SpVgg Bayern Hof e.V. – SC 1926 e.V. Eltersdorf
Hof/Saale, Städtisches Stadion Grüne Au
5. Liga (Bayernliga Nord) – 625 Zs. – 1:0
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| Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften bei Kopane.de | 1 |
| Anzahl Spiele SpVgg Bayern Hof | 3 |
| Anzahl Spiele 1. Mannschaft SpVgg Bayern Hof | 3 |
| Anzahl Spiele SC 1926 e.V. Eltersdorf | 2 |
| Anzahl Spiele 1. Mannschaft SC 1926 e.V. Eltersdorf | 2 |
| Einträge zum Städtischen Stadion Grüne Au in Hof/Saale bei Kopane.de: 3 | |
| Kapazität: 8.096 | Auslastung bei diesem Spiel: 8% |
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Kann man eigentlich in Oberfranken mit Euro bezahlen? Mit dieser Frage kam Serge, seines Zeichens der Fahrer dieses Wochenendes, um die Ecke. Damit war also klar, auf der Fahrt nach Hof bleibt die Ernsthaftigkeit im Handschuhfach. Da Reisen ja bekanntlich bildet, wusstet ihr, dass ein Longsleeve ein dünner Pullover ist? Also ich nicht. Ihr merkt, die vier Stunden Fahrt für Serge und mich vergingen wie im Flug. Sechs Stunden Lebenszeit, jedenfalls gefühlt, kosteten uns die eigenen, geistigen Ergüsse im neuen fahrbaren Untersatzes meines Redaktionskollegen. Dabei wählte mein Freund sogar noch die romantische Route. Bei meiner Pré-Recherche las ich, dass Bayern Hof auf seiner Homepage fragte -Fußball oder Biergarten?- Nachdem die letzten zwei Wochen sehr verregnet waren und der Sommer mit seinen typischen Adjektiven geizte, meldete der Wetterbericht endlich besseres Wetter und dies sollte die Bayern Hof Fans vor besagte Frage stellen. Doch der FCB aus Oberfranken hatte die Lösung. Der Biergarten der Vereinskneipe -Grüne Au- öffnete seine Pforten und wenn sie in Franken eins können, neben ihren unverwechselbaren Dialekt, dann Bier brauen. Wir parkten 50 m vom Lokal entfernt. Dort bemerkten wir, die Schwarz-Gelben Bayern Fans hatten die gleiche Idee und folgten den Aufruf auf der Homepage. So war alles voll in der Hütte. Was gut für den Wirt und den FCB war, war schlecht für uns. Logisch wurden wir hier neugierig beäugt, doch alles gut. Wir wollten unser Scherdel gern im Sitzen trinken, also pflanzten wir unsere Ärsche an einen Tisch, an welchen schon ein älterer Herr saß. Natürlich kamen man mit ihm ins Gespräch. Wir meinten das Scherdel sei überraschend herb. Er erklärte es sei eine lokale Marke aus Hof und früher sei die Brauereidichte in Hof erheblich höher gewesen. Er hätte mit 11 Jahren auch schon mit Bier trinken angefangen und das Brauereisterben läge nicht an ihm. Das Eis war gebrochen und über das Westfernsehprogramm zu Zonenzeiten in Glauchau kamen wir zu den Entschluss, dass Franken der Stolz von Bayern ist. Rein ins städtische Stadion Grüne Au. Über die Essen- und Getränkebuden, wo wir noch öfters in den 90 Minuten vorstellig wurden, ging es vorbei am Fanstand auf eine der Hintertortribünen. Nachdem wir den Blick durchs Stadion schweifen ließen, waren wir uns einig, ein geiler Ground. Was auch sehr angenehm war, das Stadion war offen. Das kennt man auch anders. So tingelten wir auch gut rum. Hatte den Vorteil, wie gesagt, mehrmals an der Fressbude vorbeizukommen. Solltet ihr mal hier sein, holt euch ein Bismarckhering-Brötchen. Hat uns in Franken doch überrascht und war sehr lecker. Bayern Hof konnte das Spiel knapp mit 1:0 für sich entscheiden. Auch wenn Serge bei jeden zweiten Angriff der Gäste aus Erlangen in Mittelfranken ein Tor prognostizierte. Die SpVgg Bayern Hof entstand am 1. Juli 2005 durch eine Fusion des FC Bayern Hof, und der SpVgg Hof. Das städtische Stadion Grüne Au ist ein Kleinod der Stadionkultur und