13.04.2026 CD Totora Real Oruro – Club Blooming

CD Totora Real Oruro Club Blooming

  • 1. Liga (Primera División de Bolivia)
  • 1.000
  • 2:2
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Statistik zu Teams und Spielort
Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften bei Kopane.de 1
Anzahl Spiele CD Totora Real Oruro 1
Anzahl Spiele 1. Männerteam CD Totora Real Oruro 1
Anzahl Spiele Club Blooming 1
Anzahl Spiele 1. Männerteam Club Blooming 1
Einträge zum Estadio Jesús Bermúdez in Oruro bei Kopane.de: 1
Kapazität: 33.000 Auslastung bei diesem Spiel: 3 %
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Geschätzte Lesezeit ca. 8 Minuten

Für die weiteren Tage in Bolivien haben wir beschlossen unsere Gruppe ein wenig zu spalten. Der Sportliche nahm sich wie im vorherigen Bericht erwähnt zusammen mit einem weiteren Kollegen, der in La Paz dazustößt, eine Wanderung vor. Der Rest der Rasselbande wollte am Folgetag mit dem Bus in die südlich gelegene Stadt Oruro eiern, um dort einen weiteren Erstligakick zu verfolgen. Am Abend versuchten wir deshalb noch einen Bus vor Ort zu buchen, was sich allerdings als Mammutaufgabe entpuppte. Entweder hatten die Unternehmen am Abend schon zu oder boten am Folgetag keine Busfahrten an, da in Bolivien eine Art Feiertag war. Also belöffelten wir einen Taxifahrer, der die 3½ Stunden Fahrt für uns 6 Personen für umgerechnet ca. 100€ per Handschlag zusagte. So konnten wir beruhigt den Abend in einem kleinen Pasta-Restaurant ausklingen lassen. Okay, zwar keine typisch bolivianische Küche, aber es hat gemundet und das Essen war magenschonend, im Vergleich zu manch anderen Gerichten, die wir bisher auf der Tour verköstigt haben. Auf dem Weg zur Unterkunft hat der Südbrandenburger noch neue Schuhe erworben, die Sohle seiner New Balance Treter hat sich nämlich allmählich verabschiedet. Zufälligerweise gab es fast das gleiche Exemplar in seiner Größe bei einem Straßenhändler, das typische N auf der Seite hat den optischen Eindruck eines Originals gemacht, tatsächlich war aber nur eine kleine "New Boom"-Aufschrift auf dem Schuh zu finden. Selbst der Verkäufer musste mit uns lachen, als wir das festgestellt hatten und die Kopie abgefeiert haben.  Am nächsten Tag ging es für uns also wieder früh aus dem Nest und los zum Busbahnhof. Wir dachten uns, wir könnten unser Glück dennoch versuchen und einen Bus spontan klären, um die 100€ für das Taxi zu umgehen. Wie es der Zufall wollte, konnten wir gerade so noch in einen hüpfen und zahlten somit nur 4€ pro Person, ein echter Schnapper. Ob der Taxifahrer nach wie vor am Vorplatz des Busbahnhofs auf seinen Auftrag wartet? Nun ja, der Gute wird schon etwas anderes finden. Immer wieder kreuzten Bettler bei uns im Bus auf, weil der Karren Zwischenhalte mitten im Nirvana eingebaut hat, wo sämtliches Gesindel rein und raus durfte. Nach knappen 4½h Fahrzeit erreichten wir mittags die Stadt Oruro, welche im Ranking der Einwohnerzahlen in Bolivien den 5. Platz belegt. Unsere Bäuche knurrten, weshalb die erste Station ein Restaurant im Zentrum war, bei dem allerlei Fleisch auf kleinen Tischgrills zum schmalen Taler serviert wurde. Auf dem Weg zum Stadion wollten wir nochmal eine Kneipe für ein schnelles Cerveza aufsuchen, nachdem meilenweit nichts offen hatte, fanden wir endlich ein Etablissement, welches den Eindruck erweckte, es könnte unseren Durst stillen. Als ich hinter dem stillen Teilhaber den Weg zum Tisch antrat, habe