Kopane.de 2025 27.12.2025 Royal Antwerp FC – SV Zulte Waregem
27.12.2025, 13:30 Uhr
Royal Antwerp FC – SV Zulte Waregem
Antwerp, Bosuilstadion
1. Liga (Pro League) – 18567 – 2:1

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Anzahl Spiele 1. Männerteam Royal Antwerp Football Club 4
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Anzahl Spiele 1. Männerteam SV Zulte Waregem 2
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Kapazität: 21.000 Auslastung bei diesem Spiel: 88%
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Unser zweiter Tag in Belgien startete mit einer entspannten, kurzen Fahrt von Brüssel nach Antwerpen auf einer nahezu freien Autobahn. Nüscht los, fast schon gespenstisch. Auch hier parkten wir wieder im Stadtzentrum ab und drehten eine Runde durch die historische Altstadt. Ein bisschen Kultur muss schließlich auch sein, bevor wir wieder 22 Männern bei der Balljagd zuschauen. Ich hatte im Vorhinein gar nicht so viel über Antwerpen herausgefunden, doch auch hier wurden uns allerlei imposante Bauwerke geboten. Darunter zum Beispiel die Liebfrauenkathedrale und der Grote Markt, welcher umgeben von prunkvollen Häusern ist. Parallel waren auch noch allerlei Stände für den Weihnachtsmarkt der Stadt aufgebaut, da waren vormittags allerdings noch die Schotten dicht. Die Burg Steen wurde ebenfalls besichtigt, welche direkt an der Schelde liegt, die sich von hier aus noch ein Stück weit ihren Weg bahnt, bevor sie schließlich in die Nordsee mündet. Bildungslücke geschlossen, Bierdurst geweckt, der Spaziergang durch die Gassen endete also in einer kleinen Kneipe, wo sich standesgemäß der erste Hopfentee des Tages genehmigt wurde. An einer kleinen Bude konnte ich mir zudem noch eine Portion Muscheln einverleiben, selbstverständlich wurden diese aber ebenfalls ins Fettbad geschickt. Paniert und frittiert, wie soll es in Belgien auch anders sein. Ein hervorragendes Frühstück, mein Cholesterinspiegel applaudierte jedenfalls lautstark.

Es ging auf zum Stadion, wo in einem Wohngebiet in der Nähe nach kurzer Suche kostenlos abgeparkt werden konnte. Als wir am Eingang waren stellten wir direkt fest, dass wir nicht die einzigen Deutschen hier sind, es haben sich noch einige andere Fußballtouristen in unserem Block eingefunden. Bis zum Anpfiff verweilten wir im gut ausgebauten Innenbereich des Stadions, um die Zeit in der Kälte so kurz wie möglich zu halten. Der aktive Stimmungskern blieb auch heute bis zur 12. Minute noch fern, einzig ein Spruchband mit der Übersetzung "Ist das der Fußball, den ihr wollt?" war zu sehen. Doch man muss sagen, auch danach wurde es nicht signifikant lauter - Antwerpen hat eher einen leisen Support an den Tag gelegt. Es ähnelte mehr den englischen Verhältnissen im Stadion, sogar ein Teil der Gesänge waren auf englisch und bot sich daher auch für das Pöbel-Publikum auf unserer Tribüne mit an, um gelegentlich lautstark mitzugrölen. Der Gästeblock überraschte uns dagegen positiv, er war nämlich gut gefüllt und ab und zu konnte man von drüben etwas wahrnehmen. Dazu dürfte sicherlich auch die 0:1-Führung der Gäste beigetragen haben. Doch Antwerpen schaffte noch vor der Halbzeit den Anschlusstreffer und legte in der zweiten Hälfte nochmal mit zwei Buden nach, wovon eine durch den VAR aberkannt wurde. Richtung Ende der Begegnung gab es nochmal eine Szene, wo vielen Zuschauern der Atem stockte. Bei einem Zweikampf im Sechzehner gerieten der Keeper von Antwerpen und ein Stürmer der Gäste aneinander und blieben beide am Boden liegen. Schnell wurde es hektisch auf dem Rasen und die Spieler wunken die Ärzte vehement herbei. Es ging ihnen sogar nicht schnell genug, weshalb einer der Akteure per Sprint die Trage zum Abtransportieren selbst holte. Ein Kreis bildete sich um den Torwart und es wurde still im Stadion. Erst nach einigen bangen Minuten kam die Erleichterung und der Betroffene konnte vom Platz geschaffen werden. Gute Besserung an dieser Stelle! Die letzten Minuten waren nochmals sehr umkämpft. Die Gäste hatten mehr Chancen, doch konnten diese nicht verwerten, weshalb es auch beim 2:1 Endstand blieb.

Nach diesen wilden Szenen verließen wir das Stadion und wollten uns für die Zeit bis zum Abendspiel noch etwas zum Essen raussuchen. In Belgien erweist es sich aber als erstaunlich kompliziert, eine andere Auswahl als Fritten und Waffeln zu finden - Kulinarische Vielfalt à la Belgique eben. Hinzu kamen etliche Restaurants, die über die Feiertage geschlossen waren. Wir versuchten es sogar in einer Hand voll Schuppen, die uns vorgeschlagen wurden, doch nirgendwo hatten wir Erfolg. Geschlossene Gesellschaft hier und "wir befinden uns im Urlaub" dort, die Läden wollten uns kollektiv auf Diät setzen. Also ging es letztlich doch schon auf direktem Weg zum nächsten Stadion.

(Der Jungspund)


Antwerpen

Liebfrauenkathedrale

Grote Markt

Burg Steen



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