ist baulich in der Zeit stehen geblieben. Etwas windschief, kurios, mit Ecken und Kanten, einfach ein altes Stadion mit Charme und ganz viel Charakter. Wo früher 20.000 Zuschauer ihre Schwarz-Gelben mit fränkischem Dialekt zum Sieg schrien, kommen heute halt nur noch 625 Zahlende. Doch diese sind mit Herz dabei. Für das Stadion Grüne Au wurde, wie schon für das Westfalia-Stadion am Schloss Strünkede -Das grosse Buch der deutschen Fussball-Stadien- aus dem Regal geholt. Erbaut 1913 und stetig mit dem Aufstieg des Vereines erweitert und verbessert. Mehrmals standen die Hofer in den Bundesligaaufstiegsrunden, konnten den finalen Schritt in die höchste Spielklasse aber nie bewerkstelligen. Große Zuschauermassen kamen damals in den 60er Jahren zu den Spielen. Dies veranlasste die Münchner AZ Hof, als die -Bundesdeutschlands fußballfreudigste Stadt- zu bezeichnen. Bei der damaligen Einwohnerzahl von 50.000 und einer Zuschauerzahl von z.B.19.100 gegen Rot-Weiss Essen auch nachvollziehbar. Die lange überdachte Gegengerade wurde 1949 errichtet, die nicht richtig ins Bild passende hohe Haupttribüne 1969. Ihre Überdachung bekam sie aber erst 1999. In der zweiten Halbzeit standen wir hopperlike etwas abseits und der Caterer schickte in gewissen Abständen einen Mitarbeiter mit zwei Bierkästen bewaffnet durch die Reihen. Der Typ hatte dementsprechend Oberarme wie Thorsten Legat. Der Weg zu uns war ihm dann aber wohl doch zu weit und so plärrte er aus der Entfernung mit tiefer Stimme mehrmals in unsere Richtung -Bier gefällig!-. Wo ich fast schon aus Angst oder vielleicht, weil ich eigentlich Bier liebe -Eeens mei Guter- antworten wollte. Tat ich aber nicht. Serge hatte im Auto noch gekühltes Mauritius. Das sich hier jeder und jede kennt, war klar. So sind wir zwei Flitzpiepen, nicht nur wegen unseres Dialektes vor dem Spiel, in der Vereinsgaststätte -Grüne Au- aufgefallen. Aber Stadiontouristen sind in Hof wohl keine Seltenheit. Im kleinen Fanblock wurden ein paar Zaunfahnen angebracht, was den Ossi ja immer gefällt. Zaunfahnen=Fankultur. Comando Furioso und Britannia 1910 hingen am Zaun bzw. im Block. Ein Vorgängerverein des FC Bayern Hof war der FC Britannia Hof. Wir wunderten uns schon, warum die Britannia-Fahne angeflaggt war und die Fans auch öfters ein Britannia riefen. Der Name wurde früh geändert, da wegen des 1. Weltkrieges England nun der Feind war und man keinen englischen Namen für den Verein verwenden konnte.
Ein großes F.C. Bayern Hof-Wappen hing ebenfalls und da sich auf den FC Britannia berufen wird, kann ich davon ausgehen, dass der Fusionsname SpVgg Bayern Hof nicht angenommen wird. Auch in der Vereinskneipe war das Logo des F.C. Bayern Hof groß an der Wand. In der Luis uff Achse-Chatgruppe fragte der Jungspund, nachdem wir ein paar Bilder geschickt hatten, warum die Hofer einen Papp-Knossi im Block stehen haben? Keine Ahnung wer oder was das sein soll? Nudossi, das kannten wir Kinder der Wende. Ich hab auch keine Lust gehabt zu recherchieren, warum und weshalb der Pappkamerad dort im Fanblock rumstand. Viel wichtiger war die Frage von Serge, welche er einfach mal so rhetorisch in den Raum stellte - Entschuldigung, sind sie Hopper?- Ich schaute ihn verdutzt an und erwartete, seine eigene Antwort darauf, -Grasshopper!- kam nach einer künstlerischen Pause. Gut, da musste ich kurz auflachen. Ihr merkt, das Spiel war nicht der Brüller. Aber wir waren zufrieden mit unserem heutigen Ausflug. Auf der Fahrt nach Dresden jammerte Serge dann rum, dass seine Finger nach Fisch stinken würden. Das Bismarckhering-Brötchen war aber auch saulecker.
(Der Kulturbeauftragte)