablenken. So fuhren wir eine Zeitlang neben dem wilden Río Urubamba entlang. Die Vegetation wurde im Laufe der Fahrt immer dichter, bis wir letztendlich durch den Regenwald tuckerten. Da war nach links und rechts maximal ein Meter Platz. Ankunft und los zum Ministerio de Cultura. Die Schlange war noch nicht übertrieben lang und wir konnten tatsächlich für den morgigen Tag die erste Tour um 6:00 Uhr buchen. Die Luis haben geliefert. Was ein unnützer Stress. Scheiß GetYourGuide. Durch die frühe Tour erhofften wir uns weniger Touristen an der Inkastätte. Was am Ende super klappte, da wir mit Toreöffnung hineinkamen. So… Frühstück und erstmal runterkommen. Dann wurde ein Hotel für die Nacht gebucht und der heutige Tag geplant. In Aguas Calientes ist alles für die Abfertigung der Touristenmassen ausgelegt. Nur von hier aus kann man zur Inkastätte starten. Es gibt zwei Optionen: Entweder man bucht ein Busticket (bei uns kostete dies 11 € One-way) oder man wandert bergauf durch den Wald. Da wir uns nur auf 2040 m befanden, spielte die Höhenkrankheit keine Rolle mehr. So entschieden sich der Sportliche und Mutz-Junior für die Fitness-Variante und M für die preiswerte. Hieß, alle drei standen am Morgen noch früher auf, um den Weg zu laufen. Die alte Garde und der Jungspund fuhren Bus. Doch heute war erstmal Aguas Calientes angesagt. Natürlich sind die Preise etwas höher, doch es ist noch alles im Rahmen. Die Peruaner sind kein Volk, das sehr darauf erpicht ist, die Touristen abzumelken. Klar, Geschäft ist Geschäft, aber man hatte das Gefühl, es wird nicht übertrieben. Als wir durch den kleinen Ort liefen, kamen wir an einem Kunstrasen-Sportplatz vorbei. Dieser hatte einen kleinen Ausbau mit kleinen überdachten Minitribünen und auf der einen Längsseite Reliefs mit einer Art von Inka-Gesichtern. Doch was noch besser aussah, war das herrliche Panorama. Die mehrstöckigen, halbfertigen Häuser, eng bebaut neben der Anlage, flankiert von dichtbewachsenen Bergkuppen. Einfach klasse. Gespielt wird in der Liga Distrital de Futbol de Machupicchu. Uns war natürlich bewusst, dass ein Spiel heute so unrealistisch wäre, als ob der stille Teilhaber einen Tag lang auf Bier verzichten würde. Eine Wanderung zu einem Wasserfall wurde noch unternommen. Oben angekommen gab es ein kleines Café und eine Kasse für den Eintritt. Einheimische zahlten 10 Sol und Touristen 20 Sol. Also erstmal 6 Cerveza Cusqueña und eine Cola bestellt und im Schach gegen den Jungspund verloren. Der stille Teilhaber und ich haben den Eintritt bezahlt und sind die ca. 10 Minuten weiter zu dem kleinen Wasserfall gelaufen. War jetzt nichts Weltbewegendes. Die Anderen sind schon runter in die Stadt und wollten was trinken und ein Restaurant für das Abendessen raussuchen. Als wir zwei Naturfreunde wieder unten am Sportplatz im Ort ankamen, lief an uns die örtliche Barra brava „Machu Picchu Red“ vorbei. Sie ist eine Untergruppe von der „La Fvria Roja“ vom Club Sportivo Cienciano aus Cusco. Mit Pauken, Trompeten und etwas Knallerei zogen sie durch die Gassen. M kam auch gleich interessiert um die Ecke. Wahrscheinlich hofften wir alle, dass sie am Sportplatz haltmachen und wir doch ein Spiel mitnehmen könnten. Manchmal sind wir schon Freaks. Aber ne, ne. Sie zogen zum Plaza Manco Сарас um dort ein