12.04.2026 Club The Strongest – CD San Antonio Bulo Bulo

Club The Strongest CD San Antonio Bulo Bulo

  • 1. Liga (Primera División de Bolivia)
  • 5.000
  • 3:2
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Statistik zu Teams und Spielort
Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften bei Kopane.de 1
Anzahl Spiele Club The Strongest 3
Anzahl Spiele 1. Männerteam Club The Strongest 3
Anzahl Spiele CD San Antonio Bulo Bulo 1
Anzahl Spiele 1. Männerteam CD San Antonio Bulo Bulo 1
Einträge zum Estadio Hernando Siles in La Paz bei Kopane.de: 3
Kapazität: 41.143 Auslastung bei diesem Spiel: 12 %
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Geschätzte Lesezeit ca. 8 Minuten

Es stinkt nach Pferd, Schweiß, Dynamit und exakt 4 Jahre sind nun vergangen, dass ich zum letzten Mal für die Schnecke in die Tasten gehauen habe. Somit ist klar, dass wir wieder in Südamerika sind und ich Pläne schmiedete, die der Luismeute nicht zusagten. Der Huayana Potosi mit seinen 6.088 Metern sollte bestiegen werden. Unterstützung erhalte ich von einem Neuzugang, so habe ich unseren „Reisevogel“ am Sonntag unserer Tour anfliegen lassen, der sich seit knapp 2 Jahren auf Weltreise befindet und gerade aus Sucre mit dem Nachtbus angekommen ist. Bei der innigen Umarmung unseres Wiedersehens musste ich jedoch feststellen, dass der Geruch von Dynamit aus seiner letzten Sprengung in einem Schacht schrecklich in dessen Kleidung steckt und der Reisevogel samt seines Gepäcks dringenden Hygienerückstand mitsichbringt. Egal, seine Geschichten und Erlebnisse sind sensationell und so entschloss man sich kurzerhand nach Ankunft mit Badelatschen in die Stadt zum Frühstück zu machen. Da wir Lust auf etwas Aussicht bei der Mahlzeit pflegten, setzten wir uns blindlings in die Teleférico, welche uns auf entsprechende Höhen führen sollte. Hierbei musste jedoch festgestellt werden, dass die Lagen über La Paz nicht für entsprechende kulinarische Zwecke ausgebaut wurden und so haben wir uns ein paar Enpanadas auf die Hand geholt und das weltweit größte städtische Seilbahnsystem für 6 Bolivars (ca. 65 Cent) pro Fahrt ausgiebig genutzt. Von hier hatten wir einen tollen Ausblick auf die Stadt mit ihren Bergen und Tälern. Viele kleine Grounds konnten dabei in außergewöhnlicher Lage erspechtet werden. Auffällig dabei ist, dass oftmals auf Halbfeld oder kleineren Plätzen gegeneinander gespielt wurde. Das bolivianische Volk ist eben wie alle Südamerikaner sehr fussballbegeistert, doch so viele Flächen für Fußballplätze gibt es im bergigen La Paz auf 3.800 Höhenmetern eben nicht, so wurde kreativerweise oftmals 7 vs 7 gespielt. Nachdem die Zeit voranschritt und wir uns eigentlich mit einem kleinen Höhenlauf auf die Bergtour vorbereiten wollten, haben wir die Pläne spontan umgeschmissen und die Gipfel von Aruntaya als nächstes Ziel ausgesprochen. Diese bieten ähnlichen Ausblick wie die bekannteren Los Gigantes, sind auf Grund ihrer schlechteren Erreichbarkeit jedoch weniger touristisch bevölkert. Also schnappten wir uns ein Indrive, welches in Bolivien gegenüber Uber wesentlich günstiger ist und ließen uns in die Nähe des Gipfels fahren. Der Fahrer merkte jedoch schnell, dass er für seine Tour das falsche Gefährt hatte und brachte uns, so weit die Achse es aushielt, nach oben. Irgendwann war dann jedoch Schluss auf der Schotterpiste und wir wurden uns selbst überlassen. Im absoluten Niemansland liefen wir dann querfeldein mit Badelatschen den Berg hinauf bis wir über einen Trampelpfad auf den gewünschten Berg gestoßen sind. Und wer denkt, dass der Aufstieg mit diesem Schuhwerk das Problem darstellen sollte, bedenkt beim Lesen bitte, dass wir uns auf über 4.000 HM befinden. So setzte uns die Höhenluft bereits ordentlich zu und stellt einen kleinen Vorgeschmack für den morgigen