31.07.08 HŠK Zrinjski Mostar – FC Vaduz

Mittwoch, 30.07.08; Sarajevo – Mostar


Dem Mokel wurden seine am Vortag aufgeschriebenen 16€ pro Zimmer auf den Tisch gelegt, doch wollte er sich daran irgendwie nicht errinnnern und forderte 16€ pro Person. Unseren hinweis auf die 8€ beantwortete er mit: “Only two hours. Man and woman. You know?” Rumdiskuiterei wurde als sinnlos erachtet, weswegen jeder noch mal 8€ nachzahlte. Hier haben die Serben wohl ein Haus übersehen, oder wie? Dann wurde das Auto nochmal an der Hauptverkehrsstraße abgeparkt, denn Navy Man hatte auf dem Stadtplan eine Bergseilbahn im Osten der Stadt entdeckt, mit der auf den Berg gefahren werden sollte. Fast 45-Fußminuten später war man dort eingetroffen, doch schon vor betreten des Geländes haben wir gesehen, dass die Masten, Seile und Gondeln fehlten. Die letzte Gewissheit gaben uns dann die Sicherheistleute an der Pforte, die mit zu einem X gehaltenen Händen uns die Geschlossenheit des Objektes zu verstehen gaben. So ging es vorbei an der “Sarajevsko pivara” (gleich daneben befindet sich die tschechische Botschaft) zurück ins Zentrum und dann mit der Straßenbahn zum Hilton-Hotel, in dessen Nähe das Auto stand. Sarajevo abgehakt. Mostar das nächste Ziel. Wieder durch geile Landschaften hindurch ging es bis kurz vor Mostar, als es dem Navy Man im Auto zu heiß wurde und die angestaute Neretva zum Bade einlud. Schnell wurde eine schmale Straße herab gefahren und die Lage sondiert. Kleiner Strand, bissl Müll, passt. Doch als der Navy Man dann ganz aufgeregt anfing zu schreien, dass da eine Schlange im Wasser sei und ich kurz danach auf den Steinen einen kleinen Skorpion entdeckte, war das Bad passé. Fotos von dieser abartig geilen Landschaft (wer sie sehen will, fährt hier mal selbst her; Bosnien kann ich als Urlaubsland doch glatt empfehlen) wurden noch gemacht und dann ging es weiter nach Mostar. Im Zentrum angekommen, sollte die Touristeninformation gesucht werden. Fanden wir aber nicht. Doch ein Schild “Pension Oscar 10€/Nacht” weckte die Neugierde. Die ganze Bande dann dort hin, verwies uns gleich der Besitzer an seine Tochter, welche gut englisch sprechen konnte. Die 10€ galten für ein Zimmer unter’m Dach, welches von uns dann als “gut” bewertet wurde. Denn sind wir mal ehrlich. Wo in Europa kann man schon für 10€ die Nacht ca. 200M vom historsichen Stadtkern übernachten. Nach dem das geklärt war, gingen wir noch schnell zum Stadion Bijeli Brijeg die Lage checken und dann wieder in die Altstadt. Denn nun sollte für mich ein Kindheitstraum in erfüllung gehen. Die “Stari Most” sollte überquert werden. Einst sah ich im Fernsehen, wie die Brücke 1993 durch kroatischen Beschuss zerstört wurde. Und dann hörte ich, dass sie seit 1996 wieder aufgebaut und 2004 feierlich wiedereröffnet wurde. Von da an, war es immer ein fester Vorsatz, hier mal aufzutauchen. Denn 2005 wurde die Brücke (welche von 1556 bis 1566 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin erbaut wurde und lange als einzigartig galt) mit der Altstadt in die UNESCO-Weltkulturerbelsite aufgenommen. Thomas, Navy Man und Marc wahren sichtlich angetan von der Schönheit dieser Brücke, von dem Gesamtensamble Brücke+Altstadt. O-Ton Navy Man “Dass das hier so schön ist, hätte ich nicht geglaubt.” Zur Feier des Tages ging es dann in ein Restaurant an den Steilhängen des Flussbettes der Neretva und für einige Zeit fühlten wir uns wie Könige. Nach dem Essen wurden dann die “Stari Most” aus allen erdenklichen Lagen ins Visier der Kameras genommen und ausgiebig abgelichtet. Seit dem, ziert ein Foto der “Stari Most” meinen Desktop. Und ich muss sagen, dass mich die “Golden State Brigde” bei weiten nicht so anmacht.

31.07.08, 20:30 Uhr
HŠK Zrinjski Mostar – FC Vaduz
Mostar, Stadion pod Bijelim Brijegom
UEFA-Cup-Quali – 8.000 Zs. – 3:0

Heute war endlich wieder Fußball angesagt. Nach dem mehr oder weniger ausgeschlafen wurde, ging es erst mal in eine sog. Touristeninformation um das I-Net nach dererlei Informationen zu durchforsten. Das erhoffte wurde auch nach einer Stunde gefunden. Danach noch ein bisschen durch die Stadt gezogen, bis sich wieder am Ufer der Neretva niedergelassen wurde. Animiert durch die Badenten Einheimischen (unter anderem sprang auch einer von der Brücke ins Wasser), gingen wir zurück in die Unterkunft, wechselten die Bekleidung von “Straße” auf “Baden” und wagten auch den Sprung ins kühle Nass. Wobei das nicht so hoppla hop ablief, sondern sich ganz sachte ins Wasser vorwärts getastet wurde. Denn der Luft-Wasser-Temperaturunterschied dürfte so ziemlich 20°C bettragen haben. Gerade an der Schnittstelle an den Beinen zwischen Luft und Wasser, schmerzte es schon ein wenig. Aber mit der Zeit war der Körper aklimatisiert und es ging durch die Neretva hindurch ans andere Ufer zu den Klippen, von den man dann ins Wasser sprang. Nach einiger Zeit Badespaß und Kampf gegen die starke Strömung ging es dann wieder für eine Mütze voll Schlaf in die Unterkunft. Nach dem wieder erwachen noch kurz die “Simpsons” angeschaut, was Thomas zum vorzeitigen Aufbruch zum Stadion veranlasste. Marc dagegen amüsierte sich sehr über die Folge mit den schwulen Stahlwerkern (“Everybody dance now…”).
Am Stadion angekommen sah man Thomas bei einer Flasche Bier seelig strahlend in den Tag träumen. 10 KM mussten für diese Spiel gelegt werden, dann konnte man schon das Stadion mit der einen großen Tribüne betreten. Erinnerte mich ein wenig an das “Na Juliska” von Dukla Praha. Ca. 100 Ultras unterstützen ihre Mannschaft vorbildlich. Viele lange und melodische Lieder und am Ende sogar Oberkörperfrei. Zu Spielanfang kam es zu einer kurzen Schlägerei im Block. Wieso, weshalb warum wissen wir nicht. Selbiges nach dem Spiel. Anscheinend war aber immer eine Person der Auslöser. Zrinsjki war Vaduz bei weiten überlegen. 2:0 zur Halbzeit, 3:0 am Ende. Geiles Stadion, gute Stimmung – Fußball.

Ahoj, du hast das Wort.

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