14.05.2011 Offenbacher FC Kickers – SG Dynamo Dresden

14.05.2011, 13:30 Uhr
Offenbacher FC Kickers – SG Dynamo Dresden
Offenbach, Stadion Bieberer Berg
3. Liga – 7.713 Zs. – 2:3

Das Saisonfinale stand an und der Spielplan führte uns zum 38. und letzten Spieltag zu den Kickers nach Offenbach am Main. Dynamo hat es geschafft sich durch Siege und Ausrutscher der Konkurrenz die Chance auf die Relegation und die damit verbundene Aufstiegschance zu wahren. Offenbach selbst spielte lange Zeit oben mit doch versagte ebenso wie Erfurt in den Spielen zu Saisonende. Es ist unsere Chance! Jeder konnte sich glücklich schätzen eine Karte für dieses „Endspiel“ aus dem begrenzten Kontingent erstanden zu haben. Die Vorfreude auf diesen Tag war groß und weithin spürbar.

 Am Spieltag wurde die Stadt am Main dann mit dem Auto angefahren. Überall um das Stadion war alles mit Anhänger der schwarz-gelben anzutreffen. Heute musste fast schon gewonnen werden weil so gut wie jedem klar war das sich der letzte verbleibende Konkurrent auf Platz 3. – Wehen Wiesbaden – im Duell bei Bremen II keine Blöse geben würde. Nachdem man nach und nach alle Sicherheitsringe überwand kam es dann an den Einlasstoren zum Stadion zu Problemen auf die ich jetzt nicht eingehe sondern auf die Stellungsnahme der „Fangemeinschaft Dynamo e.V.“ verweisen möchte. Nachdem der Anpfiff der Begegnung schon 15 Minuten nach hinten raus verschoben wurde verschlug es mich aber trotzdem erst etwa 8 Minuten nach Anpfiff in den Gästeblock. Dieser befand sich heute ganz links auf der „Waldemar Klein“-Tribüne. Denn das altehrwürdige Stadions am Bieberer Berg befindet sich zur Zeit im Umbau zu einem „modernen“ 08/15 Fußballtempel aus Beton wie es die anderen schon sind. Nachdem ich dann auch Stellung im Block bezogen hatte gab es auch sogleich Eckball für die SGD welchen Christian Fiel nach innen bringen sollte. Im 16er stieg Dani Schahin am höchsten und köpfte zum ersehnten Führungstreffer ein, was mit etwas Pyrotechnik gefeiert wurde. Die Mannschaft lief heute in Sondertrikots auf welche von der Vereinsführung in 1953er Auflage produziert wurde. In Minute 26. nickte dann Schuppan zum 2:0 ins Gehäuse ein. Der Mob natürlich am feiern denn Dynamo macht das Spiel und alles läuft nach Plan. Sogar auf den Heimtribünen tummelten sich an die 400 Dresdner welche sich auch kurzzeitig mit Anhängern der Offenbacher auseinandersetzen mussten. Kurz vor der Halbzeit – der Stadionsprecher verkündete gerade dass nun auch der letzte Dynamo-Fan im Stadion war – verkürzte Mesic zum 1:2. Mist! Unnötig! Aber erstmal Halbzeit! Nach der Pause ging es engagiert weiter doch der OFC übernahm so langsam das Zepter der Partie. Und plötzlich konnten die rot-weißen den Ausgleich bejubeln als Fiel einen Pass vor das Tor verhindern wollte aber dabei unglücklich ins eigene Tor abfälschte. Das tat weh! Bange Minuten die man jetzt auf der Tribüne erlebte denn Dynamo brauchte unbedingt noch ein Tor. Doch dann sollte die 74. Spielminute kommen welche alle in entsetzen verfallenen zum Ausrasten bringen sollte. Der Eingewechselte Gerrit Müller setzte sich über links durch und brachte den Ball nach in den Strafraum doch dort verpasste erstmals Schahin…aber das Leder ist noch heiß und Esswein spielt an den 5er wo Fiel über den Ball schlägt…doch in dessen Rücken lauert noch Schahin welcher das Leder dann schlussendlich doch noch über die Linie drückte zum erlösenden TOOOOOOOOOOOR!
Dieser Torjubel ging unter die Haut. Ein wirklich unbeschreiblicher Moment rund um dieses Tor. Währenddessen positionierte sich der Staatsapparat vor dem Gästeblock. Was die da wieder wollten?! Nun stand es also 2:3 und unsere Kicker hielten dieses Ergebnis auch noch bis Benny Kirsten den Ball aus der Luft pflückte und der Unparteiische abpfiff. Es war also offiziell dass unsere SG Dynamo Dresden in die Relegation 2010/11 zur 2.Liga darf. Ein großer Erfolg mit dem keiner vor dieser verrückten Saison rechnen konnte. Gefeiert wurde dieser Erfolg mit dem Team bei „UFFTA“ und dem sich zum Klassiker entwickelnden „Europapokal“ Lied.

