20.05.2011 SG Dynamo Dresden – VfL Osnabrück

20.05.2011, 20:30 Uhr
SG Dynamo Dresden – VfL Osnabrück
Dresden, RUDOLF-HARBIG-STADION
Relegation zur 2. Liga – 28.760 Zs. – 1:1

Unsere Mannschaft hatte es also geschafft. Mit einem tollen Saisonendspurt hat sie in einer nur mittelmäßige Saison noch den Relegationsplatz drei erreicht. Einleitend muss ich glaube gar nicht so viele Worte verlieren, denn es dürfte jeden bekannt sein das ganz Dresden heiß war auf dieses Spiel und auf die mögliche, lang ersehnte, Rückkehr in die 2. Liga. Doch entgegen aller Logik mussten wir als Außenseiter zuerst im heimischen Stadion gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga antreten. Ruckzuck waren auch alle Karten für dieses Spiel vergriffen. Jeder wollte dabei sein. Geschäftsführer Volker Oppitz sprach sogar davon dass man über 60.000 Tickets für diese Partie verkaufen konnte.

Schon weit vor Spielbeginn tummelten sich tausende Fans im Stadion. Als Osnabrück Spieler dann den Rasen zur Platzbesichtigung betraten trafen sie schon auf einen Dynamo Anhang der ihnen deutlich machte wer Herr im Haus ist. Die Euphorie auf dieses Spiel war überall schon weithin groß sicht- und spürbar. Und als dann schließlich unsere Mannen zum Aufwärmen einliefen wurde ihnen sofort klar gemacht dass wir hier und heute der Meilenstein für den Aufstieg gelegt werden sollte. Zum Intro im K-Block fand sich dann jeder der in der Startelf stehenden Spieler, in Form eines Spruchbandes, auf seiner Position im mit gelben Zetteln unterlegten System des Trainers wieder. Und in den äußeren Blöcken, jeweils schwarz unterlegt, die Reservespieler. Diese Choreographie war Ausdruck genug dafür dass wir alle hinter dieser/unserer Mannschaft stehen und gemeinsam das große Ziel angehen. Als das Spiel angepfiffen wurde zeigt unser Team gleich ordentlich Fußball, doch mit noch deutlichem Respekt vor den höherklassigen Gästen. Diese Höherklassigkeit war aber kaum sichtbar und so war es allein der mangelnden Chancenverwertung geschuldet das dieser Rudolf-Harbig-Stadion genannte Hexenkessel noch nicht in völlige Exthase ausbrechen konnte. Doch auch Osnabrück, für die es um Alles ging, spielte phasenweise doch sehr munter mit. Vor allem nach Hohen Bällen wirkten sie immer gefährlich. Bis zur Pause konnte sich Dynamo jedoch immer befreien so dass die ersten 45. Minuten folgerichtig zu Null endeten. Und zur Stimmung!? Keiner musste erst großartig Motiviert werden, denn jeder im Block zogen gut mit. In Hälfte zwei knüpften beide Mannschaften an ihre engagierte Leistung aus Halbzeit eins an so dass schon abzusehen war das nicht viele Tore fallen würden. Doch dann sollte für dieses Spiel eine einschneidende Szene folgen. Der Osnabrücker Verteidiger und Standartspezialist Alexander Schnetzler schnappte sich den Ball und legte ihn sich unter lauten Schmährufen vor dem K-Block zum Eckball zurecht und schlug ihn anschliesend in Richtung Sechzehnmeterraum. Ein Gästespieler sprang an dem in dem hineinsegelnden Ball vorbei und irritierte damit den am Fünfmeterraum stehenden Lars Jungnickel so sehr das ihm der Ball an’s Bein sprang und von da sah jeder nur noch regungslos mit an wie das Leder die weiße Linie zu den schwarz-gelben Tornetze überquerte. Dieser Moment war als hättest du eine Stecknadel fallen hören können, denn blitzartig verstummten alle Gesänge. Jeder der es mit Dynamo im Herzen trug war geschockt, ja wie gelähmt sogar und schlug die Arme über den Kopf zusammen. Nur vom spärlich gefüllten Gästeblock konnte man leise Stimmen vernehmen die etwas wie Jubelklänge andeuteten. Und einige Bengalen entflammten aus dieser Ecke auch im Flutlicht gen Abendhimmel. Nun fragte man sich leise: „War’s das schon wieder mit Dynamo?“ Nein, das konnte es noch nicht gewesen sein! Osnabrück hatte zwar nun das für sie so wichtige Auswärtstor und somit einen kleinen psychologischen Vorteil, doch unsere Elf wackeren Mannen auf dem Platz sollten in der restlichen Zeit noch einmal alles Vorhandene in die Waagschalle werfen. Und so erspielten sie sich noch Möglichkeit um Möglichkeit. Aber Osnabrück hielt immer wieder kämpferisch dagegen. Der heranrutschende Robert Koch sollte es dann sein welcher einen schön heraus gespielten Spielzug über Esswein und Schahin zum mehr als verdienten Ausgleich veredelte. Die Mannschaft wollte jetzt mehr, doch einige Fans steckten wohl immer noch in der Starre des Gegentores so dass der Support in den letzten Minuten etwas stockte. Zu spannend war dieses Spiel. Es war auch jene Phase, im letzten Heimspiel der Saison, als ein fast identischer Konter des 1 zu 1 in Richtung Berbig-Gehäuse rollte der allen Zuschauern noch mal den Atem anhalten lies weil Alexander Esswein nur Zentimeter am Ball verpasste. Das 1 zu 1 war es dann auch welches noch von der Anzeigetafel blickte als der Schiri zum Schlusspfiff Luft holte und einmal kräftig durch seine Pfeife pustete.

Dynamo hatte in diesem Spiel wahrlich mehr verdient als dies magere Unentschieden welches nun in der Statistik steht. Die Krönung für eine aufopferungsvolle Leistung fiel leider aus. Genau dieser Gedanke führte schließlich auch dazu dass man sich nicht wirklich freuen konnte als die Mannschaft zur Ehrenrunde durch das Stadion antrat und ich aus dem Block schritt. Nun gilt es sich noch mal zusammen zu Raufen, zu Konzentrieren und 90 Minuten alles zu geben. Denn ein Sieg im Stadion an der Bremer-Brücke ist unter dieser Voraussetzung am nächsten Dienstag Pflicht. Doch der Einsatz und die Moral dieser Mannschaft stimmt mich optimistisch………Aufstieg JETZT! (FelixDW)

Bilder vom Spiel bei:

ULTRAS DYNAMO

Bultras


Ahoj, du hast das Wort.

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