KF Llapi Podujevë – KF Prishtina
Podujevë, Zahir Pajaziti Stadiumi
1. Liga (Superliga) – 1000 Zs. – 1:1
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| Anzahl Spiele KF Llapi Podujevë | 1 |
| Anzahl Spiele 1. Männerteam KF Llapi Podujevë | 1 |
| Anzahl Spiele KF Prishtina | 1 |
| Anzahl Spiele 1. Männerteam KF Prishtina | 1 |
| Einträge zum Stadion Zahir Pajaziti Stadiumi in Podujevë bei Kopane.de: 1 | |
| Kapazität: 3.800 | Auslastung bei diesem Spiel: 26% |
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Unser letzter Vormittag in Mitrovicë. Nach einen traditionellen kosovo-albanischen Frühstück, mit viel Käse, Omelett, Fleisch und Pfeffersauce, ging es zum Bergbau-Monument über der Stadt. Es befindet sich auf dem Bergarbeiterhügel bzw. dem Partisanenhügel im Nordteil. Über die Austerlitz-Brücke konnten wir nicht fahren. Diese ist, wie beschrieben für Fahrzeuge gesperrt, so ging es über eine Andere, weiter östlich gelegene Brücke, in den serbischen Teil. Das Monument, welches wir von unserem Apartment aus sehen konnten, wurde den Widerstandskämpfern aus den Minen von Trepça, die gegen die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg kämpften, gewidmet. Erbaut 1973, symbolisiert es einen Erzkarren. Wie er hier für den Abbau des Metall- und Mineralgemisches benutzt wurde. Auffällig, sofort als wir die Grenze, also den Ibër, überquerten änderte sich die Schrift an den Geschäften und es hing an jeder Laterne eine serbische Nationalflagge. Wir parkten an der Kirche des Heiligen Demetrius. Die neue orthodoxe Kirche hier im Nordteil Mitrovicas, wurde 2005 eingeweiht. Nach pogromartigen Ausschreitungen 2004 war die alte Kirche im südlichen, albanischen Stadtteil für Serben kaum mehr zugänglich. Natürlich, wie es sich gehört, steht sie gut sichtbar oben auf dem Bergarbeiterhügel. Am Monument hatten wir einen guten Blick über die geteilte Stadt. Den Palestra Minatori, die Isa beg Moschee oder das Adem-Jashari-Stadion wurden lokalisiert. Auf dem Weg zurück zum Auto trafen wir eine Gruppe polnische KFOR-Soldaten, die Jungs haben schon ein wenig geguckt, was wir hier so treiben. Touristen sind wohl nicht so oft hier. Mitrovicë im Kosovo, interessant war es und ich hoffe, dass es weiter einigermaßen ruhig bleibt. Doch persönlich fehlt mir ein wenig der Glaube daran. Die Wunden des Kosovokrieges sind, beiderseits, noch nicht verheilt. Abfahrt zum letzten Match im Kosovo. Wir fuhren zum Erstligaspiel nach Besianë. Eine Stadt, kurz vor Serbien, tief im Norden des Landes. Dem Sportlichen ist aufgefallen, dass der Grenzverlauf zwischen Serbien und dem Kosovo auf Google Maps durch eine gestrichelte, anstatt einer durchgezogenen, schwarzen Linie dargestellt ist. Der Kosovo wird nicht von allen Staaten als unabhängiges Land anerkannt und so versucht Google wohl Neutralität zu wahren. Wir dachten, da wir uns hier im nördlichen Teil des Kosovo befanden, dass auch die serbischen Flaggen wehen und es serbische Geschäfte gibt. Doch falsch gedacht. Überall waren albanische Fahnen angeflaggt. Es gab Moscheen und ein Schuljunge zeigte uns in einem Dorf den albanischen Doppelkopfadler. Doch bevor wir in Besianë ankamen, machten wir noch einen kurzen Stopp an einer Gedenkstätte für gefallene Soldaten der UÇK. Sie befand sich auf einem Berg und war selbstredend respektvoll hergerichtet. Die Hälfte der Gruppe ließ sich von dem steilen Spaziergang hinauf abschrecken und blieb am Auto. Gut das wir bei der Weiterfahrt bemerkten, dass es doch eine Auffahrt gab. Die Kampfhandlung, am 15. September 1998, in der Region Llap war die erste Frontalschlacht, bei welcher die UÇK die serbischen Streitkräfte angriff und auch besiegte. Wenn ich schon bei diesem Thema bin, ich hatte ja einige Sachen bereits beschrieben und man kommt leider auf dem Balkan nicht daran vorbei. Sei es hier auf unserer Reise, den Besuchen in Sarajevo oder auf anderen Hoppingtouren auf der Balkanhalbinsel. Im Kosovo gab es schon immer ein starkes Streben nach Unabhängigkeit. Vor allem als der damalige Präsident Jugoslawiens 1989 Slobodan Milošević den Bürgern einen großen Teil ihrer Autonomierechte nahm und den Kosovo wieder stärker an den serbischen