Public Viewing ihres Vereins zu schauen. Dieser hatte ein Spiel gegen CA Juventud aus Uruguay. Wir gingen dann alle gemeinsam zum Abendessen. Nach einer kleinen Odyssee, um ein passendes Restaurant zu finden, kehrten wir bei schlechtem Cerveza, aber gutem Essen in ein Wirtshaus ein. Übrigens: IPA ist kein Bier. Ich bestellte mir Alpaka-Lasagne. War sehr lecker. Man einigte sich darauf, heute etwas früher ins Bett zu gehen. Die letzten Tage schlauchten doch ganz schön. Dass der Südbrandenburger und der Jungspund aber schon um 19:16 Uhr die Segel strichen, war leicht übertrieben. Wir anderen gingen nur auf einen Pisco Sour in eine Bar. Dort war nicht wirklich viel los. Da ein Jenga-Spiel rumlag, spielten wir noch eine Runde. Dieses Gesellschaftsspiel gab es auch in einigen anderen Restaurants auf den Tischen. Scheint wohl beliebt zu sein. Jedenfalls ging es nun um die eine Runde Pisco Sour. Das Match zwischen Mutz-Junior, dem stillen Teilhaber, dem Sportlichen und mir ging ein paar Runden, was sogar die Kellner aufmerksam beobachteten. Die Runde durfte uns dann der stille Teilhaber spendieren. Danach gingen wir auch verständlicherweise gleich ins Zimmer und ins Bett.
Der Bus hoch zu Machu Picchu wollte kurz nach 5 Uhr mit uns starten. Bei so etwas funktionieren wir immer, wie ein Schweizer Uhrwerk. Klar, viel wird um die Uhrzeit nicht gequatscht, aber pünktlich stehen die Luis auf der Matte. Mutz-Junior, M und der Sportliche waren, wie erwähnt, sogar noch zeitiger auf den Beinen und schon unterwegs. Sie wählten ja die Wanderroute durch den Wald. Als wir im Bus saßen und es immer höher und tiefer in den Nebelwald ging, wurde es so langsam hell. Und als sich der Nebeldunst auch gemächlich verabschiedete, konnten wir erkennen, wie es neben der Straße aber mal so richtig abwärts ging. Ach du Scheiße, da wurde es wohl nicht nur uns im Bus mulmig. Auch um mich selbst zu beruhigen, sagte ich zum Südbrandenburger: „Der Busfahrer will heute Nachmittag auch nach Hause kommen.“ Oben angekommen stand die sportliche Fraktion bereits in der Schlange zum Eingang. Welcher nach 10 Minuten seine Pforten öffnete. Es ist alles genau durchgetaktet, um die unglaublichen Massen an Touristen zu kanalisieren und geordnet durch die Rundwege zu geleiten. Dass auch alles streng gehandhabt wird, durften wir später am eigenen Leib erfahren. Wir hatten Tour 2, den Circuiti dos clásico gebucht, welcher den Panoramablick und die Besichtigung der Inka-Stätte beinhaltete. Machu Picchu Sehnsuchtsort und Selfi-Tempel in einem. Die größte Touristenattraktion Südamerikas. Am Ende waren wir uns alle einig, dass es die Strapazen wert war und dass wir unsere Reise so planten, dieses neue Weltwunder zu besichtigen. Was an Machu Picchu so begeistert, ist einmal seine historische Bedeutung, sein gut erhaltener Zustand und die Lage mitten im Nebelwald. Die Berge ringsherum, vor allem der große Huayna Picchu, welche wie natürliche Wächter den Blick erst im letzten Moment auf diesen Ort freigeben. Wiederentdeckt im Jahr 1911 durch den amerikanischen Historiker Hiram Bingham. Er gilt zwar als offizieller Entdecker, doch der deutsche Unternehmer Augusto Berns hatte 40 Jahre vor Bingham von der Inka-Stätte erfahren und diese in einer Karte vermerkt. Außerdem wusste die indigene Bevölkerung