Tag dar. Die Aussicht des Aruntaya der Vielzahl von hohen Bergspitzen war auf jeden Fall gigantisch und stellt eine absolute Empfehlung meinerseits dar. Bitte seid jedoch schlauer als wir und packt euch besseres Schuhwerk als auch etwas Verpflegung ein, da man hier auf sich alleine gestellt ist. Nach dem Abstieg musste es schon wieder schnell gehen, da um 17:15 Uhr das Match zwischen The Strongest und San Antonio im Estadio Hernando Siles ausgetragen wurde. Das 41.143 Zuschauer fassende Stadion liegt auf  3.637 HM und war zu etwa 1/8 gefüllt. Die Barra um „La Gloriosa Ultra Sur 34“ zeigte zum Intro zwei Blockfahnen in ihrer Kurve. Dies ergab zum Einlaufen zwar ein gutes Bild, jedoch offenbarte das Herablassen der Fahnen einen spärlich gefüllten Block mit vielen jungen Hinchas. Nach Bolivar zieht der Verein um The Strongest die Meisten Zuschauer in der Stadt an, jedoch kann die Faszination Fußball nicht so impulsiv wahrgenommen werden, wie in anderen südamerikanischen Ländern. Das Ausscheiden in den Playoffs zur WM von Bolivien gegen den Irak mit 0:1 wird dessen Entwicklung voraussichtlich auch nicht gefördert haben. Sei es drum, wir beobachteten ein 3:2 und im Stadion gab es Sandwich de Chola (Brötchen mit knusprigem Schweinebraten und Zwiebeln) oder auch mit Rindfleisch für nur 20 Bolivians. Lecker! Gästefans waren keine auszumachen, was bei 605 Kilometern und 11 stündiger Entfernung mit dem Auto jedoch auch nicht verwunderte. In zwei Tagen werden wir zum Spiel von Bolivar in der Copa wieder hier sein und einen Vergleich der beiden Barras in La Paz ziehen können, doch jetzt geht’s erstmal ins Bett, denn morgen früh geht’s los auf den Huayana Potosi. Mit nicht mal 3 Tagen Eingewöhnungszeit in den Höhenlagen Boliviens und ohne Ausrüstung machten wir uns nach ausgiebigem Omelett aus 15 Eiern um 8:30 Uhr auf zu unserem Guide. Hier konnten der Reisevogel und ich gegen humane Aufpreise Schuhe, Jacke, Stirnlampe und weiteres Ausleihen, was wir in unserem Handgepäck natürlich nicht auf einer solchen Tour mit uns führten. Die internationale Reisegruppe wuchs auf ca. 15 Personen aus aller Welt an, alle mit dem selben Ziel: Einmal im Leben einen 6.000er bezwingen zu dürfen. Bis auf uns beide und einen Tschechen haben sich jedoch alle für die 3-Tagestour entschieden, da die Akklimatisierung der Höhe nicht unterschätz werden sollte. Da der Zeitplan der Luis jedoch getaktet ist und am Dienstag mit Bolivar wieder die Copa gespechtet werden soll, müssen die 2 Tage für den Aufstieg ausreichen. Zum Glück sind die Leser dieser Zeilen alle ebenfalls dem Fußball verfallen und können somit Verständnis für unser Handeln aufbringen. So fuhren wir von La Paz ca. eine Stunde bis zum Basecamp auf 4.700 HM. Hier verließen wir unsere Gruppe auch schon wieder und kraxelten mit dem Tschechen und unserem Guide José weiter Richtung Highcamp auf 5.200 HM. Für diesen Anstieg benötigten wir etwa 2 ½ Stunden und legten 5 Pausen ein. Der Herzschlag ist während dem Laufen sehr stark spürbar und das Tempo musste Schritt für Schritt der dünneren Luft angepasst werden. Erste Anzeichen von Schwindel und Kopfschmerzen konnten bereits wahrgenommen, jedoch durch das Kauen von Cocablättern gemindert werden. Hierbei handelt es sich um keine Droge sondern um eine natürliche pflanzliche Unterstützung der Leistungsfähigkeit in Höhenlagen. Die Einnahme der getrockneten Blätter erfolgt ähnlich wie von Kautabak und sorgt für ein Kribbeln unter der Lippe, welches Koffein in der Körper spült. So kamen wir 15:30 Uhr im Highcamp an und begrüßten die 3 Tagestour-Gruppe des Vortags, mit der wir morgen den Aufstieg wagen sollten. Nach einigen netten Gesprächen und einer Mahlzeit machten wir uns nach dem Sonnenuntergang um 19 Uhr bereits ins Bett. Der Komfortanspruch im Schlafsaal voller Hochbetten