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12.06.2022, 15:00 Uhr
FSV Kali Werra Tiefenort e.V. – Dorndorfer SV e.V.
Tiefenort, Stadion im Kaffeetälchen
Kreisliga Westthüringen St. 2 – 250 Zs. – 4:0
geschätzte Lesezeit ca. 6 Minuten


Nach dem gestrigen Besuch der Huschhalle kamen wir schlecht aus dem Nest. Der Kopf war schwer, der Leib war schwach. Ein liebloses Frühstück, ohne Butter, holte uns zurück ins Leben. Mehr Zombie als Mensch verließen wir Dresden in Richtung Thüringen. Während der Fahrt schwärmte der stille Teilhaber von Hasseröder-Bier aus der thüringischen Stadt Wernigerode. Dies tat er in einer solchen Selbstverständlichkeit, dass wir erst ein paar Augenblicke später bemerkten, das Wernigerode in Sachsen-Anhalt liegt. Müßig zu erwähnen, dass jetzt ein wahres Feuerwerk an Beleidigungen abgefackelt wurde. Er war noch nie gut in „Geometrie“, unser stiller Teilhaber.

In der Stadt, die nicht genannt werden darf, füllte ich den Tank meines KFZ‘ und kam dabei in den Genuss des Tankrabbates, der Liter Diesel kostete den Spottpreis von 2,04 €. Auf dem Rücksitz durfte ich mir das sinnlose Gezeter des Kulturbeauftragten und seines Adlaten, dem stillen Teilhaber, anhören. Wie ich es mir erlauben könne, mehr als 10 Meter entfernt der Autobahn zu tanken. Sie sind bequem geworden, der Lack ist ab. Der Rest der Reise verlief ohne das abfeuern von verbalen Dünnschisspfeilen.

Der stille Teilhaber hatte uns ein Restaurant in Tiefenort herausgesucht, welches wir zielsicher ansteuerten. Beim befahren des Parkplatzes der Örtlichkeit wurden wir freundlich („is zu“) informiert, dass das Restaurant nicht zu unserer Verfügung stand. Wir hatten nichts vom stillen Teilhaber erwartet und wurden nicht enttäuscht. Mittlerweile war unser Freund, nennen wir ihn mal Jörgi, zu uns gestoßen und die Truppe für den heutigen Tag war komplett. Jörgi war beim durchqueren des Ortes ein Italiener aufgefallen. Unserem Jörgi fallen ständig Italiener auf, diesmal war er glücklicherweise nicht in Italien, aber da sind ja ohnehin alle Italiener. Wir haben uns also beim, eben erwähntem, Italiener niedergelassen. Zwei freundliche Tiefenorter, ja, es gibt freundliche Thüringer, ließen uns an ihrem Tisch Platz nehmen. Direkt neben uns verschlangen zwei Kölner ihr Mittagessen, das war schon einmal ein kleiner Vorgeschmack auf das Publikum des heutigen Tages. Das Mittagessen war sehr reichhaltig, Ping, Jörgi, der Kulturbeauftragte und ich haben ein Steak ofour genossen, der stille Teilhaber aß etwas lokales, eine Pizza Tiefenort. Unser tiefenorter Tischpärchen empfahl uns die Roster im Kaffeetälchen, sie wäre die Beste in ganz Thüringen. Auf die Frage, wann die Beiden denn das letzte Mal im Waldstadion waren antwortete der Herr: „vor dreisch Jahrn“. Aha, man konnte also davon ausgehen, dass die Beurteilung der Rosterqualität nicht mehr so aktuell ist. Des Weiteren empfahlen sie uns den „Monti Kali“ zu besuchen, einen naheligenden Kaliberg, der zu Besichtigung freigeben wurde. Beim nächsten Mal vielleicht. Die Kölner brachen auf Richtung Stadion, wir taten es ihnen gleich. Eine freundliche Verabschiedung für unsere nette Tischgesellschaft und die unfreundliche Kellnerin und ab ging die wilde, dreiminütige Autofahrt zum Kaffeetälchen.

