SSV Ulm 1846 Fußball e.V. – F.C. Hansa Rostock e.V.
Ulm/Donau, Donaustadion
3. Liga (Ligaspiel) – 11786 – 0:5
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| Anzahl Spiele SSV Ulm 1846 Fußball e.V. | 2 |
| Anzahl Spiele 1. Männerteam SSV Ulm 1846 Fußball e.V. | 2 |
| Anzahl Spiele F.C. Hansa Rostock e.V. | 19 |
| Anzahl Spiele 1. Männerteam F.C. Hansa Rostock e.V. | 17 |
| Einträge zum Donaustadion in Ulm/Donau bei Kopane.de: 1 | |
| Kapazität: 17.400 | Auslastung bei diesem Spiel: 68% |
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Ich melde mich zurück aus der Versenkung, sozusagen auferstanden aus Ruinen. Mit Frau und Kind und dem Kulturbeauftragten samt Familie, führte uns unsere Reise zur Stadt mit dem nur noch zweithöchsten Kirchturm der Welt. Wir konnten unsere Enttäuschung über diesen Umstand nur schwer verbergen. Auch, wenn die Sagrada am Ulmer Münster vorbeigezogen ist, bleibst du unsere Nummer 1. Wer, im Übrigen, den Unterschied zwischen einem Münster und einem Dom kennt (kein Google, kein Chat GPT), gewinnt ein veganes Wochenende mit goju in Usti nad Labem. Wir hatten von der Ausstellung zu 100 Jahren Donaustadion Wind bekommen und zeitgleich spielten die Spatzen auch noch gegen Hansa. Das Zog natürlich uns Ratten aus unseren Löchern. Und sind wir mal ehrlich, Ulm kann schon was. Die Ausstellung zu 100 Jahren Donaustadion lag versteckt hinter dem Münster und war zur Zeit unseres Besuches nicht hoch frequentiert. Gut für uns. Die kleine, aber feine Ausstellung lieferte viele Einblicke über die Gründung des SSV und den Bau des Donaustadions. Neben Infotafeln und verschiedensten Devotionalien, war auch eine Zeitreise durch die Trikothistorie zu sehen. Besonders die alten Adidas Trikots machen richtig was her. In der Ausstellung konnten wir lesen, dass ein Ulmer Gymnasiallehrer 1894 den noch neuen Sport Fußball nach Ulm brachte. Im Jahre 1909 trennten sich die Fußballer vom Privatturnverein und gründeten den Ulmer FV 1894. 1924 wird ein weiter Ulmer Fußballverein gegründet, der SV Schwaben Ulm. Dieser trug seine Spiele im 1925 erbauten Donaustadion aus. Im Rahmen des Landesturnfestes wurde das Donaustadion vor 40.000 Zuschauern eröffnet. Das Eröffnungsspiel verlor, am 01.08.1925 der SV Schwaben Ulm gegen den VFR Heilbronn mit 0:1. 1928 schließen sich der SV Schwaben Ulm und der 1. SV Ulm zum SSV Ulm zusammen. Den zweiten Weltkrieg hat das Donaustadion nicht unbeschadet überstanden. Die hölzerne Haupttribüne wurde zerstört und das Stadion war nur eingeschränkt nutzbar. Zurück zum SSV. Im Jahre 1939 fusionierte Ulmer FV 1894 mit dem Turnerbund Ulm 1846, zur TSG Ulm 1846. Am 05.05.1970 fusionieren die beiden großen Ulmer Vereine, der 1. SSV Ulm und die TSG Ulm 1846 schließen zum SSV Ulm. Ein gewisser Rangnick (nach Burnout Hirntod) schafft 1998 den Aufstieg aus der Regionalliga in die zweite Bundesliga. Ein Jahr später gelang sogar, völlig überraschend, der Aufstieg in die Bundesliga. Das Donaustadion besaß da bereits, seit 1991, eine Flutlichtanlage. 2000 steigt der Verein aus der Bundesliga ab und ein Jahr später dann die Insolvenz. Die Fußballabteilung des SSV Ulm wird 2009 als eigenständiger Verein ausgegliedert. 2012 wird der SSV Ulm Oberligameister und rutscht ein Jahr später in die dritte Insolvenz der Vereinsgeschichte. 2015/2016 kehrt Ulm in die Regionalliga Südwest zurück. 2023 kehrt Ulm in die 3. Liga zurück und 2024 stieg man sogar wieder in die 2. Bundesliga auf. Heute spielt man wieder dritte Liga. Zum Start in die Drittligasaison feiert das Donaustadion seinen 100. Geburtstag. Es gab sogar einen SSV-Gottesdienst im Ulmer Münster. Gegen Ende haben wir uns die wichtigsten Choreos der Ulmer Fanszene auf einem Fernseher angeschaut. Wir haben uns gefreut, dass es die „Skandal-Choreo“, welche gegen unseren Herzensverein präsentiert wurde, ebenfalls in die Highlights geschafft hat. Nächster Halt für uns dann das altehrwürdige Donaustadion. Unsere Plätze lagen gegenüber dem D-Block auf der Haupttribüne. Die tiefstehende Herbstsonne bildete den Rahmen für ein ereignisreiches Spiel. Zu Spielbeginn zeigte der D-Block eine Choreo anlässlich des 15-jährigen Jubiläums einer der führenden Gruppen der Kurve, Nebulosa Impero. In der Mitte wurde eine Blockfahne mit den Initialen „NI“ und der Silhouette von Ulm hochgezogen. Eingerahmt wurde das Ganze