für bis zu 20 Personen bei ca. 5 Grad wurde entsprechend runtergefahren. Zu meinem Glück hatte ich neben mir auch noch den nach wie vor nach Dynamit stinkenden Reisevogel, einen schnarchenden Tommy der dem stillen Teilhaber konkurrierte und über mir der Tscheche, der eine Blase wie der Südbrandenburger einen Stuhlgang hatte. Laut Guide entscheidet sich in der Nacht, ob man mit der Höhe zurecht kommt oder lieber im Camp bleiben sollte. In den 5 Stunden im Schlafsack durfte ich neben Gestank und Geschnarche auch noch Fieber abbekommen. Als um Mitternacht der Wecker ging konnte ich maximal etwas Dösen, da war jeder Schlaf auf einer Auswärtsfahrt erholsamer als das heute. Dann ging auch schon das Kopfkino los, mir ging es hundeelend. Nach einem kurzen Gang auf die Toilette und einem kleinen Snack wurde es jedoch besser. Als José zu uns kam und uns mit seiner temperamentvollen aber auch besonnenen Art für den Aufstieg motivierte, ging es mir wieder besser. Der Reisevogel, José und ich bildeten ein Team und seilten uns als 3er Gespann zusammen. Um 1 Uhr startete der Aufstieg bei klarem Wetter. Wir zogen unsere Steigeisen an und nahmen den Eispickel in die Hand, denn es erwartete uns ein steiler und eisiger Aufstieg. Zu unserem Glück setze ein wilder Wetterwechsel ein, Schneesturm zog auf und begleitete uns für die kommenden 2 Stunden. Das Gewitter zog jedoch an uns vorbei und so ging es in der Dunkelheit und im dichten Nebel Schritt für Schritt nach oben. Für jeden Tritt wurden mittlerweile 2 Atemzüge benötigt, die Höhe machte sich immer stärker bemerkbar. Intervalle von Übelkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen zogen im Wechsel über mich hinein. Auf 5.800 HM wurde der Weg so eng und steil, das nicht mal mehr beide Füße nebeneinander passten. Die Luft wurde immer dünner und für einige aus unserer Gruppe war hier Schluss. Der Reisevogel und ich dachten jedoch an die motivierenden Worte von José und zogen den Kadaver Schritt für Schritt weiter nach oben. So erreichten wir nach 5 ½ Stunden Aufstieg pünktlich zum Sonnenaufgang den Gipfel des Huayana Potosi auf 6.088 HM. Nach stundenlangem schuften konnte ich den Moment jedoch redlich schlecht genießen, zumal wir voll in der Nebelsuppe hingen. Die Gipfelcola löste in Kombination mit den ganzen Cocablättern zusätzliche Übelkeit in mir aus, so freute ich mich nach viertelstündigem Nebelgenuss einfach auf den Abstieg, welcher wesentlich schneller vonstatten ging. Nun zeigte sich der Berg gnädig mit uns und der Himmel erstrahlte plötzlich voller Sonne in blau. Eine majestätische Aussicht beim Abstieg des Berges zum Camp stellte unsere Belohnung dar und bleibt lebenslang in einzigartiger Erinnerung. Ich fühle mich unglaublich privilegiert eine solche Tour erlebt haben zu dürfen. Zwar gilt der Huayana Potosi wegen seiner Nähe am Äquator als einer der am Leichtesten zu bezwingenden 6.000er der Welt. Jedoch empfehle ich allen Fussballtouristen, die Bolivien mit diesem Aufstieg kombinieren möchten, etwas mehr Vorbereitung als die unsere. Der menschliche Organismus ist für Aufenthalte in diesen Gebieten nicht geschaffen und bedarf der entsprechenden Vorbereitung. Unsere Gemütslage bei Ankunft in La Paz war verkartert wie nach einem 2-tägigen Vollsuff. So ging es völlig kaputt aber stolz ins Estadio Hernando Siles, um pünktlich zum Spielbeginn wieder Fußball schauen zu dürfen.
(Der Sportliche)

Felsformation Aruntaya

Aufstieg zum Huayana Potosi

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1 Kommentar

  1. Tolle Bericht, Lars und natürlich die Bilder wenn ich gewusst hätte, dass du ohne Sauerstoff auf diese Höhe gehst und so schnell dann hätte ich wahrscheinlich Herzinfarkt gekriegt aber ist gut gelaufen alles bin stolz auf dich

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