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28.08.2022, 15:00 Uhr
Stade Brestois 29 – Montpellier Hérault SC
Brest, Stade Francis-Le Blé
Ligue 1 – 11.546 Zs. (davon 30 Gäste) – 0:7
geschätzte Lesezeit ca. 5 Minuten


Sonntag hieß es zurück nach Brest. Mein kleiner Traum mal Stade Brestois 29 zu besuchen, wurde also war. Auch wenn im Freundeskreis mal belustigend gefragt wurde, warum Stade Brest, war es für mich das Gesamtpaket. Klar, ein neues Stadion, die extrovertierte Lage, dass das Stade Francis-Le Blé abgerissen werden soll und die Verbindung mit der wunderschönen Bretagne.

Auch diese Begrifflichkeit welche die Franzosen für das Département Finistère benutzen übt einen Reiz auf mich aus. Le bout du monde – Das Ende der Welt! So was liebt man doch als Reisende oder Reisender!
Was lag also näher um zum westlichsten Leuchtturm, dem Phare de Kermorvan, bei Le Conquet, kurz hinter Brestois zu fahren. Über eine kleine Brücke aus Granit zu erreichen und über 66 Stufen hinauf, diese Aussicht zu genießen, mit dem Wissen, das am anderen Ende des Ozeans Amerika liegt. Ich mag so etwas einfach. Wenn dumme Hopper reisen......
Unser match gegen Montpellier war zwar kein Highlight Spiel, aber wie es manchmal so ist, wurden wir zwei Hübschen positiv überrascht.
Fangen wir mit den Gästen an. Ich überlegte, ob die Jungs und Mädels um die Armata Ultras den langen Weg von 11 Stunden und 1100 km auf sich nehmen werden. Also einfacher Weg! Leider ist die alte Gruppe die Butte Paillade 91 nicht mehr aktiv, nachdem ihre Zaunfahne 2018 aus den Räumlichkeiten im Stadion gestohlen wurde. Im Buch „ Ultra französische Lebensart“, welches bei Blickfang Ultra erschienen ist, liest man dazu, dass die Zaunfahne von den Magic Fans 1991 aus Saint-Étienne gestohlen wurde.
Holt euch diese Bücher, egal ob bei EF, BFU oder dem Verlag die Werkstatt, bestellt euch die Fanzines, bei den verschiedenen Gruppen. Lest es euch durch. Und wenn euch nicht alles interessiert, pickt euch Artikel oder Themen raus. Ihr unterstützt dadurch einen Teil unsere Fußball- und Fankultur!
Die Fanszenen in Frankreich sind nicht für ihre großen Auswärtsfahrerzahlen bei normalen Spielen bekannt und so war ich erfreut als eine Busbesatzung der Armata Ultras 2002, die aktuelle und aktive Gruppe, stilecht und komplett oberkörperfrei, den secteur visiteurs stürmte, um erstmal das komplette Stadion zu beleidigen. Es ging nur niemand darauf ein, die Tribune Kemper z.B. sang ohne zu zucken einfach weiter. Ist auch ein Statement für die Südfranzosen.
Später veröffentlichen die Armata Ultras Bilder, dass sie mit dem Flugzeug anreisten. Doch keine zwei Tage Bustour durchs Land. Einige normale Fans nahmen den Weg auch auf sich und sind natürlich eine Erwähnung wert. Sie stimmten ab und zu mit in die Gesänge der Ultra-Gruppe ein.
Zum Einlaufen der Teams, wurde im Bereich der Celtic Ultras 2001, eine der zwei Gruppen neben den Ultras Brestois 90, eine kleine Aktion zu ihren 20 jährigen Geburtstag gezeigt. Wahrscheinlich mit einem Jahr Verspätung durch Corona.
Wir durften nun ein besonderes Spiel schauen oder wann erlebt man einmal ein 0:7, in einer großen europäischen Liga? Die Brestois konnten einen auf dem Spielfeld und den Tribünen leidtun. Die Mannschaft wollte, konnte aber nicht und die Fans versuchten trotzdem alles um irgendwie das Spiel zu beeinflussen. Aber bei jedem Gegentor und zur Pause stand es schon 0:5, resignierte das Stadion mehr und mehr. Auch die Tribune Kemper um die zwei Gruppen hatten bei so einen Spielverlauf einen schweren Stand. Zog aber komplett durch und haben dafür meinen Respekt und auch ein anerkennendes Kopfnicken meiner Mademoiselle verdient.