Staat knüpfte. In diesen Zusammenhang wurde die albanische Sprache verboten und die Kosovo-Albaner größtenteils aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Doch die Gruppe der Kosovo-Albaner machte ca. 88 % der Bevölkerung aus, wogegen die Serben nur 7 % Bevölkerungsanteile hatten. Ein Konflikt war so natürlich vorprogrammiert. Nachdem im Vertrag von Dayton 1995 der Bosnienkrieg beendet wurde, aber es für die Probleme im Kosovo keine Lösung gab, wurden die Unabhängigkeitsbestrebungen immer stärker. Die UÇK gründete sich und die Auseinandersetzungen schaukelt sich hoch, der Kosovokrieg begann. Nachdem diverse Vorfälle und ethnische Säuberungen durch die serbischen Streitkräfte stattgefunden hatten, entschloss sich die USA mit der Nato durch Luftschläge in den Krieg einzugreifen. Die Begründung, man wolle eine humanitäre Katastrophe verhindern. Wahrscheinlich hat man aus den Bosnienkrieg gelernt und wollte es diesmal nicht so weit kommen lassen. Das Problem dabei war, dass die NATO ohne Mandat diese Einsätze durchführte. Dieses Mandant hätte es damals durch das Veto Russlands auch nicht gegeben. Schließlich wurde ein Friedensvertrag ausgehandelt. Der Kosovo wurde unter ein UN-Mandat gestellt und militärisch von der NATO überwacht. Nach einer gewissen Zeit, in welcher die Spannungen aber nicht nachließen, erklärte der Kosovo 2008 seine Unabhängigkeit. Diese wurde aber nicht von allen Ländern anerkannt, Vorreiter natürlich Serbien und Russland. Dass sich selbst viele Kosovo-Albaner nicht mit dem neuen Staat identifizieren können, zeigt die Tatsache, dass die Landesflagge nur an öffentlichen Gebäuden und Institutionen verwendet wird. Die Menschen hissen stattdessen die Fahne von Albanien. Wie ich es auch schon im Spielbericht von Liria gegen Trepça in Prizren geschrieben hatte. Die sechs weißen Sterne stehen für die Ethnien der Albaner, Bosniaken, Roma, Serben, Türken und von restlichen Minderheiten.
In Besianë angekommen, wurde wie immer preiswert zu Mittag gegessen. Civapi mit Salat und Wein. Keine 10 € und da ist das Trinkgeld schon mit drin. Das Spiel wurde kurzfristig von 15:00 Uhr auf 16:00Uhr verlegt. Dies war etwas ungünstig für uns, da wir dadurch eine Stunde später am Abend in Durrës in Albanien ankommen würden, brachte aber den Vorteil, dass drei Luis noch für 3 € pro Person zum Friseur konnten. Ich leider nicht, da die Zeit doch knapp wurde. Beim KF Lapi mussten wir zum ersten Mal Eintritt im Kosovo zahlen. Es gab sogar ein Ticket für die 3 €. Blöd nur, dass der Ordner die Karten halb zerrissen vom Kartenblock überreichte. Heute spielten beide Mannschaft recht engagiert, da es darum ging nicht auf den Abstiegs- bzw. Relegationsplatz zu rutschen. Auffällig war, wie hier teilweise nach Fouls rumgelegen wurde. Wir genossen die Sonne und feierten einen Jungen, welcher zum Anpfiff und zum 1:0 kleine römische Lichter in den kosovarisch-albanischen Himmel schoss. Der Südbrandenburger und ich gingen während der zweiten Halbzeit mal an die Stadion-Bar und fragten nach einem Schal für die Sammlung meines Freundes. Ein Vereinsverantwortlicher signalisierte uns, wir sollten warten, um nach fünf Minuten mit einem Wimpel, Kugelschreiber und Feuerzeugen vom KF Llapi zurückzukommen. Natürlich wollte er kein Geld dafür. So lächelten wir und bedankten uns freundlich. Die Heimfans um die Ultras Legjendat waren bei unserem Spiel nicht im Stadion. Auf aktuellen Bildern stellen sie eigentlich einen kompakten Block mit einer guten Anzahl an Zaunfahne. Ob es an dem Termin am Montag um 16:00Uhr gelegen hat, wir wissen es nicht. Auch Gästefans waren nicht anwesend, obwohl es einen separaten Sektor gegeben hätte. Das ist im Kosovo wirklich schade, dass es Auswärtsfans hier so schwer haben.
Das umkämpfte Spiel ging letztendlich 1:1 aus und wir machten uns auf den Weg nach Durrës in Albanien.
(Der Kulturbeauftragte)

Blick aus dem Apartment auf das Bergbau-Monument
Mitrovicë, im Hintergrund der Südteil der Stadt
die Kirche des Heiligen Demetrius, in Nord-Mitrovicë
Adem-Jashari-Stadion
Palestra Minatori, die Basketballhalle von KB Trepça
Isa Beg Moschee
Gedenkstätte für die Schlacht in der Region Llap
Besianë








