Kopane.de 2025 30.08.2025 FK Bílina – FK Dobroměřice
30.08.2025, 15:00 Uhr
FK Bílina – FK Dobroměřice
Bílina, Areál FK Bílina
5. Liga (Krajský přebor dospělých Ústecký kraj) – 200 Zs. – 4:1

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Wenn der stille Teilhaber mal um ein Spiel herum die Kulturpunkte heraussucht, muss man ein bisschen vorsichtig sein, welches Rahmenprogramm er letztendlich basteln wird. Er hatte, sagen wir mal, ein paar Schoten dabei. Im Jahr 2019 waren wir beide in Wales und der stille Teilhaber scheuchte uns durch walisische Wälder und über Kuhweiden, um zu einem angeblichen Wasserfall, den er auf Google Maps lokalisiert hatte, zu lotsen. Als wir nach einem gefühlten Gewaltmarsch mit schmutzigen, inklusive nassen Schuhen und mehrmaligen fast im Schlamm lang legen Rinnsal ankamen, weigerte ich mich empört Fotos von dieser Traurigkeit zu knipsen. Der stille Teilhaber war damals auch eine halbe Stunde lang verdächtig ruhig, ob dieses touristischen Desasters. Also wenn ihr mal die Idee habt, in den Wäldern um Connah’s Quay einen Wasserfall zu besuchen, lasst es.

Besser machte er es im August 2020 auch nicht, als er goju, die Mademoiselle und mich in unseren geliebten Tschechien, vor dem Spiel in Bělá pod Bezdězem einen Berg hochtrieb und sich sein rausgesuchtes Schloss als halbe Pappburg entpuppte. Da war Highlife angesagt. Goju wollte ihm damals sogar ein Verbot aussprechen, jemals wieder Touri-Punkte planen zu dürfen. Um den Kreis zum heutigen Kick zu schließen, kam er mit der Aussage um die Ecke.
-Es wird heute ein Problem geben- Ohje, dachte ich schon, was kommt jetzt. -Bílina ist Březňák-Gebiet!-
Ach herrje, er ist schon ein Sonnenschein. Für alle Leserinnen und Leser die seine Bedenken nicht verstehen, Březňák ist keine Ultrabande in Bílina, sondern lediglich ein böhmisches Bier, welches er nicht sonderlich mag. Also diese Biermarke, nicht das tschechische Bier im Allgemeinen.

