27.06.2010 LKS Bizon Bieganów – KS Juwenia Boczów

27.06.2010, 18:00 Uhr
LKS Bizon Bieganów – KS Juwenia Boczów
Bieganów, Stadion LKS Bizon Bieganów
7. Liga Polska (Klasa A grupa: Gorzów Wielkp. (zachód)) – 116 Zs. – 1:3

Schnell, schnell! Stefan und Bekka machten uns auf ein Spiel in Berlin aufmerksam, dass uns gut in den Kram passte. Wieder die Autobahn gen Berlin entlang, wurde auf Höhe Grimmnitzsee die Zeit durch eine Umleitung knapp und kurz vor Berlin holten wir auch noch einen Stau ein. Grund: Public viewing in Berlin. Ganz Berlin verstopft. Hackts? Bekka und Stefan wurde folglich abgesagt und wieder ein Badesee angesteuert. Der erste erwies sich als suboptimal. Denn a) war er nicht zugänglich und b) von Seerosen überzogen. Aber der Helenesee bei Frankfurt/Oder war da schon besser. Der offizielle Strand wurde ignoriert. Doch o Graus: rund um den See ist ein Zaun gezogen. Doch ein Zaun hat meistens ein Loch und das wurde von uns auch gefunden. Zwar ein wenig schattig, aber weit weg von dem Geschrei bei Toren der deutschen Nationalelf, die an diesem Tag gegen good old England spielte. God save the casuals. Ein wenig Wassersport und später saßen wir schon wieder im Auto und merkten, dass die Zeit doch recht fortgeschritten war und es nach Bieganów doch noch knapp wird. Zwischendurch unterhielt uns der Moderator des Radiosenders Fritz.fm mit Aussagen wie: „Wir haben zum public viewing extra Sand aus Afghanistan aufschütten lassen. Wie sie sehen ist er rot getränkt vom Blut.“ oder „In diesem Spiel fallen Tore wie in Afghanistan die Menschen.“ Nicht schlecht Herr Specht. Und auch noch so wahr. Zum Spiel in Bieganów muss man nun wirklich nichts schreiben. Und zum Sportplatz erst recht nicht. Wird ja eh von den Erlebnissen der Rückfahrt überschattet. Erst fuhren wir ewig umher und waren uns unsicher ob wir den richtigen Weg eingeschlagen hatten, zumal wir auch einmal falsch fuhren. Straße, Dorf, Straße wird zu Schotterweg, Schotterweg führt in Wald, Schotterweg ist in Wald zu ende. Wieder zurück und weiter Richtung Gubin. Irgendwie. Der Atlas hilft nicht weiter. Also auf gut Glück. Und plötzlich tauchte sie vor uns auf: Eine Fähre über die Oder, die mehr als unsicher wirkte. Drei Mann werden für die Bedienung dieser benötigt. Und wir erwischen gerade noch so auch noch die letzte Überfahrt. Rauf auf die Fähre, mulmiges Gefühl im Magen. Langsam wird die Fähre von HAND in die Strömung gezogen, die dann den Rest übernimmt und die Fähre, welche an einem Seil befestigt ist, auf die andere Flussseite drückt, strömt, zieht. Oder wie man das nennt. Knochenarbeit! Und das nicht einmal im polnischen Hinterland, sondern wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Aber besser konnte man diese Überfahrt nicht treffen. Die Sonne versinkt langsam über der Oder hinterm Horizont, der Himmel färbt sich von blau über orange zu rot. Ein Autofahrer packt die Angel aus. Mücken hier, Vögel da. Ruhig fließt die Oder dahin. Das sind die Momente im Leben, die dieses Hobby zu einer Sucht mutieren lassen. Dieses Gefühl von Freiheit bei dem man ein wenig mehr Mensch ist als sonst im Alltag. Es sind diese fünf Minuten in denen man die Seele baumeln lässt, die uns immer wieder antreiben neu aufzubrechen. Der Verstand, der Körper lechzt nach diesen Momenten, die der Alltag, das Arbeitsleben nicht bieten kann. Tja, aber leider muss man fünf Stunden nach der Ankunft in Dresden schon wieder aus dem Bett aufstehen und sich zur Arbeit begeben. „Guten Morgen. Und was hast du das Wochenende gemacht?“ „Moin, ach ich bin mit einer Fähre über die Oder gefahren und war im Grimmnizter See schwimmen.“ „Echt?!?“ (← also dieses angewiderte ungläubige „Echt?!?“). „Echt?!? Ich war schön in der Disko und hab danach wieder ordentlich eine flach gelegt!“ „Mhja…wenn es dein Anspruch ist nen Wanderpokal zu ergattern dann bitte. Gönne ich dir.“ (goju)

 

Ahoj, du hast das Wort.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.