davon, da sie ganz pragmatisch die Terrassen selbst landwirtschaftlich nutzte. Machu Picchu wurde nie von den spanischen Konquistadoren gefunden. Sie hatten nicht mal Kenntnis über diesen Ort. Da er nie schriftlich oder in Landkarten vermerkt wurde. Machu Picchu wurde wohl von den Inka selbst aufgegeben und verfallen gelassen. Auch nach über 100 Jahren seiner Entdeckung ist man sich unter Wissenschaftlern nicht einig, für was Machu Picchu steht. War es der Landsitz des neunten Inkaherrschers Pachacútec, war es eine Gebetsstätte oder gar eine Sternenwarte? Man ist sich uneins. Auf alle Fälle ein ganz besonderer Ort. Machu Picchu bedeutet in den Quechua-Sprachen „Alter Berg“. Huayna Picchu, welcher im Hintergrund von eigentlich jedem Bild vom Machu Picchu zu sehen ist, heißt auf Deutsch „Junger Berg.“ Ich hatte bereits erwähnt, dass durch das Ministerio de Cultura alles straff organisiert ist und als wir auf unserer Besichtigung ein Stück zurücklaufen wollten, um ein Gruppenbild zu machen, pfiff ein Angestellter wild in seine Trillerpfeife. Wir haben den erst gar nicht gesehen. Ok, dann machen wir das Foto halt hier. M packte sich derweil etwas zu essen aus und unser Sportsfreund pfiff erneut von seinem kleinen Hügel in unsere Richtung. Na komm, jetzt wird’s aber komisch. Also packte M sein Essen wieder weg. Wir stellten uns dann für das Gruppenbild auf und präsentierten unsere kleine Luis uff Achse-Fahne. Diese war vor Jahren ein Geburtstagsgeschenk für den Südbrandenburger. Unser Sportsfreund ließ nun den Pfiff seines Lebens los und brüllte: „No banderas!“ Ohje, was darf man hier überhaupt? Wir machten schnell unser Foto. Doch der werte Herr kam nun komplett aufgeregt auf uns zu und drohte mit der Polizei und dass wir die Anlage verlassen müssten. Ok, das wollte natürlich keiner von uns. So löschten wir das Bild vor ihm und durften weitergehen. Das Foto war aber im Papierkorb auf dem Handy von Mutz-Junior abgelegt und wurde später selbstverständlich wiederhergestellt. Dass das alles so streng gehandhabt wird, hätten wir nicht gedacht. Den Rest des Rundganges wurden wir zum Glück in Ruhe gelassen. Jeder machte seine persönlichen Bilder und genoss diese grandiosen Ausblicke. Wir liefen gemütlich durch die Anlage und waren froh, die erste Gruppe am Tag gewesen zu sein, welche die Besichtigung startete. So hatten wir vor uns keine anderen Besucher. Das Wetter spielte auch super mit. Sonnenschein und kein Regen. Kurzzeitig kam eine Nebelwand aus dem Wald heraufgezogen, aber sie verschwand so schnell, wie sie gekommen war. Die kulturelle und politische Herrschaft der Inka dauerte etwa 300 Jahre (vom 13. Jh. bis zur Eroberung Perus 1532) und erstreckte sich auf ca. 30.000 km² vom heutigen Kolumbien bis nach Chile und Argentinien. Die Inka waren nicht nur für ihre faszinierenden Bauten bekannt. Sie benutzten übrigens keinen Lehm oder Mörtel, um die verwendeten Steine zu befestigen. Sie erschufen riesige Terrassenfelder, auch in schwindelerregenden Höhen, um damit Landwirtschaft zu betreiben. Eine ihrer großartigsten Leistungen war ein Straßensystem durch das komplette Inka-Reich von ca. 15.000 km Länge. Die spanischen Eroberer vernichteten die Inkas in kürzester Zeit. Sie waren durch ihre Waffen den Indigenen auch in absoluter Unterzahl