Übern Tellerrand gelesen....

Rezension

Denkanstoß #2

Denkanstoß #2 – Horidos 1000 – SpVgg Greuther Fürth

Mit der SpVgg aus Fürth verbinde ich nun nicht gerade den Verein, den man unbedingt mal gesehen haben muss und auch nicht den Meilenstein an Fankultur. Dem zufolge habe ich auch noch nie etwas aus Fürther Feder gelesen und mich bisher auch wenig bis gar nicht mit der SpVgg beschäftigt. „Die gibt es halt“ war bisher meine Meinung. Auch durch die Auflösung der „Ultras Fürth“ konnte ich bisher nicht viel mit der Fanszene der Kleeblätter anfangen. Und dennoch, oder gerade deswegen, bin ich vom „Denkanstoß“ Ausgabe zwei mehr als nur positiv überrascht. Ich bin schon fast versucht zu sagen, dass ich begeistert bin. Auf 88 vollfarbigen Seiten gibt es Spielberichte, eine Chronik zum Ronhof, Interviews, einen Beitrag zur Fandemo in Berlin, den Rückblick auf die Vorfälle in München und andere gute und interessante Texte.

Beginnend mit den Spielberichten merkt man gleich, dass hier nicht nur Einheitsbrei geboten wird, sondern auch mal Spielberichte aus der fiktiven Sicht eines Polizisten niedergeschrieben werden. Stets locker, lustig aber auch selbstkritisch und zum Nachdenken anregend sind die Spielberichte gehalten. Dieser Teil lässt sich definitiv gut lesen.

Auf den Seiten 36 bis 49 dreht sich dann alles um den Sportpark Ronhof. Es wird geschildert wie dieser Ort bzw. das Stadion sich entwickelt hat. Die Erfolge der Spielvereinigung werden angesprochen, die Kriegs- und Nachkriegsjahre, Einführung der Bundesliga, Verkauf des Sportparks und die derzeitige Situation sowie ein Ausblick. Abgerundet wird das ganze noch durch Fotos aus längst vergangenen Tagen , ein Interview mit Jürgen Schmidt, dem Autor des Buch „Das Kleeblatt – 100 Jahre Fußball im Fürther Ronhof“ und einem kurzen Text, der widerspiegelt wie sehr die Fans mit diesem Stadion verbunden, gar verwachsen sind, was auch durch ein paar aufgeführte Interviews belegt wird.

Weiter geht es mit den Vorfällen in München, als das USK zum Pokalspiel beim FC Bayern sich durch ALLE Fürther Fans prügelte. Dieser Vorfall wird detailliert geschildert und zeigt auf, wie geisteskrank manche Polizisten sind. Des Weiteren werden die Konsequenzen aus diesen Vorfall niedergeschrieben.

Neben dem Beitrag zur Fandemo gibt es noch einen Text zur Amnesty Kampagne und wie es dazu kam, dass die Szene in Fürth sich für die Fandemo dem Thema „Transparenz schützt Menschenrechte – Polizeiübergriffe unabhängig untersuchen!“ annahm und wie versucht wird es in den Köpfen der Stadiongänger zu halten.

Der Höhepunkt des Heftes war dann allerdings für mich das Interview mit dem „SpVgg Fürth Fan-Club Ultras“. In diesem Interview wird deutlich aufgezeigt, wie sich die Organisation von Fanszene und Polizei über die Jahre geändert hat und das auch vor Jahren eher locker mit diversen Entgleisungen beim Fußball umgegangen wurde. Ein Bericht aus einer wilderen Zeit, in der alles noch lockerer war. Vor allem die Fans. Nicht so durchorganisiert, dafür aber mit dem gewissen Humor ausgestattet und nicht dieser penetranten Ernsthaftigkeit bzw. Verbissenheit mit denen die Dinge angegangen werden und die man vor allem heutzutage in „Ultragruppen“ vorfindet.

Mein Gesamtfazit fällt, wie weiter oben schon erwähnt, durchaus positiv aus. Die drei Euro für dieses Heft sind es auf jeden Fall wert. Mein einziger größerer Kritikpunkt ist, dass das Design überladen ist. Ansonsten gilt: kaufen, leihen oder tauschen! (goju)

Denkanstoß

Preis: 3,00 Euro
Seitenzahl: 88
Kontakt: denkanstoss(at)horidos.de


Datenblatt

Titel: Denkanstoß
Ausgabe: #2
Author/Gruppe: Horidos 1000
Verein: SpVgg Greuther Fürth
Kontaktadresse: denkanstoss(at)horidos.de
Seitenzahl: 88 Seiten
Preis: 3,00€
Auflage: unbekannt
Denkanstoß #2 – Kopane.de

One thought on “Denkanstoß #2

  1. Wer zum Teufel ist Fürth?
    Ein donnerntes Hallo an die Dynamo Sportsfreunde der Regio!
    Sehe jeden Tag Eure Malereien an den Wänden.
    Dynamo rockt auch Franken.

    Grün/weiß ist nicht Fürth – Grün/weiß ist Sachsen!!!

Ahoj, du hast das Wort.

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