15.04.2026 Club Deportivo Boquense – J.G.C. La Esperanza Pisco

Club Deportivo Boquense J.G.C. La Esperanza Pisco

  • 6. Liga (La Liga Provincial de Pisco)
  • 500
  • 0:1
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Statistik zu Teams und Spielort
Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften bei Kopane.de 1
Anzahl Spiele Club Deportivo Boquense 1
Anzahl Spiele 1. Männerteam Club Deportivo Boquense 1
Anzahl Spiele Club Joe Gutiérrez Carhuas La Esperanza Pisco 1
Anzahl Spiele 1. Männerteam Club Joe Gutiérrez Carhuas La Esperanza Pisco 1
Einträge zum Estadio Municipal Teobaldo Pinillos Olaechea in Pisco bei Kopane.de: 2
Kapazität: 5.000 Auslastung bei diesem Spiel: 10 %
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Geschätzte Lesezeit ca. 7 Minuten

So jetzt darf ich wieder. Nach dem La Paz hinter uns gelassen wurde, schwebten die Luis zu siebt in Peru am internationalen Flughafen-Jorge Chavez in Lima ein. Der Rumtreiber wurde im Apartment zurückgelassen und reist allein weiter. Mietwagen abgeholt und ab Richtung „Wakama“ an der Pazifikküste. Es standen nun mehrere Tage am Meer an. Wir frotzelten schon, dass nach neun Tagen auf Tour und teilweise sehr frühen Aufstehen nun endlich der Urlaub anfängt. Kurz vor Ankunft an unserem gebuchten Strandhaus überholte uns auf einmal ein Polizeiauto und bat uns rechts anzuhalten. Angeblich wäre unser Licht nicht an gewesen. Unser Mietwagenverleiher warnte uns schon, dass die Polizei korrupt wäre und wenn es Probleme geben sollte, können wir ihn gern anrufen. Nachdem wir erklärten, dass das Licht automatisch angehen würde, waren den Beiden auf einmal unsere Boarding Cards wichtig. So durften wir also zwei Verkehrspolizisten unsere Flugtickets zeigen. Ja, ja die Tickets wären ok, doch das Licht war nicht an, so ihre Aussage. Als der Sportliche dann unseren Telefonjoker aus dem Ärmel schüttelte, und meinte sie sollen bitte unseren Mietwagenverleih anrufen, wurde uns eine gute Weiterfahrt gewünscht. Geht doch. Der Sportliche meinte kurz darauf, wenn er das Licht anhat, würde das Display mit dem Navi dunkel werden und er hätte so ab und zu mal das Abblendlicht ausgeschaltet. Aha, Frechheit siegt. Zufrieden fuhren wir weiter. Unser Ferienhaus am Playa los Ángeles de san Miguel war schon was Feines. Drei Schlafzimmer, mit drei WCs, ein geräumiges Wohnzimmer, eine Grillmöglichkeit und eine große, überdachte Dachterrasse. Das Meer ca. 50 m entfernt. Die Ferienanlage war zu dieser Zeit fast leer und so konnten wir endlich ein wenig entspannen. In Peru ist im April der Übergang zwischen Sommer und Winter. Die Temperaturen sind mild und alles ist grün. Natürlich ist dies je nach Region in diesem großen Land unterschiedlich, doch an der Küste ist es das ganze Jahr über trocken und sonnig. Also ideale Bedingungen für einen Badeurlaub. Und dies wurde selbstverständlich voll ausgekostet. Nachdem ein paar Luis im nahegelegenen Supermarkt für über 400 € einkauften, kam der Ladenbesitzer aus seinem Büro, um zu sehen, wer hier so viel Kohle auf einmal auf den Tisch legt. Ist man wohl nicht gewohnt. So konnten wir drei Tage als Selbstversorger relaxen. Die Jungs gönnten sich einige Cocktails, der stille Teilhaber bediente den Grill, als ob er nichts anderes machen würde und wir lümmelten um die Wette. Der Pazifik verlangte uns einiges ab und die Wellen machten einen Heidenspaß. Da war gleich klar, wer Chef im Ring ist. Einfach klasse.

