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05.08.2022, 19:00 Uhr
SpVg. Westfalia Buer e.V. III – DJK Adler Feldmark e. V. II
Gelsenkirchen, Bezirkssportanlage Stadion Lohmühle und Bezirkssportanlage Stadion Lohmühle Platz 2
Testspiel – 36 Zs. – 3:2
geschätzte Lesezeit ca. 5 Minuten


Als kulturellen Höhepunkt ging es für mich mit Begleitung vor dem Fußball zunächst zur Cranger Kirmes. Seines Zeichen das fünft größtes Volksfest mit durchschnittlich 390.000 Besuchern am Tag (Stand 2018). Damit nur 5.000 Besucher weniger als beim Oktoberfest in München.

Auf jeden Fall hatte der Mob gehörig Bock auf Halligalli und so waren schon ab 13 Uhr die Wege auf der Kirmes gehörig voll. Aber die haben hier halt auch nichts im Ruhrpott. Wobei um diese Zeit halt mehr Kinder und Jugendliche, Familien und Rentner und Rentnerinnen anwesend waren. Und diese schauten sich allerlei Stände mit Geraffel, Gedöns, Tand und Trödel an. Was es hier alles zu kaufen gab...alles sicherlich Originalware. Und bei manchen Dingen musste ich dann auch erst mal überlegen, ob das angebotene eine Bong oder ein Dildo ist. War am Ende aber ein Trinkgefäß in Form einer Palme.

Als einziges Fahrgeschäft gönnte ich mir eine Fahrt (5 Runden) mit dem Riesenrad. Und das lohnte sich durchaus. Denn es bot einen sehr schönen Ausblick über den Ruhrpott und die Cranger Kirmes. Preislich musste ich nach rund drei Stunden Kirmes doch ein wenig schlucken. Denn in dieser kurzen Zeit wurden 121€ ausgegeben. Also pro Stunde 40€. Für ein wenig Essen, ein paar Lose, Riesenrad, parken und noch ein paar andere Dinge wie Mondschieber und Luftgewehrschießen. Da ich schon jahrelang nicht mehr auf irgend einem Volksfest war, fand ich die Preise schon extrem.

Dafür stolperte mir aber Howard Carpendale über den Weg. Und gerade als ich ihm ein Autogramm geben wollte, weil er so höflich fragte, schoben die Sicherheitsmokel des Ordnungsamtes ihn in ein Zelt. Und etwas später wurde er in einer Limousine und mit Polizeibegleitung wieder von der Kirmes gefahren. Scheinbar sollte er sich noch ei wenig bis zum Abend und seinem Auftritt zur Eröffnungsfeier ausruhen.

Für diese war ich aber nicht zu begeistern und verdrückte mich zu gegebener Zeit nach Gelsenkirchen-Buer zum Fußball. Denn ein weiterer Hartplatz, der vierte in Folge, sollte besucht werden.Dieser liegt nicht allzu weit vom Berger See und dem Schloss Berge entfernt. Wer also ein wenig Zeit mitbringt, kann sich am Berger See noch etwas die Zeit vertun.

Doch komme ich zum wesentlichen, wegen dem ihr hier gerade lest: dem Fußball. Als ich das Stadion betrat, sah ich schon Spieler, die sich auf dem Rasenplatz warm machten. Gleichzeitig lief eine A-Jugend auf den Hartplatz für das Training auf. Und meine Halsschlagader schwoll im gleichen Moment an. Meine Laune kippte und ich wollte direkt wieder umdrehen und gehen. Das ein Spiel von dem Hauptplatz auf den Nebenplatz verlegt wird, dass kennen wir alle. Nicht schön, aber manchmal auch besser, denn wegen einem Nebenplatz nochmal irgendwo hinfahren machen ja die wenigstens. Das aber ein Spiel von einem Nebenplatz auf einen Hauptplatz verlegt wird, zumal wenn eine Dritte gegen eine Zweite spielt? Wo gibt es denn so was? Was sollte das? Auf nichts kann ich mich mehr verlassen. Auf nichts! Ich wollte schon mit lauten „Kscht, kscht, kscht“-Geräuschen über den Rasenplatz laufen und die Spieler mit entsprechender Handbewegung auf den Hartplatz treiben. So angepisst war ich.

