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03.05.2014, 20:15 Uhr
FK Teplice – AC Sparta Praha
Teplice, Na Stínadlech
1. Liga – 13.056 Zs. (davon ca. 4-5000 Sparta-Fans) – 3:1

„Geh mal zum Bahnhof und mach Bilder vom Marsch. Der Sparta-Sonderzug ist 17 Uhr in Praha losgefahren!“ stand in der SMS, welche mir Lars schickte, als ich gerade am Stadion Na Stinadlech ankam. So artet also ein Fußballabend also auch noch in Arbeit aus. Nun gut. Erst mal den Navy Man angerufen, wo er denn steckt. Schließllich hatte er die Karten. Antwort: „Ich bin in der Kneipe gegenüber vom Grill! Weeßte wo die is? Okay, ich komm dir entgegen.“ Drei Minuten später standen wir uns gegenüber und Navy Man hatte schon leichte Schlagseite. Der Grund: Er trank fröhlich das ein (oder mehrere) Bier in einer Kneipe, welche voll mit guten Potential an Leuten von Sparta und Kosice war. Während er nach den Karten suchte, fiel ihm ein, dass selbige noch in der Kneipe sind. Also schnellen Schrittes dahin, Tür auf und rein. Das Erste was ich sah, war Zigarettenrauch in nebelhafter Art und Weise. Schnell die Karten abgegriffen und schon ging es los zum Bahnhof.

 

Dort zehn Minuten vor der Einfaht des Sonderzuges angekommen und die beste Fotoposition geuscht. Die beste Position suchten auch die unzähligen Cops und standen gegenüber sowie direkt am Bahnhof und warteten ebenso wie ich auf den Zug. Dieser Gammelzug bestach mit Waggons mit 6er-Abteilen, Schiebefenstern und rostigen Dächern und ließ das Herz gleich höher schlagen. Noch mehr in Wallung kam dieses, als die ersten Sparta-Fans aus den Fenstern schauten. Kurz darauf leerte sich der Zug und die Zugfahrer betraten die Straße. Die „Sparta on tour“-Zaunfahne wurde in der ersten Reihe gehalten und schnell suchte sich der Mob seinen Weg zum Stadion durch die Straßen von Teplice. Ab und an wurde ein Lied gesungen oder ein Schlachtruf zum Besten gegeben. Sonstige Vorkommnisse gab es aber nicht. Wäre wohl bei der hohen Anzahl an Polizisten auch mehr als nur nach hinten los gegangen.

 

Im Stadion angekommen, wurde der Gästeblock sogleich zugehangen und auch die unüberdachte Hintertortribüne wurde von Sparta-Fans besiedelt. Das erste Mal, dass ich die Hintertrotribüne geöffnet sah. Die Teplice-Fans, welche auf der Gegengerade stehen, wurden nach einiger Zeit gebeten in die Ecke rechts von der Gegengerade umzuziehen, da die Gegengerade mehrheitlich mit Sparta-Fans gefüllt war. Insgesamt dürften es wohl um die 5.000 Spartaner gewesen sein. Diese begannen auch schon weit vr Spielbeginn mit dem Support. Denn mit einem Sieg an diesem Tag, wäre Sparta Meister geworden und zur Feier des Tages war auch ein Platzsturm angesetzt. Dieses Vorhaben ließ vermeht gutes Potential aus der Hauptstadt anreisen.

 

Zum Einlaufen der Mannschaften flog das erste Bengalo auf den Platz, welches von zwei Feuerwehrleuten mit Rächen und Schaufel aufgelesen wurde. Dies passierte im Spiel noch mehrere Mal. Ein paar Minuten später begann dann das erste Pyrofestspiel des Tages im Gästeblock. Nach einer schicken Schalparade wurde an mehreren Stellem im Bereich der Spartafans Breslauer und Bengalfackeln gezündet. Dieses zog sich auch über ein paar Minuten hin und sah natürlich bombig aus. Doch lange wehrte die Freude im Gästeblock nicht und Teplice gelang schon in der ersten Halbzeit die 3:0-Führung, welche von Sparta ebenfalls in den ersten 45 Minuten nur auf ein 3:1 verkürzt werden konnte.

 

Viel interessanter als das Spiel war dagegen das Geplänkel mit Pelta und der aktiven tschechischen Fanszene. So wurde in der ersten Halbzeit nach Gesängen gegen eben diesen Pelta für 13 Minuten unterbrochen. Grund ist, dass Pelta, im Übrigen Verbandschef des tschechischen Fußballverbandes, keine Gesänge und Pöbeleien gegen sich duldet und somit erließ, dass wenn gegen in gesungen wird, der Schiedsrichter das Spiel zu unterbrechen hat und mit den Mannschaften in die Kabinen gehen soll. Unter dem Eindruck, dass vor den Gesängen gegen Pelta afrikanische Spieler vn Teplice aus dem Sparta-Block mit Affenlauten bedacht wurden und eben reichlich Pyro gezündet wurde, wirkt diese Regelung doch sehr merkwürdig. Oder anders: Da dickscht einer rum.

Nach dem dann ein Sparta-Offizieller das Wort an die Fans wandte und dafür eine Rauchbombe geschenkt bekam, ging es nach den bereits erwähnten dreizehn Minuten weiter. In diesen dreizehn Minuten pöbelte aber nicht nur der Sparta-Block gegen Pelta, sondern das ganze Stadion. Auch ein Teplice Opa hinter mir, welcher „Sparta ven!“ (Sparta raus) rief, wurde sogleich von einen anderen Opa angegangen und darauf hingewiesen, dass es „PELTA VEN!“ heißen muss.

 

In der Halbzeit bekamen wir die Info, dass Teplice in der 75. Minute ebenfalls optisch was bieten würde. Und pünktlichst zu eben dieser 75. Minute brannten im Sektor 15 einige Breslauer und kurz darauf stieg blauer und gelber Rauch in die Höhe. Unterdessen wurde im Gästeblock fachgerecht durch minutenlanges hin und her biegen des Zaunes dieser demontiert. Doch zu einem Platzsturm sollte es nicht kommen, da die Cops irgendwann die Abbauarbeiten genauer begutachteten, ihr Veto einlegten und die Meute am Zaun derbe aus dem Block knüppelten. Dies konnten wir allerdings nur schemenhaft sehen, da währenddessen das Spiel wurde gerade abgepfiffen, wieder Pyro in den Blöcken gezündet und ebenso auf dem Platz entsorgt wurde.

 

Die Stimmung im Stadion fand ich nicht so prickelnd. Bei Sparta spielte sicherlich die verspielte Chance mit rein, dass sie durch diese Niederlage nicht aus eigenen Kraft Meister werden konnten. So mussten sie entweder auf den nächsten Spieltag oder ein nicht gewonnenes Spiel von Plzen an diesem Spieltag hoffen um vorzeitig Meister zu sein. Und so kam es auch: Plzen gewann nicht und die Spartaner verfolgten dies sicherlich vor den TV-Bildschirmen.

Bei Teplice fand ich die Stimmung im Stadion gegen Plzen noch richtig gut. An diesem Tag war davon leider nur noch ein laues Lüftchen übrig. Selbst mit der 3:0-Führung im Rücken gegen den bevorstehenden Meister kam wenig Schwung in die Blöcke.

Pelta ven! (goju)


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Bis nach Teplice zum Na Stinadlech waren es von Slany ca. 86 Kilometer. Mit der Strecke von Teplice zurück nach Dresden summierte sich die Tagesstrecke auf rund 352 Kilometer.

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Weitere Begegnungen zwischen diesen zwei Mannschaften:

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