Der Jungspund kam auf einmal mit dem Vorschlag um die Ecke, dass er ein Spiel im Nahen Pisco gefunden hätte. Wenn man die Social-Media-Präsenz richtig deutet, könnten wir dort auch ein wenig Stimmung erwarten. Da waren sich natürlich alle einig und so wurde das Match am Mittwochabend eingeplant. Hat er gut gemacht, unser Jungspund! Als Fahrer im peruanischen Verkehr gaben wir ihn aber keine Bestnote. Das Hupen der anderen Autofahrer brachte ihn leicht aus der Fassung und uns zum Lachen. Am Estadio Teovaldo Pinillos mussten wir uns erstmal orientieren, um den Eingang zu finden. Drinnen hörten wir schon die ersten Gesänge, also schnell 7 Sol bezahlt, was nicht mal 2 € sind und hinein. Die Liga Provincial de Pisco ist, wie der Name schon verrät, eine Provinzliga und findet auf Bezirksebene statt. Sie wurde am 25. Oktober 1923 gegründet und zählt damit zu den ältesten und traditionsreichsten Amateurligen Perus. Dieser Wettbewerb dient als Qualifikationsturnier für die Copa Perú. An deren Ende der Aufstieg in die professionelle 2. Liga winkt. Somit sind die Mannschaften und die Fans engagiert bei der Sache. Wir schauten uns erstmal um, wer hier wer ist, da beide Vereine blau-gelbe Vereinsfarben hatten. Esperanza Pisco hatte die größere Fanmasse hinter sich vereint. In Zaunfahnen-Ranking stand es zwar 2 zu 2 und beide Seiten hatten ihre Musikkapellen dabei, doch Esperanza hatten einen ordentlichen Haufen, mit ca. 40 Mann am Start. Die legten auch schon vor Anpfiff gut los. Da wir erkannten das zum Intro eine Pyroshow geplant war, fragte wir, ob man in den Innerraum dürfte und Fotos machen könnte. War alles kein Problem. Top! Ich lernte vor dem Anstoß noch einen Mitarbeiter des regionalen Senders „Accion Deportiva Pisco" kennen. Er konnte uns einige Informationen über das heutige Spiel und die Teams geben. In der zweiten Hälfte gaben dann der Jungspund und ich noch ein Interview vor laufenden Kameras. Bei der angesprochenen Pyroshow wurden aus dem Block der Esperanza-Hinchas ganz ungezwungen mehrere Raketen-Shooter aus dem Fanblock in den Nachthimmel von Pisco abgefeuert. Dazu die Klänge der Instrumente, die Fangesänge und fertig war ein super Intro. Im oberen Bereich des Blockes wurde ein sehr großer Doppelhalter gezeigt. Auf ihm waren Soldaten in Kampfmontur, angreifende Flugzeuge, Stacheldraht und Handgranaten zuerkennen. Mittig war das Vereinslogo enthalten und weiter die Slogans „FÚTBOL Y EJÉRCITO“ -Fußball und Armee und „LA PASIÓN SE DEFIENDE EN LA CANCHA Y EN LA VIDA“ - Die Leidenschaft verteidigt man auf dem Spielfeld und im Leben. Da ich im Innenraum stand konnte ich die Zaunfahnen, von welchen ich vorhin schrieb in Ruhe betrachten. Zwar gedruckt, aber sie zeigten wieder viel Symbolik und Aussagen: „LOS MENORES YA CRECIERON“ – Die Kinder sind erwachsen und „LOS MALDITOS DE LA BULEJE“- Die Verdammten von Buleje. La Esperanza ist ein Bezirk im Süden von Pisco. Er liegt im Distrito de San Andrés und Buleje ist wiederum eine Siedlung in La Esperanza. Sie hat keinen allzu guten Ruf und wird oft mit Bandenkriminalität in Verbindung gebracht. Auf der Zaunfahne sind auch links und rechts zwei Pistolen abgebildet. Neben dem Vereinswappen befand sich der Soldat Joe Gutiérrez Carhuas. Ihm zu Ehren wurde der Verein 1996 gegründet. Joe Gutiérrez Carhuas ist vor allen in seiner Heimatstadt Pisco ein Nationalheld. Er fiel während des Cenepa-Krieges 1995. Dieser Krieg war