12.10.2009 ФК „Локомотив-2“ Москва – ФК „Динамо“ Вологда

12.10.2009, 18:00 Uhr
ФК „Локомотив-2“ Москва – ФК „Динамо“ Вологда
Москва, Стадион МСА «Локомотив»
3. Liga – 120 Zs. – 2:2

Auch dieser Tag begann mit einem Stadtrundgang. Als erstes war der „Platz des Sieges“ fällig, dann „Ulica Abat“, wo man das Haus Alexander Pusckins findet. Zumindest hat er mal für vier Monate dort gewohnt. Als letztes dann die „Christi-Erlöser-Kirche“. Viel Gold und Farbe an den Wänden. Der orthodoxe Christ in Russland versteht es, sein Gotteshaus entsprechend zu gestalten. Für mich allerdings etwas zu viel des Guten. Schlichtheit siegt. Nach dem man dann noch im „Muh-Muh“-Restaurant gespeist hatte, stand der Punkt: „Lokomotive zwei oder Torpedo Moskva zwei?“ an der Spitze des Tagesordnung.Theoretisch war sogar noch ein 13 Uhr Spiel unweit des Hotels möglich. Aber wenn man erst 12 Uhr 54 mitten im Zentrum davon erfährt, ist ein pünktliches Erscheinen zum Anstoß mehr als gefährdet.

Nach kurzem Überlegen fuhren wir dann erst einmal zum Stadion des FK Moskva, wo Torpedo zwei seine Spiele aus trägt. Dort angekommen, wird sich gerade auf dem Nebenplatz (eine Seite mit 3 oder 4 Sitztreihen) erwärmt. Das Stadion war leider gesperrt, da die russische Nationalmannschaft kurze Zeit später dort für ihr letztes Spiel in Aserbaidschan trainieren wollte. Dann halt nicht. Fahren wir eben zu Lokomotive. Auf dem Weg dahin wurde sich dann spontan entschieden, doch noch bei Dinamo Moskva vorbei zu schauen. Raus wollte man aus der U-Bahn-Station, doch leider auf dem falschen Weg, so dass wir sofort von einer Stationsvorsteherin mit Trillerpfeife und richtungweisenden Fingerzeig auf den richtigen Weg geführt wurden. Nächstes „Aha“-Erlebnis: die Rolltreppe streikt. Gut, laufen wir eben bis hoch. Gerade noch über die anderen Personen gewundert, die stoisch darauf warteten, dass die Rolltreppe wieder ihren Dienst tut, wusste ich am Ausgang dann auch wieso. Leicht außer Puste noch die letzten Meter bis zum Stadion geschleppt. Siehe da, ein Tor ist offen. Führt allerdings nicht ins Innere, sondern nur zum Fanshop. Macht nix. Mal dort die Anwesenden gefragt, wie es mit einem Fotoshooting und dem Model Stadion so zu dieser Zeit aussieht. Nein? Na dann, drücken wir noch mal ein bisschen auf die Tränendrüse. Jetzt doch, ja? Nur die Tür verhindert noch den Eintritt ins Stadioninnere. Das erste Schloss wollte, das Zweite nicht? Na los, komm schon. Gib dir ein wenig Mühe. Rüttel mal kräftig an der Tür….Rungs….Na bitte. Passt doch. Und hinein in die gute Stube.

Hier bröckelt der Putz ab, da fehlen ganze Stuhlreihen, die Laufbahn macht auch nicht mehr den besten Eindruck. Zusammenfassend sei gesagt: das Stadion ist auch schon ziemlich alt geworden. Und das wollen die abreißen und dafür so eine 0815-Arena ohne Charakter hinstellen. Ja merkt ihr es noch? Das hier ist doch der raue Osten und nicht der verweichlichte Westen. Kommt schon, gebt euch noch mal einen Ruck. Ein wenig Spucke und Farbe und dann sieht das doch auch schon fast wieder aus wie im Urzustand. Banausen seit ihr geworden. Dann gebt uns wenigstens einen Schal und eine Kalender als Andenken. Danke. So einen Kalender will ich auch mal bei der SGD im Fanshop sehen. Pyro, Choreo, Schalparaden und Sturmhauben – hehehehehe. Schweren Herzens wurde sich dann mit dem Wissen, dass das Dinamo-Stadion bei einem möglichen zwieten Besuch komplett anders aussieht, auf den Weg zu Lokomotive gemacht.

Bei Lok dann 10 Minuten nach Anpfiff angekommen, erkannte uns Dima (war am Freitag am Flughafen, um brb zu empfangen) und bat uns, mit in den Gästeblock zu kommen. Anfangs ein wenig skeptisch, änderte sich dies, als er einen „K-Block Dynamo“-Schal aus der Tasche holte. Na wenn dem so ist, wird halt die Anzahl der Gäste von 5 auf 10 erhöht. Dima ist eigentlich Dinamo Moskva Fan, doch halten in Russland die Dinamo-Vereine zusammen, so dass wir auch herzlichst willkommen waren. Na ihr Möchtejerne aus Hohenschönhausen? 😉 Wie wäre es denn nun eigentlich mit uns? Endgültig wurde das Eis gebrochen, als wir mit auf das Terrormob-Foto sollten und jeder einen Schal der „Ultras Dinamo Vologda“ geschenkt bekam. Spasiba!!!!! Nach einer supportlastigen zweiten Halbzeit reichte es trotz 2:1-Führung nur zu einem 2:2. Schade. Auf dem dreiseitig mit Tribünen umbauten Kunstrasenplatz mussten wir dann auch noch 5 Minuten warten, bis alle Heimfans abgerückt waren. Netter Abend, ab ins Hotel. Denkste. Runter vom Stadiongelände, links rum und ab in die nächste Sportsbar zum interkulturellen Austausch. Themen waren das Leben in beiden Ländern an sich, Fanszenen und andere Dinge. Und das über ein paar Stunden. Eindeutig ein Abend unter den Top fünf in meinem Leben. (goju)


Ahoj, du hast das Wort.