überlegen. Eingeschleppte westliche Krankheiten rafften tausende Inkas dahin. Und da die letzten Inka-Herrscher verstritten waren, konnten die Konquistadoren sie leicht untereinander ausspielen. Da Kopane ja einen Bildungsauftrag hat, soll ich vom Sportlichen noch Folgendes berichten. Oft wird fälschlicherweise von Besuchern berichtet, dass es am Machu Picchu Alpakas gäbe. Doch dies stimmt nicht, es sind Lamas. Diese sind größer und haben gröbere Wolle. Alpakas sind kleiner und wirken mit ihrem Fell „teddybär-artiger“. Das Fell bedeckt ebenfalls den Kopf. Rückzu traten wir gemeinsam den Abstieg zu Fuß an. Der Südbrandenburger jammerte aber ganz schön rum und haderte, nicht den Bus genommen zu haben. Doch als wir unten ankamen und im Restaurant Laurita Wasi am Río Urubamba eine Runde Cusqueña auf dem Tisch stand, waren die Strapazen vergessen. Am Bahnhof in Aguas Calientes wurde sich noch mit ein wenig Proviant eingedeckt und die Zug/Busfahrt zurück nach Cusco angetreten. Dort wurden die Rucksäcke aus dem Apartment geholt und schon einmal in Richtung Busbahnhof gelaufen. Da nun schon Abendbrotzeit war, ging es noch in ein kleines Restaurant, um Pollo a la Brasa zu essen. Hähnchen mit Pommes. Der stille Teilhaber und ich gönnten uns dazu noch ein Pum-Pum. Nicht zu verwechseln mit dem legendären Bum-Bum-Eis aus den 90ern. Das mit dem kultigen Kaugummistiel. Unser Pum Pum war ein rubinrotes mit Maisgrieß versetztes Cerveza. Mal was anderes. An einem Supermarkt deckten wir uns noch mit Snacks für die Nachtbusfahrt nach La Paz in Bolivien ein. In der Bahnhofshalle dann ein Geschrei und Gezeter, welches Busunternehmen wo hinfährt. Ich finde so etwas ja übelst exotisch und in Deutschland undenkbar. Was ein Lärmpegel, ohne Worte. Wir beehrten dann noch das öffentliche WC. Bei diesen musste man ein paar Münzen bezahlen, um Eintritt zu erhalten und bekam drei Blätter Klopapier in die Hand gedrückt. Drei Blätter, Humor haben sie hier. Am Abort angekommen, empfing einen ein Hauch von Nichts. Kaltes Porzellan, ohne Klobrille und Klopapier. Ich musste selbst anfangen zu lachen und schaute auf meine drei Blätter einlagigen Klopapiers. Die Hälfte von uns litt seit Tagen an gepflegtem Durchfall und es werden drei Fitzel Klopapier gereicht. Das reicht für ein Geschäft hinten und vorne nicht. Doch wir waren mit der Zeit gut eingegroovt und die Packung Softis war immer am Mann. Der Bus fuhr pünktlich los und ab hier berichtet für euch nun der Jungspund. Ich übernehme dann wieder nach Ankunft in Lima.
(Der Kulturbeauftragte)

Fahrt von Ollantaytambo nach Aguas Calientes

 

„LA HINCHADA CUSQUEÑA PRESENTE EN LIMA Y TODO EL MUNDO“ ---

-Die Cusco-Fans, präsent in Lima und auf der ganzen Welt-

 

Cusco - Plaza de Armas

es wurde ernst, es gab Cuy - Meerschweinchen

Cusco - Welterbe der UNESCO seit 1983

Monumento a Pachacútec

Pollo a la Brasa mit Pum-Pum

Abfahrt in Ollantaytambo

Río Urubamba

Ankunft in Aguas Calientes

Estadio José Nouchi Portillo

die örtliche Barra brava „Machu Picchu Red“ eine Untergruppe von der „La Fvria Roja“ vom Club Sportivo Cienciano aus Cusco

 Public Viewing am Plaza Manco Сарас

Filete de alpaca

Kneipenabend in Aguas Calientes

   Sehnsuchtsort Machu Picchu

ein Lama, kein Alpaka

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