eine kurze, aber heftige militärische Auseinandersetzung zwischen den Streitkräften Perus und Ecuadors. Der Konflikt trug sich im Einzugsgebiet des Flusses Cenepa zu, einer Region mit dichtem Dschungel. Der langjährige Grenzstreit zwischen Ecuador und Peru entstand, da es keine klare Grenzziehung in diesem Gebiet des Amazonas-Regenwaldes gab. Am Ende des Konfliktes wurde der Grenzverlauf durch den Vertrag von Brasília im Jahr 1998 verbindlich festgelegt. Ich muss ehrlich eingestehen, dass ich von diesem Krieg noch nie etwas gehört habe und nur durch unsere Reise und das Recherchieren für diese Zeilen darauf gestoßen bin. Von CD Boquense waren ca. 15 Fans am supporten. Sie hatten aber immerhin fünf Trommeln am Start. Da sie in direkter Nähe zu den La Esperanza-Hinchas standen, die wie gesagt auch eine Musikkapelle inklusive Trompeten hatten, wirkte die musikalische Unterstützung beider Seiten sehr durcheinander. Die recht jungen Fans hatten eine kleinere, blau-gelbe Zaunfahne mit Vereinswappen und eine große mit dem Schriftzug „BOQUENSE“ und „Cuando no se puede con las piernas, se puede con el corazón“ - Wenn es nicht mit den Beinen geht, geht es mit dem Herzen, am Zaun gebracht. Wir haben schon während des Spiels festgestellt, dass CD Boquense eine gewisse Affinität zu Boca Juniors hat. Natürlich durch die Vereinsfarben, aber auch durch ein abgewandeltes Boca-Logo auf der Zaunfahne. Darin stand anstatt „CABJ“ der Slogan „La 12 de Boquense“. Der Name CD Boquense ist auch eine direkte Hommage an „Boca Juniors“. Denn das Adjektiv boquense steht im Spanischen für alles, was aus dem Viertel La Boca stammt. Wer Fan der Boca Juniors ist, nennt sich selbst auch Boquense. 2005 wurde der Verein gegründet. Die bessere Unterstützung durch den Esperanza-Haufen verhalf ihren Team auch zum knappen 1:0 Sieg. Am Ende der Spielzeit stand aber CD Boquense an der Spitze der Liga Provincial de Pisco. Schon klasse wie viele Hintergrundgeschichten dieses unverhoffte Spiel bot. Hat auch viel Spaß gemacht die Informationen zusammen zu tragen. Was man auch nicht so oft sieht, ist dass in der 30. Minute der Tormann des Heimteams einen Freistoß schoss und das nicht mal schlecht. Aber Heimteam ist auch nicht ganz richtig, da beide Vereine das Estadio Teovaldo Pinillos als Spielstätte nutzen. Wir futterten hingegen in der Halbzeit die kleinen mobilen Essenstände leer und schnabulierten unser Cerveza Cusqueña. Nachdem Spiel bedankten sich beide Teams bei ihren Fans. Bei J.G.C. La Esperanza logischerweise etwas euphorischer. Ein paar Luis durften dann noch Fotos mit weiblichen Esperanza Fans machen. Nach einigen verbalen Spitzen von anderen Esperanza-Hinchas in Richtung der Frauen, geiferten diese ordentlich zurück. Wir fuhren noch kurz in die Stadt und holten uns an einen belebten Platz noch ein wenig Street Food zum Abendessen und fuhren äußerst zufrieden zurück nach „Wakama“. Bisher das beste Spiel der Tour.

(Der Kulturbeauftragte)

Cuando ya no se puede con las piernas, se puede con el corazón

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Wenn man nicht mehr mit den Beinen kann, kann man mit dem Herz

LA PASIÓN SE DEFIENDE EN LA CANCHA Y EN LA VIDA

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Man verteidigt die Leidenschaft auf dem Spielfeld und im Leben

Hommage an Joe Gutiérrez Carhuas

Playa los Ángeles de san Miguel

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