von schwarzen und weißen Fahnen und zwei Spruchbändern mit der Aufschrift „Was einst im Nebel der Gassen begann, wuchs durch düstere Jahre zur Stärke heran“. Zwei Doppelhalter die in goldenen Lettern „15“ und „Jahre“ zeigten, rundeten das Bild ab. Kopane gratuliert. Der Gegner kam heute aus der Hansestadt Rostock. Die Hintertortribüne war ordentlich gefüllt. Die Mittmachquote bei den Rostockern war, erwartungsgemäß, beeindruckend. Es waren immer alle Arme in der Luft. Die Rostocker hatten sicherlich schon bessere Tage, aber bestimmt auch Schlechtere. Das ist Jammern auf hohem Niveau, aber im Gedächtnis bleibt der Auftritt nur wegen der Spruchbänder. Das erste Spruchband, welches Bezug auf die Essener Kurvenregeln nahm (Westtribüne Essen, egal welche Reihe, alles Fotzen!) ließ uns fast aus den Sitzen fallen. Gott war das gut, Chapeau. Das Spiel war, nach nicht einmal einer halben Stunde, bereits entschieden, weil es bereits 0:3 für die Rostocker stand. Der D-Block zog trotzdem seinen Stiefel durch. Besonders in der zweiten Hälfte, nachdem es bereits 0:4 stand, sangen sich die Ulmer in ihrem Wechselgesang in einen Rausch. Wer mal aktiv in einer Kurve stand, weiß, wie schwer es ist, sich bei einem Rückstand zu motivieren. Das nötigte mir Respekt ab. Da war es auch nicht schlimm, dass das Ulmer Münster nur noch weltweite Nummer zwei ist und die Broken Society Ultras kein Gruppenlogo haben. Die aktive Fanszene der Ulmer machte Betrieb und die alten Kameraden haben ihre Fahne umgedreht. Um die 70. Minute herum verließen einige Rostocker mit ihren grauen Kapuzen den Block. Der Support wurde eingestellt. Anscheinend gab es kleinere Scharmützel mit der Staatsgewalt. Bis auf ein paar Becherwürfe blieb es aber ruhig. Detaillierte Informationen haben wir leider nicht. Weitere Spruchbänder der Rostocker: „Deutsche Stadien sind sicher, fragen Sie mal ihre Töchter“ und „Bei wahren Problemen keinen Plan, nur beim Fussball wie im Wahn“. Das Spiel endete 0:5. Die Rostocker feierten ihre Mannschaft und die Haupttribüne skandierte „Thiele raus“. Markus Thiele ist der Geschäftsführer des SSV Ulm, mit Hansa Rostock-Vergangenheit. Die BSU beteiligte sich an den Schmährufen der Gegengeraden nicht und klärt das Thema auf anderer Ebene. Wie bei einigen anderen Vereinen auch (z.B. Zwickau), haben auch die Ulmer, seit diesem Jahr, einen eigenen Fanvertreter mit Stallgeruch, im Aufsichtsrat. Man kann Matthias Gerlich nur viel Erfolg wünschen und hoffen, dass sich die Dinge für Ulm in die richtige Richtung bewegen. Unser Kleiner, der seinen mittlerweile 8. Stadionbesuch verzeichnen konnte, wurde vom Ulmer Spatz ignoriert. Ich glaube, uns hat das mehr verärgert als ihn. Er hat jedenfalls weiter seine kleine Ulm-Fahne geschwenkt. Erlaubt mir noch ein Wort zum Donaustadion. Hierbei handelt es sich um meine subjektive Meinung und nicht die der ganzen Redaktion. Ich liebe Stadien mit Geschichte und Stallgeruch und die neuen Erlebnis-Arenen widern mich an. Aber...man stelle sich vor, welche Lautstärke heute hätte erreicht werden können, wenn die Bude überdacht gewesen wäre. Und im Jahr 2025 muss man auch nicht mehr klatschnass im Block stehen, wenn der Herbst sich von seiner schlechten Seite zeigt. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal die Möglichkeit, das Alte mit dem Neuen sinnvoll zu kombinieren? In einer Kneipe, welche auf unserem Weg lag, haben wir uns noch ein paar Gold Ochsen gegönnt. Mexikaner haben sich ebenfalls zu uns gesellt, so dass der Rückmarsch echt lustig wurde.Wir haben den Abend in der Nähe von Albert-Einsteins Geburtshaus, im Herrenkeller ausklingen lassen. Okay, es ist natürlich nicht in der Nähe des Geburtshauses, aber irgendwie musste ich Einstein noch in den Bericht bekommen. Oder wie ein guter Freund meinte: “Einstein bringt Klicks”. Kleiner Reisetipp: Das Fischerviertel mit seinem schiefen Haus, direkt an der Donau, muss man gesehen haben. Und vom Berblinger Turm aus hat man einen schönen Blick auf das Münster, die Donau und Bayern. Denn Baden-Württemberg endet an der Donau und Bayern beginnt hinter der Donau mit Neu-Ulm (sehr kreativ).Unser Ausflug endete mit einer kontroversen Diskussion über einen Hansa-Aufkleber, den ich komplett verstanden habe, der Kulturbeauftragte aber nicht. Humor ist eben nicht sein Ding.Bis in einem Jahr, euer Serge.









