29.12.2010 Brighton & Hove Albion F.C. – Charlton Athletic F.C.

29.12.2010, 19:45 Uhr
Brighton & Hove Albion F.C. – Charlton Athletic F.C.
Brighton, Withdean Stadium
Football League One (3. Liga) – 8.374 Zs. – 1:1

An diesem Tag hieß es raus aus London und ab an die Südküste, ins größte und wohl auch beliebteste Seebad der Insel. Nachdem alle Mitfahrer mehr oder weniger liebevoll aus ihren Träumen gerissen wurden, ging es zur Viktoria Station, wo unserer reserviertes Gruppenticket abgeholt werden sollte, welches Sportsfreund Haufe freundlicherweise für uns im Vorhinein gebucht hatte. Am Schalter konnte (oder wollte) uns das Fachpersonal nicht weiterhelfen und schickte uns nach East Croyden, weil dort ein größeres und kompetenteres Info-Team auf uns warten sollte. Na gut es war ja noch jede Menge Zeit bis zum Anpfiff und auch eine ausgedehnte Runde durch die Stadt ließ der großzügige Zeitplan noch zu. In East Croyden dann der Schock- “No reference number- no ticket”! Schlecht für uns dass wir nie eine solche „reference number“ von Southern Rail, wie üblich per Mail zugeschickt bekommen hatten. Also Haufe angerufen und ihn gebeten uns seine Kreditkartennummer zu geben, damit das Servicepersonal für uns checken konnte, ob eine Zahlung eingegangen ist, um uns somit trotz fehlender Kennzeichnungsnummer das Ticket vermachen zu können.
An und für sich kein Problem, nur dumm das unser besagter Herr Haufe in Tunesien verweilte und nicht so recht auf unsere Anrufe reagieren wollte. Nach einer halben Stunde Telefonterror, konnte er erreicht werden und reagierte lässig auf unsere gestresste Anfrage: „Na was habt ihr denn für ein Problem?“. Die Langersehnte Nummer der Kreditkarte durchgegeben bekommen und wieder zum Schalter. Dort angekommen entgegnete uns derselbe Servicemann, der uns vorher noch sagte, wir sollten uns um die Kreditkarten bemühen, dass die Kreditkartennummer nicht ausreiche, da No reference Number –blalala, die Fortsetzung dieser Aussage könnt ihr euch ja vorstellen.
So mussten wir notgedrungen und mit hochroten Kopf auf deutlich teurere Einzeltickets umschwenken. Was kostet die Welt!? Nachdem der Galgenhumor gesiegt hatte und man nach kurzweiliger Fahrt von einer Stunde die Küste erreichte, war der ganze Trubel vergessen. Eine wirkliche hübsche Stadt, frische und raue Seeluft und eine schöne Strand-Promenade, welche wirklich zum flanieren einlädt. So wurde am Meer lang spaziert, darüber philosophiert wie schön es erst im Sommer hier sei, den Möwen bei ihren teils gewagten Flugmanövern Aufmerksamkeit geschenkt und der Brighton Pier besichtigt, welcher imposant daherkommt und mit Autoscooter, Ständen und Karussellen ein gewisses Jahrmarktflair versprüht. Etwas gruselig jedoch ragt das Stahlgerüst des ehemaligen West Piers aus dem Wasser, der nach zwei Bränden im Jahr 2002 und 2003 und letztendlich nach einem heftigen Sturm im Juni 2004 einstürzte und aufgrund von Denkmalschutzbestimmungen nicht weggerissen werden darf. Böse Zungen behaupten dass die Brände von der Konkurrenz vorsätzlich gelegt wurden.
So existiert heute eben nur noch der protzige, jahrmarktähnliche Brighton Pier.
Anschließend wurde sich im Pub am Bahnhof niedergelassen und nach „tiefgründigen“ Gesprächen ging es ins einzige Profifußballstadion mit Laufbahn und Stahlrohrtribünen um dem Spitzenspiel der 3. Liga beizuwohnen zu können.
Auf dem grünen Geläuf, offenbarte die Partie eine turbulente Anfangsphase mit einem Platzverweis für die Heimequipe und einem Gegentreffer per Elfmeter, was einen geilen Torjubel im gut gefühlten Awaysektor zur Folge hatte. Ohohoh, das fing aber nicht gut an für die Gastgeber, welche sich davon aber wenig beeindruckt zeigten und gegen die Männer aus der Hauptstadt, in Unterzahl wohlgemerkt, keinesfalls unterlegen schienen. Den Ton in Sachen Stimmung, den gaben auf den Stahlrohrtribünen die beiden Suffnasen aus der Landeshauptstadt Sachsens an und heizten den Leuten mit „Stand up, if you hate Charlton“ oder eine andere Variation mit „… if you hate sitting“ ein und diese Hits wurden das ein oder andere mal ziemlich laut vom besten gegeben. Im zweiten Durchgang gelang den Albions sogar noch ein Treffer, was ein gerechtes Remis zur Folge hatte. Erwähnt sollte noch das Wetter werden, welches in der zweiten Hälfte für kräftige Nebelschwaden sorgte, die für kurze Zeit durchaus Schwierigkeiten bereiten das Treiben auf dem Rasen vollständig wahrnehmen zu können- nicht das jemand denkt, meine Kamera sei Schuld an einigen schwer erkennbaren Bildern. Hehe
Ein insgesamt schöner und ereignisreicher Tag, wenn auch durch die Ticketgeschichte nicht immer von Erfolg gekrönt, fand in unserem Hostel bei ausführlichen Gesprächen gepaart mit dem Austausch der Erlebnisse mit den in London gebliebenen ein Ende. (snider)


Ahoj, du hast das Wort.

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