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15.08.2020, 15:00 Uhr
FK Bohemia Poděbrady – FK Čáslav B
Poděbrady, Stadion u Radiostanice
Testspiel – 71 Zs. – 6:0

Was sind die besten Erfindungen der Menschheit? Fahrräder und Züge. Und beide sollten heute wieder genutzt werden. Das Fahrrad, um zum Bahnhof zu kommen und der Zug, um zu einem anderen Bahnhof zu kommen. Und um eins vorweg zu nehmen: Es gibt wohl nur wenige Bahnhöfe, bei denen Stadion- und Eisenbahnromantik so nah beieinander liegen, wie es in Děčín der Fall ist. Fällt Mensch aus dem Hinterausgang des Bahnhofes, steht er fast schon im Stadion. Immer wieder schön hier. Schon allein der Klang der Lautsprecherdurchsagen.

Doch Děčín sollte heute nicht das Hauptziel sein. Dieses war Poděbrady, welches wie Dresden und Děčín an der Elbe liegt. Doch einfach so die Elbe flußaufwärts fahren war leider nicht. Mit dem Rychlík ging es zunächst von Děčín nach Česká Lípa auf einer utopisch geilen Strecke. Und der Dieselknecht Marke Fenster-auf-Zug gab sein bestes, um den Anschluss nach Poděbrady in Česká Lípa nicht zu verpassen. Dort wurde von der geliebten CD zum Bahnanbieter Arriva gewechselt, was seinerseits ein Ableger der DB ist. Und schon nahmen die Minuten der verspäteten Ankunft zu. Typisch DB ;-) Wobei ich selber die DB nicht als allzu unpünktlich empfinde. Es ist halt wie immer ein Zusammenspiel von vielen Dingen. Viele Reisende, Ein- und Aussteigen am besten gleichzeitig, alle rammeln zur gleichen Tür und dann muss ja noch das Gepäck in oder aus dem Zug geladen werden. Wie es halt so ist: Menschen!

Nach Poděbrady ging es via Doksy (ich spielte schon mit dem Gedanken auszusteigen und mich wieder an den Strand zu legen), Mladá Boleslav und Nymburk. In Poděbrady (Stand Januar 2019 14.186 Einwohner) angekommen, sofort aus dem Bahnhof gestolpert und gleich über den gegenüberliegenden Park erstaunt gewesen. Seines Zeichens ist Poděbrady ein Heilbad und sieht dementsprechend im Zentrum sehr gepflegt aus. Neben dem Park verläuft eine breite Flaniermeile, welche gesäumt von Restaurants ist. Und da gerade Mittagszeit war, waren viele Menschen unterwegs und die Restarants gut gefüllt. Viel hat die Stadt an sich nicht zu bieten. Das Zentrum ist relativ klein und erstreckt sich quasi von der Elbe bis zum Bahnhof. Aber für einen entspannten Tag reicht das hier allemal. Und wer eine kleine und feine Stadt sucht, in welcher die Rente geruhsam über die Zeit gebracht werden kann, ist hier sicherlich richtig. Mir persönlich hatte es gefallen. An der Elbe lässt sich gut mit dem Rad oder Inlineskatern fahren, sowie Joggen oder Wandern. Und Kultur gibt es halt und alles wirkte sehr entspannt hier. Zumal neben der Kultur auch noch gerade eine Miss-Tschechien-Wahl war und auch ein Volksfest stattfand. Somit allerlei Trubel hier und ich bereute, als ich an der Bühne am Park ankam, dass ich kein Sportzeug dabei hatte. Denn stand hier ein Boxring und ein örtlicher Boxverein stellte sich vor und warb wohl um neue Mitglieder. Schade, schade…..Wäre Der Kulturbeauftrage dabei gewesen, ich hätte ihn in den Ring geschliffen und dann hätte er sich mal gerade machen können. Aber der hätte wohl eher das Motto "Hoch die Hände - Wochenende" geäußert und wäre an den nächsten Bierstand verschwunden. Und das so schnell, der Roadrunner wäre eine Schnecke gegen ihn.

Doch für Kultur und Sport war ich in dem Sinne nicht hier. Das Ziel der Mach-dich-ran-Tagesaufgabe war ja schließlich das große Stadion zu Poděbrady. Kurz ein Stück an der Elbe entlang, links weg durch einen anderen Park, über die Hauptstraße und ich stand davor. Und wollte direkt wieder kehrt machen und nach Hause fahren. Denn was hier veranstaltet wurde, spottet wieder jeder Beschreibung. Eigentlich war die Meldung, dass im Stadion der Rasen neu gemacht wurde und deswegen letzte Saison auf dem UMT gespielt wurde. Wenn nun aber nur der Rasen neu gemacht wird, wieso werden dann die geilen alten Stehstufen an der Haupttribüne und auf der Gegengerade weggerissen. Zumal die Gegengerade auch noch durch eine 0815-Stahlrohrtribüne ersetzt wurde. Am UMT mag das Teil ja noch gefallen, weil besser als nichts. Aber im Stadion? Als Ersatz für die alten Stehstufen? IHR.HABT.DEM.STADION.DEN.CHARME.GERAUBT! Da musste ich echt froh sein, dass die alte Haupttribüne noch stand. Ist das hier hässlich geworden. Da hob das 6:0 der Heimelf meine Stimmung auch nicht an. Was war ich froh über den Abpfiff. Verschlimmbessern die das Stadion. Pfeifen! In Poděbrady geht der erste Platz in der Stadionrangliste somit an das Stadion Obora.

Bilder vom November 2013

Froh war ich auch über den Abpfiff, weil meine Wasserflasche leer war und ich noch einen Trinkbrunnen mit Heilwasser im Zentrum ansteuern wollte, um die Flasche wieder zu füllen. Und wie ich da ankam, hatten noch mehr Menschen den gleichen Gedanken, füllten dort ihre Trinkbecher und tranken, als gäbe es morgen kein Wasser mehr. Und dann war ich an der Reihe. Die Flasche gefüllt und erster Geruchstest. Es roch schon mal anders das Wasser. Der Geschmackstest verzog mir komplett das Gesicht und so schnell, wie das Wasser in der Flasche war, war es auch wieder draußen. Also ich weiß jetzt nicht, wie Brackwasser schmeckt...aber viel fehlt da glaub ich nicht mehr zu. Das Heilwasser hier ist direkt ab Quelle mit irgendwelchem Sprudel und hat einen Geschmack, dagegen ist das „Dresdner Rohrperle“ ja ein Edelwässerchen sondergleichen. Und dann steht da noch auf dem Trinkbrunnen „Elixier a amen“. Ja nee, wenn ich erst gläubig werden muss, damit mir die Brühe schmeckt, lass ich es lieber. Aber tut euch keinen zwang an und probiert es selber. Bekanntlich frisst der Teufel in der Not ja fliegen. Und was es hier noch geiles gibt: Ein sogenanntes Fahrradparkhaus. Okay, nur als Turm. Aber an welchem Bahnhof in Dresden kann ich bitte mein Fahrrad so sicher abstellen?

Unspektakulär und ohne großartige Verspätungen ging es zurück. Von Děčín bis nach Bad Schandau war wieder der Da-fallen-mir-die-Augen-zu-Schaffner im Zug, welcher uns letztes Wochenende besonders positiv aufgefallen war. Wenn die CD mal einen Schaffner des Jahres nominiert, mache ich mobil und hohle Stimmen von euch allen für ihn. Dieser Mensch lebt seinen Beruf und ist einfach nur ein utopischer Kunde. (goju)






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Ahoj, du hast das Wort.

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