ich mir an einem Balken an der Decke so derartig den Schädel gestoßen, dass ich mit lauten Hasstiraden dem Laden den Rücken gekehrt habe und geflüchtet bin. Sowohl die Einheimischen im Restaurant als auch der Rest unserer Truppe feierten natürlich lauthals, Schadenfreude ist eben die schönste Freude. Danke dafür. Somit ging es also doch auf direktem Weg zum Estadio Jesús Bermúdez, wo wir für umgerechnet 2€ unsere Eintrittskarten erworben haben. Als wir das große Rund betraten, bot sich uns ein schönes kleines Bergpanorama hinter einer der Tribünen. Eine Hand voll Bilder wurden geknipst und danach verkrümelten wir uns schon in den Schatten, die Sonne knallt auf so einer Höhe nämlich auch nochmal deutlich mehr. Auffällig war, dass es genau wie gestern wieder keine Sitzschalen gab, dafür aber die Stufen sehr farbenfroh bemalt waren. Es geisterten zudem wieder sämtliche Verkäufer über die Tribünen, weshalb wir uns gar nicht bewegen mussten, um Speis und Trank zu erwerben. Der Südbrandenburger und ich genehmigten uns sogar ein Eis, wobei wir im Nachgang dachten, es wäre eine dumme Idee gewesen. Einige von uns, darunter eben auch wir beide, hatten sowieso schon ordentliches Wanstrammeln die ganze Zeit über, weil wir mit dem Essen nicht so gut wie erwartet klargekommen sind. Zum Glück hat es aber nicht gleich durchgepfiffen, stattdessen durfte der Schiri das ganze Spiel über durchgehend pfeifen. Die Akteure auf dem Rasen haben sich bei jeder Berührung theatralisch fallen lassen, das war wirklich auffällig nervig aus neutraler Perspektive, zumal die Schauspieler dann auch immer ewig liegen geblieben sind. Ich bin für eine Nominierung bei der nächsten Oscar-Verleihung für die Partie, gibt's ja nicht... Tatsächlich war das Niveau ansonsten aber sogar sehr gut, es gab einige sehenswerte Spielzüge und die ein oder andere Bude ist gefallen - Zum Glück, da keine der Mannschaften eine Gruppierung hatte, die ein bisschen Alarm auf den Rängen macht, waren unsere Blicke auch durchgehend aufs Spielfeld gerichtet. Die Gäste aus Santa Cruz reisten mit etwa 15-20 Leuten an und Real Oruro wird im Vergleich zum anderen Erstligisten in der Stadt, GV San José, nicht ganz so arg besucht, weshalb tatsächlich nur geschätzte Tausend Besucher (und der ein oder andere Straßenhund) heute anwesend waren. Nach dem packenden 2:2 gingen wir zügig aus dem Stadion, unsere Gruppe trennte sich hier abermals. Der Kulturbeauftragte, der Südbrandenburger, unser Bierathlet und M. machten sich auf direktem Wege zum Busbahnhof, um die Reise rückzu nach La Paz anzutreten. Dort wurde am Folgetag ganz entspannt durch einige Ecken der Stadt geschlendert, die Seilbahn getestet und hier und dort auch ein bisschen Cerveza verköstigt. Die jugendliche Fraktion, bestehend aus Mutz Junior und meiner Wenigkeit, hatte noch einen landschaftlichen Leckerbissen auf dem Programm stehen. Unser Bus in Oruro dazu ging ein bisschen später als der vom Rest, weshalb wir sogar noch einen Aussichtspunkt auf der Spitze eines kleines Hügels der Stadt besuchten. Neben einem spitzenmäßigen Ausblick über den Ort, der bis zu den großen Weiten des Uru-Uru-Sees reichte, befindet sich hier auch ein Monument für die Jungfrau von Socavon - Eine durchaus imposante, 45m große Skulptur, die ihren Blick auf das Tal unter ihr richtet. Recht viel mehr hat die Stadt aber auch nicht zu bieten, weiter ging es für uns also nach Uyuni, nochmal ein ganzes Stück weiter südlich im Lande.

