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28.04.2017, 19:00 Uhr
Donawitzer SV Leoben – ASK Voitsberg
Leoben, Stadion Donawitz
Landesliga Steiermark – 250 Zs. – 0:1

Hossa, bereits vor der kleinen Ausfahrt zu Ostern wurde die Tour für das Wochenende um den 1. Mai gebucht. Natürlich nicht ohne irgendwelche Spielplanänderungen. Alle Verbindungen mit den bekannten Busanbietern waren bereits in Sack und Tüten und prompt wird das Spiel vom Grazer SC Straßenbahn um einen Tag verschoben. Da bekam ich erst einmal ordentlich das Kotzen, denn so musste ich die Tour zu großen Teilen umstoßen, die Busfahrten stornieren und noch mal die Spielpläne studieren. Der GSC also vom 29.04. auf den 30.04. verlegt. Das Spiel in Malacky (Slowakei) für den 30.04. somit gestrichen. Was geht sonst noch so am 29.04.? Ljubljana – Maribor um 20:30 Uhr? Joar, also wenn die Spielplangestalter das so wollen, dass ich den Graupelkick anschaue, dann schaue ich doch gleich mal nach einer Eintrittskarte. Dann muss ich das halt so machen. Geht halt nicht anders. Typen eh, verlegen die einfach Spiele. Geht gar nicht.

Am Abend des 28.04. noch beim Training vorbei geschaut, damit ich in der Nacht ordentlich im Bus (helloe-Bus von der ÖBB bot Dresden – Wien für 19 Euro pro Strecke an) schlafen konnte und 23:45 Uhr ging es ab dem Hauptbahnhof in Dresden los. Die Busfahrt war dann doch nicht so schlaffördernd und als ich in Wien ankam, präsentierte sich die Stadt um sechs Uhr am Morgen äußert hässlich: verregnet, grau in grau und Bahnhofsviertel. Nunja, muss halt so sein. Der nächste Bus fuhr erst zwei Stunden nach Ankunft weiter und somit konnte ich mir das Anschlagsziel des durchgeknallten Bundeswehroffizier anschauen, welcher als vermeintlicher Flüchtling ein paar Schießübungen im Wiener Hauptbahnhof ausführen wollte. Kranke Scheiße, was manche Menschen so planen.

Mit dem Flixxer ging es dann für elf Euro nach Graz. Dort bei besten Regenwetter angekommen und sogleich zum A&O-Hostel am Grazer Hauptbahnhof aufgemacht. Ein Bezug des Zimmers vor 15 Uhr hätte normalerweise 7,50€ gekostet, doch durch mein äußert charmantes Auftreten vergaß die Dame an der Rezeption wohl einfach mal das Geld von mir einzufordern und zeigte mir den Weg zum Zimmer mit einem Lächeln. Boar, ich habe es noch drauf. Wahnsinn.

Nach etwas Gammelei dann wieder mit dem Flixxer auf den Weg gemacht. Von Graz nach St. Michael bot das Unternehmen die Strecke für fünf Euro an. Die ÖBB wollte dann noch 4,30€ von St. Michael nach Leoben. Graz – Leoben direkt hätte mit 14,40€ zu Buche geschlagen. Ein klein wenig muss halt doch gespart werden.

Auch die steirische Bezirkshauptstadt begrüßte mich mit regnerischen Wetter und Temperaturen, welche gen 0°C tendierten. So zumindest das Gefühl. Die Stadt mit ihren 25.000 Einwohnern war ein kleines, verschlafenes Städtchen. Wer das Bier Gösser kennt und schätzt, sollte mal hier her fahren, denn die Brauerei Göss hat hier ihren Sitz. Weiterhin gibt es hier die Montanuniversität Leoben, welche mit dem gängigen „Glück auf“ grüßt. Und halt ein paar Parks, die Mur und zum Beispiel die Ruine der Maßenburg, von welcher es einen schönen Panoramablick über Leoben und die angrenzende Landschaft gibt.

Nach mehreren Kilometern Spaziergang durch Leoben (wie habe ich das nur hinbekommen?) war endlich Zeit für Fußball und das Stadion Donawitz (angefixt hatte mich für diesen Verein übrigens der Ober-L, welcher vor seinen Besuchen beim Belgrader ab und an hier vorbei schaute und dies in der Beziehungskiste nieder schrieb) mit seinen 6.000 Plätzen. Zehn Jahre spielten die Donawitzer bisher in der ersten Liga Österreichs, mussten aber nach dem Konkurs im Jahre 2009 in die dritte Liga absteigen. Seit 1956 spielten die Donawitzer stets in der ersten oder zweiten Liga. In der Saison 2009/10 war dies nach etliche Jahren also nicht mehr der Fall. In dieser Saison begannen sie in der Regionalliga Mitte, jedoch konnten sie diese nicht halten und spielen nun bereits auch wieder ein paar Jahre in der Landesliga Steiermark in der vierten Liga. Früher gab es hier auch eine kleine aktive Szene bzw. Menschen, welche Zaunfahnen aufhingen und pöbelten, doch davon ist nicht mehr viel übrig. Sechs Unentwegte stellten sich bei dem Regenwetter auf die unüberdachte Gegengerade, die restlichen Zuschauer fanden sich auf der überdachten Haupttribüne ein. Sage und schreibe neun Euro wurden am Eingang eingefordert, welche mir etwas widerspenstig aus der Hand gingen. Denn ein wenig viel fand ich das schon.

Den Graupelkick hier konnte ich mir auch nicht wirklich schön reden. Es gab nichts, aber auch wirklich nichts, was eine eingehende Betrachtung oder ein paar Worte wert gewesen wäre. Die Kälte fraß sich bei mir bis in die Knochen, die Spieler trafen das Tor nicht und so etwas wie Stimmung kam auch nur auf, wenn ein Gästespieler auf dem Rasen lag und mit lauten „Au“-Rufen bedacht wurde. Und weil das alles noch nicht schlimm genug war, fiel mir die neben dem Stadion befindliche Kläranlage ins Auge, welche müßig vor sich hin dampfte. Und weil das alles noch nicht genug war, bekam ich das Siegtor der Voitsberger in der Nachspielzeit nicht mit, weil ich da schon auf dem Weg zum Bahnhof war um den Zug nach St. Michael zu erwischen und dann von da mit dem Flixxer zurück nach Graz zu fahren. Am Bahnhof angekommen, wurde mir gewahr, dass ich eindeutig an der falschen Stelle gespart hatte, denn wäre ich mit dem Zug direkt nach Graz gefahren, wäre ich eine Stunde eher im Hostel/im Bett gewesen. So gammelte ich eine Stunde in dem immerhin geöffneten, aber extrem warmen Warteraum in St. Michael rum und musste aufpassen nicht einzuschlafen und den Bus zu verpassen. Eine ordentliche Freakshow, welche mir die Wartezeit verkürzt hätte, gab es leider hier nicht. Die Zeit war aber alsbald vergangen und kaum im Bus hingesetzt, fielen die Augen zu und ich wachte erst wieder in Graz auf. Im Hostel angekommen forderte der Körper weiter seinen Zoll ein und der Abend wurde kurz und die Nacht sehr lang. (goju)






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