Ein kleiner Junge welcher neben uns mit seinen Papa saß, wurde bei jeden Gegentor immer wütender. Nach dem 0:5 wollte er weinend gehen. Doch sein Papa überredet ihn, dass sie blieben. Nach dem 0:7 wollte dann der Vater weg, nun aber nicht mehr der kleine Steppke. Wir fanden es putzig und litten mit den Beiden mit. Manchmal ist Fußball grausam. Nach Abpfiff sprang der Sohnemann auf und rannte zum Ausgang.
Die Gästefans zelebrierten jedes einzelne Tor mit einen Zaunsturm und belöffelten jedes Mal die Nachbarblöcke. Ihre Art passte wie es im Buch „Ultra Mode de Vie“ vom BFU stand, durchgeknallt und ein wenig verrückt, wirkte aber irgendwie aufgesetzt. Ihr Anspruch ist, bei jedem Spiel dabei sein und Feuer frei. Den Doppelhalter mit „ The game is not over“ fanden wir von Tor zu Tor ulkiger.
Was aber gar nicht ging ist, dass die sogenannten Spieler vom Montpellier HSC bei den ersten Toren übelst vor der Heimtribüne jubelten und zum Ende hin die Fans provozierten. Natürlich wurde nun Gift und Galle gespuckt und es kulminierte dann darin das ein Trommelstick geflogen kam. Jetzt hatte einer der provozierenden Spieler seinen großen Auftritt und war komplett erbost über so viel Unsportlichkeit seitens des Pöbels und beschwerte sich beim Schiri. Vollpfosten! Der Trommelstab wurde dann medienwirksam beim vierten Offiziellen abgeliefert.
Beim Verlassen des Stadions und am Abend erwähnte ich wohl öfter, sehr froh zu sein, dass der Besuch des Stade Francis-Le Blé geklappt hat. Wie gesagt auch deswegen, da es bald abgerissen wird. Die Arbeiten sollen 2024 beginnen und 2026 abgeschlossen sein. Der Neubau wird in der 8 km entfernten Gemeinde Guipavas entstehen. Schaut euch die Fotos von diesem neuen Verbrechen von Stadionkultur an. Da fehlen einem die Worte.
Ein bisschen wurde sich noch Brest um das Château und den Hafen angeschaut. Viel gibt es nicht zu besichtigen, da die Stadt im 2. Weltkrieg von Nazideutschland besetzt wurde. Die westlichste Stadt Frankreichs konnte nach der Landung in der Normandie von den Alliierten befreit werden. Doch davor gab es schwere Bombardements und Kämpfe, welche die Stadt schwer beschädigte und zerstörte.
Wir ließen es uns in einem super Fischrestaurant gut gehen, hatten wieder nen top Kellner und ich konnte erneut das ein oder andere bretonische Biere probieren. Später gingen wir am Pier spazieren und feierten die Angler, welche direkt vor den Schildern „ Angeln Verboten“ ihrer Beschäftigung nach gingen. Wir kamen mit einen von ihnen ins Gespräch und er erklärte uns, dass dieses Pier das letzte öffentlich zugängliche der Stadt sei und deswegen alle hierher kommen. Die anderen Stellen zum Fischen sind durch das Militär und die Stadt gesperrt worden. Und außerdem sieht man die Polizei ja kommen.
Nun hatten wir noch zwei volle Tage Urlaub und wir nutzten sie optimal. Unser neues temporäres Zuhause war Morgat, auf der Halbinsel Crozon gelegen.
Es gab Strände, wo man zu Hause fragte, seid ihr wirklich im Nordwesten Frankreichs? Das Wasser grün schimmernd, weiße lange Strände. Einfach klasse um die Seele baumeln zu lassen. Wir gingen an den schroffen Felsküsten wandern, schlenderten durch kleine ehemalige Fischerdörfer, durch blühende und stachelnde Heidekraut Felder oder schauten uns die Steinreihen von Lagatjar an. Tja liebe zwei Stammleser und Stammleserinnen und kopane wäre nicht kopane, wenn der Kulturbeauftragte davon nicht einige Bilder mit online stellt.
Auf Wiedersehen Bretagne – Kenavo Breizh!
(Der Kulturbeauftragte)







 

Weitere Begegnungen zwischen diesen zwei Mannschaften:
  1. Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften bei Kopane.de: 1
kopane.de
Author: kopane.de

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