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13.09.2020, 11:00 Uhr
FC Türk Sport Bielefeld 1976 e.V. III – SG Oesterweg e.V. II
Bielefeld, Sportplatz Am Kupferhammer
Westfalen Kreisliga C Bielefeld Staffel 3 – 34 Zs. – 0:6

Der Abend vor diesem Spiel im Hotel. Ich döste auf dem Bett, die Augen fielen langsam zu und plötzlich passierte es: der Kostverächter sprang auf dem Bett herum, er sprang durchs Zimmer, er sprang an die Decke, knallte auf den Boden und schoss wieder an die Decke. Immer mehr wurde er zum Gummiball bzw. zum Gummibärchen. Und kurz bevor er drohte aus dem Fenster zu stürzen, konnte ich ihn mit dem Bettlakenlasso einfangen und ihn die einzig richtige Frage stellen: „Alter! Was ist los mit dir?“ Und da brach es aus ihm heraus: „Geil, geil, geil. Guck mal hier. Ein Fußballplatz halb Rasen, halb Hartplatz. In Bielefeld, Bielefeld, Bielefeld, Bielefeld!“ Da fing es bei mir a zu klicken: Sportplatz, halb Rasen, halb Hartplatz…? Sozusagen gemischtes Hack. In Bielefeld? Davon hatte ich doch schon mal gehört. Die Schlaubiphonedadschbude gezückt und das Format des Vertrauens wenn es um skurrile Sachen in Deutschland geht bei youtube angesteuert. In die Suchleiste „extra3, Sportplatz, Bielefeld“ eingegeben und tschacka sprang mich ein Video an, welches sogleich dem Kostverächter gezeigt wurde.

Im Anschluss wurden die Ansetzungen geprüft und als feststand, dass es ein Spitzenspiel zwischen einer C- und einer B-Herde um 11 Uhr gibt, war der einhellige Beschluss der Ritter der Hartplatzrunde mit den Worten „Mach mer morgen!“ gefasst. Ganz so begeistert zeigten sich die Nr. Drölf und die Nr. 7,5 bei Kopane nicht von diesem Spiel. Eher spuckten sie bei dem Vorschlag fast das Frühstück quer über den Tisch. Wollten sie doch am Morgen die Sparrenburg und die Stadt Bielefeld erkunden. Mit dem gelben Mob reichte es vor Jahren wohl nicht dazu. Kann ich gar nicht verstehen. Vielleicht waren sie auch nur auf der Suche nach Stühleschmeißern, um wenigstens in diesem Sport ihre Skills zu verbessern.

Nun ja, nach dem das Frühstücksbuffet nahezu geplündert war und der Nachtportiere etwas komisch dreinschaute ob dessen, waren wir alsbald in Bielefeld. Unweit der Sparrenburg wurden die beiden Ignoranten mit einem lieb dahin gesäuselten „RAUS!“ und dem entsprechenden Fingerzeig zur Tür aus dem Auto gebeten. Kurz darauf waren der Kostverächter und ich bereits am Sportplatz und waren schon ganz aufgeregt. Ein Hartrasenplatz, oder auch Rasenhartplatz. Wie geil ist das denn? Der Kostverächter bekam einige Zeit danach übrigens mitgeteilt, dass es davon noch einen zweiten seiner Art in Bielefeld gibt und solche Plätze auch Glatzenplätze genannt werden. Glatzenplätze! Versteht ihr? GLATZENplätze. Weil der Rasen die Haare sind und der Hartplatz die Glatze. Wie bei so manchen Männern. Versteht ihr? VERSTEHT IHR? Glatzenplätze! Burharharharharhar….Der Hammer…...okay, okay, ich komm noch mal rein.

Die Hausherren registrierten schnell, dass wir unbekannte Gesichter und noch nicht hier waren. Freundlich wurde ich von einem Spieler angesprochen, wieso ich da war, was ich mit dem Video von extra3 beantwortete. Daraufhin beschwerte er sich über die Stadt Bielefeld, welche den Platz für 110.000 Euro sanierte und somit dem FC Türk Sport keinen Kunstrasen baut. Dieser kostet jetzt wohl um die 600.000 Euro und das ist Geld, welches Bielefeld nicht hat. Mein Gesprächspartner meinte dazu, dass vor Jahren ein Kunstrasen noch für 250.000 Euro zu haben gewesen sei. Weiterhin konnte sich kein Team des Vereins ordentlich auf die Saison vorbereiten, da sie nur einen kleinen Bolzplatz ohne Kabinen in unmittelbarer Nähe nutzen konnten. Persönlich fände ich es schade, wenn so eine Sportplatzperle verschwinden würde, aber den Kunstrasen in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

Kurz darauf wurden wir noch von einem zweiten Vereinsmenschen angesprochen, welcher uns noch sagen konnte, dass bei der Sanierung auf jeder Seite des Platzes zwei Meter Rasen weichen mussten, weil eine Drainage verlegt und die Kante Rasen- zu Hartplatz auf ein Niveau gebracht wurde. Davor war es wohl doch ein sichtbarer Höhenunterschied.

Rein sportlich war das Spiel nicht so klar, wie es das Ergebnis scheinen lässt. Ein Spieler der Gäste beschied der Heimelf in der ersten Hälfte sogar, dass sie Bock stark sei. Doch dann kam die Spielminuten 50 bis 62und aus der 1:0-Halbzeitführung wurde der 6:0 Endstand. Fünffacher Torschütze dabei Christian Rinderhagen. Dennoch hatten sich nach dem Abpfiff alle lieb. Auch wenn es im Spiel zu einer kurzen Rudelbildung kam. Wir beide trollten uns anschließend, schauten noch mal kurz im Wahllokal vorbei und gaben die Stimmen für uns ab und der Kostverächter brachte mich noch zur Straßenbahn. Er fuhr nach Paderborn um das Herman-Löns-Stadion mit dem SC Aleviten Paderborn kreuzen zu können und ich mit der Straßenbahn quer durch die Stadt zum Hauptbahnhof die beiden Aussätzigen einsammeln. Endlich mal ein neuer Straßenbahnpunkt in der Liste. (goju)






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Ahoj, du hast das Wort.

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