Nach unserer Ankunft gegen 1:30 nachts, standen wir bereits vor einer kleinen Aufgabe: Der Check-in im Hotel. Die Bude ist direkt am städtischen Bahnhof gelegen, welcher wiederum von 3 massiven Toren verriegelt war. Eines davon war allerdings nicht mit einem Schloss, sondern nur mit einem leichten Metalldraht befestigt. Dank meiner außergewöhnlichen Fingerfertigkeit konnte das Ding geknackt werden, um diese Uhrzeit war nämlich niemand mehr anwesend, erreichbar ebenfalls nicht. Wir haben einen offen stehenden Raum mit 2 Betten entdeckt, der zur Beschreibung unserer gebuchten Preisklasse gepasst hat, also ging es einfach rein in die gute Stube. Gleich am nächsten Morgen platzte dann auch schon die Herbergsmutti bei uns ins Zimmer, um mit uns den Check-in nachzuholen, es war am Ende kein Problem und sie musste sogar darüber lachen, wie wir hier rein gekommen sind. Nun konnte unsere Mission starten, wir wollten uns für den heutigen Tag eine Tour für die bekannte Salzwüste klären. Wir haben schon gelesen, dass das sowohl vorab online, als auch spontan vor Ort möglich sei. ChatGPT spuckte uns dazu die besten Anbieter aus und wir dackelten direkt zum ersten davon. Tour geht klar, 2 Plätze sind noch frei, Preis passt, Let's Go! Hier gleich vorab die Empfehlung unsererseits, falls einer unserer Leser ebenfalls eine Besichtigung plant: Uyuni Sweet Travel. Der erste kurze Halt war an einem verlassenen Bahnhof mit jeder Menge alter Güterzüge, auf die man für ein paar coole Fotos sogar klettern konnte. Obwohl ich bekanntermaßen so beweglich wie ein Sack Kartoffeln bin, schaffte auch ich es auf eine der Loks und durfte den Ausblick über das riesige Altiplano, so wird dieses Hochplateau in den bolivianischen Anden genannt, genießen. Etwas ungünstig ist meiner Meinung nach, dass die meisten Touren der verschiedenen Anbieter genau zeitgleich starten, weshalb es vorerst ziemlich überlaufen war am Bahnhof. Unser Fahrer hat sich im Anschluss von den restlichen Touri-Maßen aber sehr gut abgekapselt und wir hatten eigentlich immer unsere Ruhe für den Rest der Tour. Wir selbst waren noch mit einem weiteren deutschen und einem brasilianischen Pärchen an Board, was sich als entspannte kleine Truppe herausstellte. Nun steuerten wir schon die Wüste an, welche tatsächlich so wirkte wie auf vielen Bildern im Internet: Weißer Boden, bestehend aus Salz, dazu ein Horizont, der stellenweise unendlich zu sein scheint. Insgesamt 11.000 Quadratkilometer umfasst die Fläche dieses Naturspektakels, um das mal passend für die Ballsport-Fanatiker in Relation zu nehmen: Das entspricht in etwa 1,54 Millionen Fußballplätzen. Auffällig war noch, das das Salz stellenweise wabenförmig gemustert war - Erklärung: Eine dünne Salzwasserschicht unter der Kruste verdunstet durch die Sonne und durch weitere äußere Einflüsse fließt das Wasser in Strömungen, bis das Salz in der Form kristallisiert. Genug Leipzig für heute, vorhin über Lok und jetzt über Chemie geschrieben. Bis zu 45m Dicke haben die Salzschichten in der Wüste wurde uns zudem noch erklärt, ich ließ es mir auch nicht nehmen einen Tropfen als Kostprobe aus einer kleinen Pfütze zu testen: Jap, das ist tatsächlich pures Salz. Unter anderem ein von unserem Guide angerichtetes Mittagessen, ein kitschiges, aber dennoch lustiges Foto-Shooting mit ihm und ein Besuch der Isla Incahuasi, die von jeder Menge riesiger Kakteen besiedelt ist (Bis zu 12m hoch, recht viel höher werden die Teile auch sonst nahezu nirgends auf der Welt), standen für uns noch im Verlauf der Route auf dem Programm. Abends folgte die Krönung des gelungen Tages: Der Sonnenuntergang. Dazu wurde ein Teil der Wüste aufgesucht, der mit einer kleinen Wasserschicht bedeckt ist, was einen surreal wirkenden Spiegeleffekt hervorrief. Mit Gummistiefeln stapften wir hier ein wenig herum und durch die Spritzer, die auf unsere Kleidung und Haut trafen, fühlte man sich wie ein wandelnder Salzleckstein. Unser Guide räumte nochmal seinen Klapptisch raus, um für unsere Gruppe Wein & Snacks bereitzustellen und in der Ferne konnten wir sogar noch eine Schar von Flamingos beobachten. Die Atmosphäre, die Farben zum Sonnenuntergang, es hat sich einfach nur magisch angefühlt, fast schon wie auf einem anderen Planeten. Diese Erfahrung kann ich jedem, der vor hat Bolivien zu bereisen, wärmstens empfehlen!
(Der Jungspund)

Ankunft in Oruro

Jungfrau von Socavon

Salar de Uyun

Isla Incahuasi

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