13.03.2010 Hannoverscher SV von 1896 – SG Eintracht Frankfurt

13.03.2010, 15:30 Uhr
Hannoverscher SV von 1896 – SG Eintracht Frankfurt
Hannover, Niedersachsenstadion
1. Liga – 38.847 Zs. – 2:1

Dynamo abgesagt….Zwickau abgesagt….Scheiße! Also entschloss sich ein fünfer Haufen bereits am Donnerstag mal Erstligaluft in Hannover zu schnuppern.
So ging’s dann auch Samstagfrüh 10Uhr in Dresden los. Paar Bier geschnappt und das Essen im Gepäck und ab auf die Autobahn. Vorbei an Leipzig, Halle und Magdeburg war man dann auch recht schnell in Niedersachsen. In Hannover sorgte allerdings eine falsche Ausschilderung der Arena für Verwirrung und schickte uns erst mal in die falsche Richtung. Dennoch war man dann nach bissl hin und her knapp eine Stunde vor Spielbeginn am Stadion und bekam sogar einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe. Gleich auf zum Stadion, eine utopische Fanvermischung hier, selbst am Gästeblockeingang. Disneyland pur. Auch liefen wir 3 Meter an der UF-Fahnentasche vorbei, welche sehr gut bewacht war.
Nun noch fix eine Karte für 25 Euro (!!!) für die Gegentribüne geholt, was das billigste außerhalb der Fankurven war. Einlasskontrollen hätte man sich gleich sparen können, denn die fielen fast komplett aus. Im Stadion bissl rumgestöbert merkte man das man hätte auch Stehplatz ermäßigt für 9 Euro hätte nehmen können, da man sich innerhalb ohne Kontrollen frei bewegen kann und somit sogar auf die Sitzplätze kommt. Mist.
Aber nun zum Spiel bzw. der Stimmung. Kurz gesagt: das Spiel ging 2:1 für Hannover aus. Stimmung war auf beiden Seiten anfangs okay. Auf Dauer merkte man aber das Hannover, welche hauptsächlich angetrieben durch die Ultras Hannoi sind, nur 3 oder 4 verschiedene Lieder hat. Zur Erklärung: Ultras Hannover stehen im Oberrang, waren auch unterstützt von Poptown Hamburg. Im Unterrang nur Kutten, außer ein kümmerlicher Haufen von etwa 30 Mann, welcher sich Brigade Nord schimpft. Beide Gruppen zwar mit Trommel und Capo anwesend, dennoch gibt UH hier den Takt an und BN stimmt immer nur mit ein. Versuchte die Brigade selbst etwas anzustimmen machte keiner mit. Lächerlich. Als der Sieg unter Dach und Fach war konnte auch die Gegentribüne mit einbezogen werden. Richtig vom Hocker riss uns allerdings nichts. Frankfurt legte, begleitet von den Freunden aus Bergamo und Mannheim, auch ganz gut los, nach dem 1:0 Rückschlag riss dies allerdings ab. Erst nach der Halbzeit, als es Unentschieden stand, machten sie, angetrieben von 2 Capos, noch mal gut Ballett – wusste zu gefallen, womit es aber leider nach dem erneuten Rückschlag wieder vorbei war. UF stand übrigens auf dem Oberrang, von welchem sie auch 2 Riesenschwenker herabließen da nur 3 Tifo-Stäbe erlaubt waren. Kurz vor Spielende wollten die Ordner diese von unten wegziehen worauf es kurzzeitig zu kleineren Tumulten zwischen Ordnern bzw. Bullen und den Fans kam.
Das Stadion selbst, welches mit gut 38.000 Zuschauern gefüllt war, hat zumindest von außen einen Wiedererkennungswert, vergleicht man es mit Fabriken wie z.B. dem in Paderborn. Es liegt sehr nah an der Autobahn, somit konnten wir von der Stadt selbst nichts mitbekommen. Aber selbst die Außenbezirke waren schon so hässlich, dass der Drang in die Innenstadt zu fahren auch nicht so groß war. Innerhalb bekommt man jedoch alle Erstliga –und Kommerzklischees zu spüren. Besoffene Kutten die während des Spiels schlafen, überall nur Werbung, Zaunfahnenplätze nur in den Kurven, Bier –und Fressalienverkäufer laufen das ganze Spiel auf und ab. Doch das war noch nicht alles, hörte man immer einen Gong von der Anzeigetafel, sobald dort etwas neues war, was einen denken ließ das die Wasserrutsche im Schwimmbad wieder eröffnet ist. Schlimm, schlimm, da sind wir bei Dynamo noch sehr gut bedient! Auch der „Hopper-Bratwurst-Test“ blieb uns verwehrt, musste man doch tatsächlich bargeldlos zahlen und auch noch 3 Euro Pfand dafür hinterlegen – ABFAHRT! Wir selbst saßen auf der Gegentribüne, fast ganz oben und auf Höhe der Mittellinie und konnten somit beide Fanlager gut einschätzen und vergleichen, sowie auch mal das Spiel sehr gut beobachten.
Nach Abpfiff ging’s gleich wieder ans Auto, standen aber noch eine halbe Stunde auf dem Parkplatz rum, weil nix voran ging. Im Nachhinein hörte man das UF uns fast enttarnt hatte, allerdings dachte wir wären Chemiker – na danke auch. Dort weggekommen noch fix getankt und Bier für die Rückfahrt geholt ging es wieder auf die Autobahn und somit auch zurück in die geliebte Heimatstadt. Nur eine Baustelle auf der A14, sowie ein Unfall auf der Umleitungsstraße wurden uns zum Verhängnis, weshalb man auch mal auf Feldwege ausweichen musste und sich öfters verfuhr. Somit ging es von Leipzig, über Eilenburg und Wurzen wieder auf die A14 und dann auch schnell heim. Etwa um 11 kamen wir dann wieder an und wurden von ein paar Gleichgesinnten mit noch ein paar Bier begrüßt und ließen damit den Tag ausklingen.
Man kann sagen, dass es doch ärgerlich war auf der Hinfahrt nicht nach Berlin abgebogen zu sein, wenn man danach hörte was dort abging. Hannover selbst muss man nicht wirklich haben, hässliche Stadt, das volle Wessiklischee wurde dort erfüllt, einfach nur ekelhaft was dort rum rennt. Stimmungsmäßig hatten wir von Hannover rein gar nichts weiter erwartet, war auch gut so. Von Frankfurt waren wir enttäuscht, da war dicke mehr drin, aber dass sie eine oder nicht sogar die beste Wessi-Ultra-Gruppe sein sollen merkte man gar nicht! Am Ende aber doch ein sehr lustiger Ausflug mit den Jungs meines Vertrauens. (Mr. Muh)

Ahoj, du hast das Wort.

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