Der Kulturbeauftragte war bereits schon mal vor Ort und gab mir den Tipp, das Fahrzeug nicht hinter dem Tor abzustellen. Wie sich im weiteren Verlauf herausstellen sollte, war der Tipp Gold wert. Also, habe ich die Karre um das Vereinsheim bugsiert und auf der Wiese abgestellt. An den Kennzeichen konnte man bereits erkennen, welche Hopperarmee auf einen warten würde. Ein weiteres Mal wurden wir mit der Nase darauf gestoßen, als wir uns in die Schlange für das obligatorische Foto des Stahltores mit den Hämmern stellten. Am Ende ist das alles total nachvollziehbar, was einen hier erwartet ist einfach zu schön und zu selten, um es sich nicht anzuschauen.  Der Verein hat sich auf die Horden von Fußballtouristen sehr gut eingestellt. Es gibt richtig schöne Eintrittskarten, die jedem Sammler das Herz aufgehen lassen, der Stadionsprecher grüßt Hinz und Kuntz ohne sich zu verhaspeln, es gibt Merchandise und genug zu essen und zu trinken. Auch an die Fotografen wurde gedacht, alles war top in Schuß, lediglich die alte Tribüne wird (geordnet) dem Verfall überlassen. So wurde das Gras in dem Bereich eben nicht gemäht und die Krummen Wellenbrecher rosten vor sich hin. Gut gemacht liebe Tiefenorter. Ich für meinen Teil war sehr froh, dass dieses Nachholspiel auf den 12.06. terminiert wurde, weil der Besuch des Waldstadions unzählige Male vorher, an manigfaltigen Gründen, gescheitert ist. Wir betraten den „Ground“ und wie bei allen Spielen an diesem Wochenende, blieb Ping, vom entrichten des Eintrittes, verschont. Nennt man das schon umgekehrten Sexismus? Zuschriften bitte an info@kopane.de.

Am heutigen Tage waren die Voraussetzungen perfekt, Derby gegen SV 03 Dorndorf, sensationelles Wetter und Kali Werra benötigte noch einen Punkt, um mit dem Abstieg aus der Kreisliga Staffel 2 nichts mehr zu tun zu haben. Dem Stadionheft konnte man entnehmen, dass dies das letzte Derby gegen Dorndorf sein würde, da der Verein, in der nächsten Saison, mit dem VfB 1919 Vacha fusioniert. Wir hatten noch ein paar Minuten um das wunderschön gelegene Stadion zu bewundern und haben uns dann, standesgemäß, auf bereitliegenden Teppichabfällen auf der Lyle&Scott-Haupttribüne niedergelassen.

Wir hatten Kreisliga bezahlt und wir bekamen Kreisliga. Die Dorndorfer hatten zwar in der dieser Saison noch kein einziges Spiel gewonnen und waren abgeschlagen Tabellenletzter (Dresden versteht euch liebe Dorndorfer), so klar wie das Endergebnis dann aussah war es dann allerdings doch nicht. Kali Werra hat das Spiel zwar mit 4:0 gewonnen, allerdings wurde allerbeste Torchancen, auf beiden Seiten versemmelt. Mein besonderes Highlight war der Fehlschuss, des drei Meter langen Stürmers aus 50 cm. Frei, aus vollen Lauf, haut der den Ball, physikalisch unmöglich, so hoch übers Tor, das der Ball sogar noch über das 20 Meter hohe Fangnetz, auf das Dach einer Hopperkarre, krachte, rumms! An der Stelle noch einmal ein großer Dank an den Kulturbeauftragten, für den Tipp mit dem Parkplatz. Bei der Aktion kam dem Kulturbeauftragten das Radler wieder hoch, DAS RADLER!

In Hälfte zwei ging das muntere Fehlschießen weiter. Die Gang um Jörgi, dem Kulturbeauftragten und dem stillen Teilhaber absentierte sich, um sich ein Bild der glorifizierten Roster zu machen. Es war ja nicht so, das jeder von uns 6 Pfund Schweinefleisch und Ragout Fin im Ranzen hatte, diese verfressenen Schweine. Am Ende war sie wohl doch nicht so besonders. Danke für nichts liebes tiefenorter Mittagspärchen. Das nächste Bier geht auf euren Nacken. Kurz nach Anpfiff mussten wir die Segel streichen, da der Stille Teilhaber einen Zug, ein paar Orte weiter, erwischen musste. Auf der kurzen Fahrt zum Bahnhof kulminierte die Dampfplauderei. So wurde festgestellt, dass das Lieblingsshampoo des Kannibalen von Rothenburg, head and shoulders ist und das, wenn der Kannibale einen Radler hochwürgt eben nicht das Bier gemeint ist. Flache Witze funktionieren immer und so rollten wir, johlend, am „Bahnhof“ von Oberrohn ein, Armin Meiwes wäre stolz auf uns gewesen. Mit einer Träne im Knopfloch verabschiedeten wir unseren stillen Teilhaber und machten uns ebenfalls auf die Heimreise, aber nicht, ohne ihm noch ein Bellheimer in die Hand zu drücken. Tiefenort war das würdige und sehenswerte Ende eines harten Wochenendes. Ein Besuch des Kaffeetälchens ist sehr zu empfehlen. Ein Hauch von DDR weht noch durch das Stadion und wer weiß wie lange uns so eine Perle noch erhalten bleibt. Meinen Kaffee im Kaffeetälchen habe ich dann auch noch getrunken und war zufrieden. Serge PS: Warum das Waldstadion Kaffeetälchen heißt, wurde clevererweise nicht recherchiert. (Serge)








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