RSC Anderlecht – Royal Charleroi Sporting Club
Anderlecht, Stade Constant Vanden Stock
1. Liga (Pro League) – 22450 – 1:2
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| Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften bei Kopane.de | 1 |
| Anzahl Royal Sporting Club Anderlecht | 3 |
| Anzahl Spiele 1. Männerteam Royal Sporting Club Anderlecht | 2 |
| Anzahl Spiele Royal Charleroi Sporting Club | 3 |
| Anzahl Spiele 1. Männerteam Royal Charleroi Sporting Club | 3 |
| Einträge zum Stade Constant Vanden Stock in Anderlecht bei Kopane.de: 1 | |
| Kapazität: 21.500 | Auslastung bei diesem Spiel: ausverkauft |
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Für den heutigen Abend buchten wir uns eine Unterkunft etwa 20 Minuten fußläufig vom Stadion entfernt. Es wurde kurz eingecheckt und nochmal eine Schicht mehr angezogen, der Zwiebellook war also perfekt. Dadurch sahen wir zwar aus wie wandelnde Wäschekörbe, aber Hauptsache warm. Wir haben die Karten für das Spiel erst heute im Zweitmarkt geholt, eigentlich war es nämlich ausverkauft. Am Ticketschalter wurde uns noch geholfen, diese in der RSC Anderlecht App freizuschalten. Für unser Abendmahl wurde noch eine der zahlreichen Fressbuden vor dem Stadion aufgesucht, sehr abwechslungsreich sind die Belgier allerdings nicht. Es gab zwar ein gutes Dutzend an Verkaufsständen mit Kleinigkeiten, aber ausnahmslos alle davon verkauften Fritten, Burger, HotDogs und/oder "Bradwoorst". Hauptsache fettig eben. Im Stadion angekommen suchten wir unsere Plätze und stellten fest, dass diese ganz oben und dazu noch von Betonwänden umgeben waren. Das Spielfeld konnten wir gerade so noch sehen, viel interessanter waren allrrdings die Kurven für uns. Anderlecht hat zwei verschiedene Gruppierungen, einmal die Mauves Army auf der Hintertortribüne rechts von uns, auf der anderen Seite befindet sich neben dem Gästeblock noch ein weiterer kleiner Haufen namens South Leaders. Letztere legten dann kurz vor Anpfiff los und rissen einige Fackeln an, begleitet wurden diese von der ein oder anderen Rakete. Parallel breitete sich im Gästeblock eine kleine Blockfahne mit einem Weihnachtsgruß aus. Auch die Mauves Army bereitete eine Choreografie vor, eine große Blockfahne erstreckte sich über den gesamten Oberrang bis hin zur Mitte des Unterrangs und zeigte eine sehr detaillierte, von Schnee bedeckte Silhouette von Brüssel sowie das Gründungsjahr des Vereins: 1908. Dazu passend ein Spruchband, welches übersetzt "Der historische Club beherrscht von oben die Hauptstadt" bedeutet. Abgerundet wurde die Blockfahne sowohl mit bengalischen Feuern, die unter ihr gezündet wurden und aus kleinen durchsichtigen Lücken zum Vorschein kamen, als auch mit Wunderkerzen, die die Anhänger unterhalb der Blockfahne in den Händen hielten. Eine absolute Meisterleistung, wir fanden die Choreo klasse! Dann war plötzlich wieder das Geräusch angerissener Fackeln zu hören, die Gäste aus Chaleroi rundeten ihre Choreo ebenfalls mit einer kleinen Pyroshow ab. Wahnsinn, man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte, in den Minuten vor dem Anpfiff war in allen Blöcken etwas geboten. So begeistert wir auch waren, wurde zum Anpfiff eine akustische Vollbremsung eingelegt und wir mussten wieder 12 Minuten Stille über uns ergehen lassen. Der Boykott wurde also auch in Brüssel fortgesetzt. Dann wurde es direkt wieder wuselig, die Uhr zeigte seit wenigen Sekunden erst die 12. Minute an und schon das Tor für Charleroi - Die Spieler der Gäste jubelten daraufhin provokant vor den Heimfans, dass das den Anhängern nicht gerade schmecken würde, sollte klar sein. Es gab einen regelrechten Hagel an Bechern, die von der Tribüne aus geworfen wurden. Es kam wie es kommen musste und einer der Spieler wurde getroffen und ging zu Boden. Sofort stürmten die Mannschaftsärzte auf den Rasen und der Schiedsrichter schickte beide Teams in den Spielertunnel. Die Partie war vorerst angehalten und die Uhr gestoppt. Wir hatten ordentlich Eierflattern, da natürlich ein Spielabbruch im Raum stand. Ausgerechnet für dieses Spiel wäre das extrem ärgerlich. Doch nach einigen Minuten intensiver Beratung kehrten zuerst die Gäste, begleitet von Pfiffen, und schließlich auch die Spieler des RSC Anderlecht zurück auf den Rasen. Glück gehabt, also konnte es weiter gehen. Keine 3 Minuten später folgte auch schon das zweite Tor für Charleroi, das war ein ordentliches Ausrufezeichen. Die Gastgeber fanden allerdings ebenfalls zurück ins Spiel und erzielten kurze Zeit später per Elfmeter den Anschlusstreffer. Schütze war übrigens der langjährige "Borusse" Thorgan Hazard, der sowohl für Gladbach als auch Dortmund in der Bundesliga auflief. Das Spiel verlor an Intensität und auch auf den Rängen flachte die Stimmung ein wenig ab, dennoch bekamen wir aus allen Blöcken gut was zu hören. Vor allem war der Auftritt der Gäste solide, ich hatte Charleroi vor knapp 3 Jahren schon einmal auswärts gesehen und war damals schon überrascht von der Lautstärke und Mitmachquote. Am Spielstand änderte sich nichts mehr und somit endete eine mehr als spannende Partie, die wir jetzt schon als Highlight der Tour abstempelten. Ein sehr interessantes Konzept für den Becherpfand durften wir noch kennenlernen, beim Bezahlvorgang wurden nämlich unsere Becher, die im Boden mit einem kleinen, flachen Chip ausgestattet sind, erfasst und konnten somit unserer Bankkarte zugeordnet werden. Hat man seinen Bierdurst gestillt, wirft man den Becher in kleine Öffnungen, die sich in den Wänden im Innenraum des Stadions befinden und bekommt dann automatisch den Euro gutgeschrieben. Was es nicht alles heutzutage gibt, wir waren schwer beeindruckt und standen da wie zwei Höhlenmenschen, die zum ersten Mal einen Toaster sehen. Auf dem Heimweg wurde sich zum Abschluss noch ein köstlicher Glühwein einverlebt und wir konnten uns endlich in unser warmes Nest verkriechen.
(Der Jungspund)
Das Pfandsystem in Belgien