Nun denn, die erste heutige Anekdote hatte ihren abgehakt Haken. Diesen Haken konnten wir beim Umstieg in Děčín ebenso am ersten gezapften, Trommelwirbel, Březňák in der Bahnhofs-Pivnice setzen. Ganz so schlimm ist das Bier aus Velké Březno jetzt doch nicht. Am Ziel in Bílina angekommen, ging es schnurstracks zu einem Aussichtspunkt. Der Weg dorthin wurde dann etwas abenteuerlich, aber eine verdutzt guckende tschechische Familie, welcher wir fast über den Hof liefen, konnte uns weiterhelfen. Die Aussicht war in Ordnung. Der Rückweg aber wieder spannend. Eine Abkürzung nehmend, mussten wir über ein Garagendach kletternd, auf das Grundstück eines Einfamilienhauses springen, um dann übers Hoftor auf die Straße zu gelangen. Gott sei Dank war dort niemand zu Hause. Manchmal sind wir schon Granaten. Ich fachsimpelte derweil über das Halbzeithopping. Ein kontroverses Thema, welches polarisiert. Meine Ansicht, es ist Quatsch. Ich geh‘ doch auch nicht ins Kino, schaue einen Film nur halb, hetze dann zum nächsten Saal und gebe mir die Hälfte eines anderen Films. Zur Krönung erzähle ich dann jeden, ich hätte heute zwei Kinofilme geschaut. Aber sei’s drum. Schnatternd kamen wir am Marktplatz von Bílina an. Wir schwärmten kurz aus, da jeder seine Bilder machte. Mit den Quellwolken machten sie auch was her. Serge würde sagen -ein perfekter Fotohimmel-. Bílina ist eine Kleinstadt in der Nähe von Teplice, unweit der deutschen Grenze. Altenberg ist auch nur 30 km entfernt. Markant ist der Milešovka, der höchste Berg des böhmischen Mittelgebirges. Mit seinen, 836 m ist er eigentlich überall in der Stadt sichtbar. Der stille Teilhaber nannte ihn liebevoll der Kilimandscharo von Bílina. Der Berg gilt als größter Klingsteinmonolith Mitteleuropas. Nun, was immer dies auch bedeutet. Nach der Fotorunde am Markt ging es am Stadion vorbei zum Restaurace U Kádi. Empfehlung geht raus. Beim Hinhocken ging sofort der Regen los. Also alles richtig gemacht. Als Zeit war, zum Stadion zurückzulaufen, war die kurze Regenhusche auch überstanden. Am Stadion vom FK Bílina angekommen erwartete uns eine kleine Anlage, mit typischen, tschechischen Flair. Eine Stadion-Pivnice, ein Klobása-Grill, es gab sogar den berühmt, berüchtigten Meerrettich, eine flache, überdachte Tribüne auf der einen und ein paar Stufen auf der anderen Längsseite. Flankiert von der Bahnlinie der Česke drahy und umgeben vom Waldpark Kyselka. So wünscht man es sich, wenn man nach Tschechien fährt und so lieben wir unser Nachbarland. Ich soll euch vom stillen Teilhaber ausrichten das Brät der Klobása war weich, nichts zu fest, die Wurst ist nicht fettig und enthält keine Knorpel. Auf Deutsch, sie war lecker. Über das Spiel brauch‘ ich keine Worte verlieren, es wurde nichts schreibbares geboten. Wir machten nach dem Abpfiff wieder zurück zum Restaurace U Kádi. Dies war im voraus so geplant, da dort die Bahnhaltestelle Bílina-Kyselka war und wir direkt mit dem Zug zurück nach Děčín fahren konnte. Mir fielen am Nachmittag, beim Klogang in der Gaststätte, die vielen Poster auf, welche das Heilwasser Bílinská kyselka beworben. Wir hatten dann mal gegoogelt, was es damit auf sich hat. Es stellte sich heraus, dass genau hier dieses Quellwasser hergestellt wird und dies schon seit mehr als dreieinhalb Jahrhunderten. Na, das gefiel mir doch sofort. Ich meinte zum stillen Teilhaber, komm wir bestellen eine Flasche davon zum Essen. Nach einem unverständlichen Blick meines Kompagnons meinte er -Ich bestelle hier doch kein Wasser-. Mein Argument, dass wir doch immer lokale Sachen auf unseren Reisen probieren, gilt auch hier und wann bekommt man schon die Möglichkeit ein lokales Heilwasser zu kosten? Ich konnte ihn also überreden und kann nun stolz von mir behaupten, dabei gewesen zu sein, als der stille Teilhaber sein erstes und wahrscheinlich auch sein letztes Wasser in Tschechien gekauft hat. Das Bílinská kyselka ist ein rein alkalisches, saures Wasser. Es ist stark mineralisiert und wird für Kuranwendungen und Trinkkuren, auch für zu Hause verwendet. Ich holte mir sogar noch eine weitere Flasche zum Mitnehmen. Die Family fand es auch gar nicht schlecht. Am Bahnhof befand sich noch die alte Spa-Anlage am Kurpark. Dort schauten wir kurz vorbei, um dann die Heimfahrt anzutreten. Beim Umstieg im Děčín war noch genug Zeit in eine Pivnice einzukehren. Danach ging es aber endgültig zurück nach Elbflorenz. Ich muss heute wirklich sagen, der stille Teilhaber hat hier einen schönen Tagestrip, aus dem Hut gezaubert. Hat er gut gemacht. (Der Kulturbeauftragte)


Bílina

im Hintergrund der Milešovka

Rathaus

Zámek Bílina

Bílinská kyselka

altes Spa

Pivnice Děčín



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