Gewonnen ist aber mit dem heutigen Tag noch nichts aber ein großer Schritt in Richtung Zweitligarückkehr wurde getan. Auf der Heimfahrt wurde dann noch über den möglichen Gegner für die anstehende Relegation philosophiert. Oberhausen? Osnabrück? Oder vielleicht dann doch eher der Karlsruher SC? Abwarten! Egal wer kommen mag, wir werden weghauen was sich uns in den Weg stellt! (FelixDW)

Pressemitteilung – Fangemeinschaft Dynamo entsetzt über Einsatz in Offenbach

Montag, 16. Mai 2011

Im letzten Spiel der gerade abgelaufenen Saison traf die SG Dynamo Dresden auf die Kickers aus Offenbach. Bereits lange vorher war klar, dass die bauliche Situation rund um den Bieberer Berg ungünstig sein wird. Um so unverständlicher ist für uns das, was am Sonnabend passierte.
Die Situation am Einlass ins Stadion wurde durch völlig konzeptlose Einheiten der Polizei und der Ordnungskräfte regelrecht provoziert. Nicht nur willkürliche Festnahmen, sondern auch das Verhalten der Einsatzkräfte waren alles andere als deeskalierend. Unsinnige Aufrufe an mehr als 800 Menschen, geschlossen zurückzutreten, wechselten sich mit der Androhung von Gewalt ab. Die Stimmung heizte sich durch derartiges Verhalten

weiter auf und drohte endgültig zu kippen. Innerhalb des Stadionbereiches wurden die Fans aufgerufen, per Telefon oder SMS beruhigend auf die Wartenden einzuwirken. Dagegen wurden die mit offiziellen Arbeitskarten des OFC ausgestatteten Fanvertreter der Fangemeinschaft Dynamo beim Versuch, direkt am Tor deeskalierend auf die eigenen Fans einzugehen, mit Platzverweisen belegt. Die damit einhergehenden Beschimpfungen führender Polizeibeamter empfinden wir als Provokation und deutliches Signal an uns Fanvertreter, dass eine Beruhigung der Lage gar nicht gewollt war. Aussagen in diese Richtung gab es jedenfalls mehrfach.

Leider durften wir auch zum wiederholten Male erleben, dass seitens der Polizei der Einsatz von Pfefferspray einer immer weiter sinkenden Hemmschwelle unterliegt. Ohne tatsächlichen Grund wurde willkürlich und rücksichtslos in Menschenmengen gesprüht, Verletzungen von unschuldigen und wehrlosen Fans dabei mindestens billigend in Kauf genommen. Wir empfinden es als unerträglich, dass Menschen, die zu einer offiziellen Veranstaltung gehen wollen, bereits vorbeugend erklärt wird, sie müssen mit der Gewalt staatlicher Einsatzkräfte rechnen. Das Verhalten der Polizei und der Einsatzkräfte in Offenbach war eines Rechtsstaates unwürdig und ist in keiner Weise mit dem ersten Artikel des Grundgesetzes zu vereinbaren.

Die Fangemeinschaft Dynamo ist stolz auf das Verhalten der Dynamofans. Nur der Besonnenheit der großen Masse ist es zu verdanken, dass die Situation in Offenbach trotz ständiger Provokationen und unsinniger Restriktionen nicht eskaliert ist. Dem gegenüber steht das Entsetzen über die Art und Weise einer Machtdemonstration hauptsächlich uniformierter Beamter im Staatsdienst, die ihre Aufgabe, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, gründlich missverstanden haben. Gewalt ist aus Sicht der Fangemeinschaft Dynamo niemals ein Mittel, um vorhandene Probleme zu bekämpfen. Weder auf Seiten der Fans, noch auf Seiten der Polizei und Ordnungskräfte.