Da ich dann aber doch nicht unverrichteter Dinge gehen wollte, schluckte ich halt die bittere Pille und stellte mich neben den Rasenplatz. Nebenbei beobachtete ich das Training der A-Jugend, mit welchem der Trainer nicht ganz so zufrieden war, und überlegte schon, ihn einen kleinen Hinweis zu geben. Einen Hinweis für das Spiel am folgenden Sonntag. Denn wer auf Hartplatz nicht ordentlich trainiert, hätte kein Spiel auf Rasen verdient. Und dann hätte ich halt am Sonntag um 10 wieder hier gestanden.

Das Spiel der Herrenteams auf dem Rasen plätscherte so vor sich hin und ganz nebenbei suchten zwei Männer das Gespräch mit dem Trainer der A-Jugend. Einzelne Gesprächsfetzen konnte ich aufschnappen und es drehte sich wohl um das Spiel auf dem Rasen und das in der Halbzeitpause die A-Jugend wohl auf eben diesen gehen würde. Gleichzeitig riefen die Herren dem Schiedsrichter etwas zu und er entgegnete „Wenigstens eine Halbzeit:“ Wieso, weshalb, warum verstand ich aber nicht.

Dann gesellten sich auf einmal weitere Spieler in Trainingsklamotten an den Rasenplatz und beobachteten das Spiel. Und dann war auch schon Halbzeit. Die Sportler in Trainingsklamotten liefen auf den Rasen, die Spieler von Westfalia liefen ihnen entgegen und es kam zu einer Rudelbildung. Gleichzeitig liefen Spieler an mir vorbei und riefen dem Schiedsrichter zu, dass sie noch die Schuhe wechseln müssten. Und ich, ich verstand immer noch nicht, was hier passierte. Also den Schiedsrichter angesprochen:

„Wird die zweite Halbzeit auf dem Hartplatz gespielt?“

„Ja, ich kann da jetzt nichts machen. Das Spiel war auf dem Hartplatz angesetzt. Die* hatten das abgesprochen und sind auf den Rasen. Und die Spieler dort wollen jetzt auf Rasen trainieren.“,

*Spieler von Westfalia und Adler

Kennt ihr das Meme aus von „Pulp Fiction“, auf welchem John Travolta zu sehen ist, wie er sich ungläubig und fragend von rechts nach links dreht? So ungefähr fühlte ich mich.

Und dann machte es bei mir Klick. Denn ich war Zeuge eines unglaublichen Ereignisses. Etwas was ich mir schon so oft gewünscht hatte. Einen Doppler mit einem Spiel machen. Ein Spiel auf zwei Plätzen. Ich kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus und hätte auch den Schiedsrichter küssen können, als er mir diese Nachricht überbrachte. Doch glauben wollte ich es erst, wenn der Anpfiff auf dem Hartplatz erfolgte. Denn zunächst war ich mir noch unsicher, ob die Spieler das nicht doch noch geregelt bekommen. Ich fühlte mich auch immer noch im falschen Film und wartete darauf, dass Rainer Schwakowiak mit der versteckten Kamera hinter einem Busch hervorgesprungen kommt. Ich konnte es einfach nicht glauben. Doch als der Anpfiff der zweiten Hälfte ertönte und die Spieler über den Hartplatz rannten, musste ich erst einmal laut lachen. Und drehte während des Spiels Runde um Runde mit einem Dauergrinsen und den Worten „Das gibt es nicht. Das gibt es nicht.“ um den Hartplatz. Danke an Genclerbirligi Resse, dass diese unbedingt auf den Rasen trainieren wollten.

Dem Spiel tat der Wechsel des Untergrundes auch gut und es wurde sogleich schneller als auch torreicher. Zugleich auch für ein Testspiel etwas hitziger.

Ruhrpott – ich danke für dieses Spiel. Dieses unerwartete Highlight, dieser „Blauen Mauritius“ des Fußballs. Besser kann ein Doppler nicht gemacht werden. Ein Spiel, zwei Halbzeiten, zwei Plätze. (goju)






Cranger Kirmes in Herne


 

Weitere Begegnungen zwischen diesen zwei Mannschaften:
kopane.de
Author: kopane.de

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2 thoughts on “05.08.2022 SpVg. Westfalia Buer e.V. III – DJK Adler Feldmark e. V. II”

Ahoj, du hast das Wort.

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