27.11.2010 SV Ried – FC Wacker Innsbruck

27.11.2010, 18:30 Uhr
SV Ried – FC Wacker Innsbruck
Ried, Stadion Ried
1. Liga Österreich – 5.400 ZS. – 1:0

Zwei zu null in Burghausen gewonnen, da fährt es sich gleich doppelt so gut nach Ried. Das wir aber dort ankommen schien jemanden zu stören. Denn wenige Kilometer hinter Burghausen mussten wir einen Stopp einlegen. Der Ritter empfand das Geräusch das vom linken Vorderrad kam als nicht normal. Auch fuhr das Auto nicht unbedingt gerade. Sobald man das Lenkrad los ließ zog es das Auto hin zum linken Straßengraben. Am Rastplatz „Salzach-Innblick“ wurde dann angehalten und alle vier Räder inspiziert. Am linken Vorderrad gab es dann Auffälligkeiten. So waren drei Radmuttern locker und eine quittierte ihren Dienst, desertierte und begann ihr neues Leben irgendwo in Burghausen, um Burghausen oder Burghausen herum. Erster Gedanke dann, dass ein Burghausener Ludolf neue Ersatzteile für seinen Schrottplatz brauchte und uns deswegen gegen den Baum fahren lassen wollte. Oder gar der örtliche Abschleppdienst der kurz vor der Insolvenz steht? Vielleicht war es auch ein Franzosenhasser der sein Augenmerk bei Automobilen auf deutsche Wertarbeit legt und keine fremdländisch produzierten Fahrzeuge duldet. Oder aber, die wohl einfachste Lösung, die Werkstatt von Cliff hatte geschlampt und vergessen nach der Reparatur das linke Vorderrad wieder ordentlich zu befestigen. Wobei da aber die Frage im Raum steht, warum knapp dreihundert Kilometer nichts passiert, man in Burghausen im Stadion weilt und im Anschluss ein Rad locker ist? Inspector Gadget übernehmen sie!

Nach dem das Auto wieder halbwegs fahrtüchtig war (hatte ich schon erwähnt, dass der Tacho seine Nadel konstant bei 0km/h hielt. Selbst wenn man schon Ferrari und Co. überholte. Deswegen die Reparatur in der Werkstatt), setzten wir unsere Fahrt mit mehr oder weniger guten Gefühl fort.

Aus der Ferne leuchtete schon das Flutlicht des Stadions in Ried. Abgeparkt, zwei vollgepackte Gästebusse gemustert und ab an die Kassen, an denen das Wirklichkeit wurde, was man in Burghausen vermuten konnte. Denn in Burghausen hörte man schon vom Ultra, übern Hool bis hin zum Schalträger, mit eben fünf Stück solcher an der Hand, immer wieder nur folgende Frage: „Fahren wir dann nach Linz zum LASK oder nach Ried?“ Also zuerst einmal die bekannten Gesichter abgegrüßt und das Stadion betreten. Nach und nach füllte sich das Stadion und kurz vor Anpfiff waren dann 5.400 Zuschauer anwesend. Davon geschätzte 25 Dresdner. Einige sogar in direkter Nähe zum Gästeblock. Modisches Schwarz war natürlich die Farbe der Wahl. Da braucht man sich aber auch nicht wundern das man von den Innsbruckern bepöpelt wird. Dies dann aber noch mit „Dynamo“-Rufen und dem zeigen eines Schals unserer SGD zu erwidern ist wohl mehr als unangebracht. Schließlich ist man zu Gast bei einem Fußballspiel, bei dem der eigene Verein nicht spielt. Da muss man nicht den Hermann machen!!!!! Manchmal ist eben eine weniger dicke Hose mehr angebracht.

Das Spiel wurde vom Fanblock der Rieder (Supras 1996, Glory Boys, Spritzwyhne Vanatics u. a.) mit zwei Worclawern eröffnet. Der Support war am Anfang gut, ebbte dann aber ein wenig ab. Aber nach dem 1:0 ging alles wieder seinen sozialistischen Lauf und wurde locker vom Hocker gesungen. In Erinnerung blieb mir dabei besonders das Lied „Kling Glöckchen…“ welches umgedichtet wurde. Den Text hab ich aber akustisch nicht wirklich verstanden. Irgendwas mit „Rapid Wien wird Siebter..“ usw. Ansonsten gab es keine neuen Lieder für die Ohren. Selbstbewusst wurden vor allem die „Wir werden Meister“-Sprechchöre vorgetragen. Dabei war noch nicht mal die Hälfte der Saison vorbei.

Im Gästeblock (wohl 250 Gäste) war nach dem Einmarsch der Innsbrucker nicht wirklich viel los. Von gestandenen Gruppen wie „I Furiosi“ und „Verrückte Köpfe“ erwarte ich mir ein wenig mehr. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich nicht ein Lied aus dem Gästeblock gehört. Obwohl ich näher zu diesem Stand als zum Heimblock. Aber Schwenkfahnen waren ständig im Einsatz und Pyro gab es in Form von Bengalen das ganze Spiel über immer mal ein oder zwei Stück. Alle auf einmal hätte besser ausgesehen. Zumal es mit der Zeit auch wie ein bisschen langweilig wurde: „Die Zünden wieder ein Bengalo an!“ „Und?“

Zum Anpfiff der zweiten Hälfte ging auch wieder im Heimblock das Licht an. Der Schiedsrichter unterbrach kurz, da der Rauch das Tor ein wenig vernebelte und ließ nach einer Minute weiter spielen. Der Stadionsprecher ergab sich in schier endlosen Hasstiraden gegenüber Pyro mit folgenden Inhalt: „………………………………………………………………………………………“ Und auch ich wurde von einen Einheimischen auf der Tribüne gefragt, warum ich immer das Pyro fotografiere. Das aber in einem gelangweilten Ton, meine Fresse. Im Jammerland würden die Tribünen erbeben und die Gutmenschen ihren anerzogenen Unmut freien Lauf lassen. Und in Österreich? Da quittiert das Publikum, der Schiedsrichter, die Spieler und der Stadionsprecher dieses mit einem gelangweilten Blick und anschließenden Gähnen. Kein Motzen, kein „Assis raus“, einfach nichts. In diesem Sinne: PYROTECHNIK IST KEIN VERBRECHEN!!!!!!!!!!!!

Nach dem Abpfiff gab es vor dem heimischen Fanblock noch Jubelarien mit Singen, Springen und ein wenig mehr Heiterkeit. Die Innsbrucker trollten sich zu ihren Bussen, wir zum Auto und heimwärts. In Selb durften wir dann noch zur Kontrolle durch Zivilbeamte antreten, die unsere Besatzung mit den Worten „Aus Burghausen? Na das hat sich ja gelohnt.“ schnell wieder fahren ließen. Ich zitiere ein letztes mal den Stadionsprecher der SV Ried, der uns in einem langen Vortrag die negativen Seiten von Pyrotechnik erklären wird und warum es in deutschen Stadien unbedingt verboten bleiben muss. Bitte lest genau und aufmerksam. Herr Stadionsprecher, sie haben das Wort: „…………………………………………………………………………………………………………………………………….

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(goju)

Ahoj, du hast das Wort.

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