Die Fangemeinschaft Dynamo bedauert jeden einzelnen Verletzten. Keinem Fan, keinem Ordner und keinem Polizeibeamten sollten solchen Risiken durch mangelhafte Konzeption aufgebürdet werden. Die für die Sicherheit Verantwortlichen haben am Sonnabendnachmittag jedoch genau dies durch ihr völliges Versagen getan.

Vorstand
Fangemeinschaft Dynamo e.V.

Offener Brief der Fangemeinschaft Dynamo an die Verantwortlichen der Offenbacher Kickers 1901

Montag, 16. Mai 2011

Sehr geehrter Präsident, Herr Dieter Müller,
sehr geehrter Geschäftsführer, Herr Thomas Kalt,
sehr geehrter Sicherheitsbeauftragter, Herr Gernot Hess,
sehr geehrte Fanbeauftragte, Herr Matthias Schmidt und Herr Raffael Baccaro,

nach dem Spiel der Offenbacher Kickers 1901 gegen die SG Dynamo Dresden ziehen wir, die Fangemeinschaft Dynamo, eine erschreckende Bilanz. Medienberichten zufolge zählten die Sanitäter und Ärzte vor Ort insgesamt 29 Verletzte. Dies ist umso bedauerlicher, als dass jeder einzelne Verletzte an diesem Tag vermeidbar gewesen wäre.

Dynamo Dresden hat selbst Erfahrungen mit dem Spielbetrieb auf einer Baustelle. Dennoch gab es in Dresden zu keinem Zeitpunkt der

Bauphase Verletzte durch mangelnde Sicherheitskonzepte. Aus unserer Sicht wurden bereits in der Vorbereitung des Spieles gravierende Fehler begangen.

Im Ergebnis musste das Spiel eine viertel Stunde später angepfiffen werden, gleichwohl zu diesem Zeitpunkt noch mehrere hundert Dresdner vorm Stadion warteten. Eine vollkommen unübersichtliche Situation am Eingang, die leicht vermeidbar gewesen wäre, ist dabei nur der Anfang der Kette von Unverständlichkeiten. So ist es der Konzeptlosigkeit aller Sicherheitskräfte geschuldet, dass Offenbacher Fans aus ihrem eigenen Block mit Polizeigewalt vertrieben werden mussten. Im Dresdner Fanblock wurde Pfefferspray eingesetzt, weil einige Wenige auf dem Zaun saßen, ebenso am Treppenaufgang gegen Fans, welche dort auf die sich vor dem Stadion befindlichen Personen warteten. Verletzungen Unschuldiger wurden dabei billigend in Kauf genommen. Aufrufe über den Stadionsprecher waren inhaltlich an Dreistigkeit kaum zu überbieten. So wurden die Dresdner Fans aufgerufen, beruhigend auf die Masse eigener Fans vor dem Stadion einzuwirken. Diesem Aufruf folgend wurden dann Fanvertreter trotz Arbeitskarte mit Platzverweisen belegt. Niemand im Stadion war als Ansprechpartner oder Vermittler zur Stelle, mit dem man gemeinsam die Situation beruhigen hätte können. Ein sogenannter „Communicator“ der Polizei warb sogar mit „privaten Problemen“ um Verständnis.

Höhepunkt der Peinlichkeiten waren dann die minutenlang wiederholten Androhungen von Gewalt durch die Polizei über das Mikrofon des Stadionsprechers, begründet mit der Aussage, man wolle keine Gewalt. Dass Fans auf Zäunen sitzen, mag nicht gewollt sein. Sie haben durch das ausgesprochene Verbot auch nichts darauf zu suchen. Dieses einfache Sitzen aber als „Aggression“ zu bezeichnen, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten!

Sehr geehrte Verantwortliche des OFC,

zusammengefasst haben Sie im Zusammenhang mit dem genannten Spiel Ihre mangelnde Fähigkeit demonstriert, ein Spiel unter den gegebenen Bedingungen sicher und kontrolliert durchzuführen. Für die Vertreibung der eigenen Fans aus dem eigenen Block aufgrund mangelnder Organisation der angezeigten Fantrennung, für die völlig undurchdachte Zuführung der Dresdner Fans zum Stadion und für die offene und wiederholte Androhung von Gewalt sollten Sie sich schämen! Das ist eines ambitionierten Drittligisten nicht würdig!

Vorstand

Fangemeinschaft Dynamo e.V.

Ahoj, du hast das Wort.

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